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Veranstaltungen 2011

Stimmungsvoller Jahresschluss bei „Musik aus Dresden"
Barbara Christina Steude singt weihnachtliche Kompositionen

Es hätte kaum einen schöneren Abschluss zum Jahresende der Reihe „Musik aus Dresden" in der Birkenfelder Kirche geben können. Das adventlich- weihnachtliche Thema „Venite pastores" fand in der Sopranistin Barbara Christina Steude eine glanzvolle Interpretin.

Sie entführte das Publikum in die musikalische Welt des 17. und 18. Jahrhunderts mit Werken unterschiedlichen Charakters. Schon mit Bonifazio Grazianis „Venite pastores" machte sie mit reinster Stimme und voller Leichtigkeit ihre Fähigkeit deutlich, all emotionalen und dramatischen Varianten voll auszuschöpfen.

Bei zwei Hymnen von Heinrich Schütz an das süße Jesuskind erlebten die Zuhörer das sachte Auf blühen der musikalischen Phrasen, was den geistlichen Inhalt der Werke ungemein lebendig machte. Als Gegensatz zur kontemplativen Choralpartita über „Nun komm der Heiden Heiland" von Friedrich Wilhelm Zachow, einfühlsam gespielt von Cembalist Uwe Zimmermann, ließ die Sängerin die dramatischen Figuren von Grazianis „Salve Regina" erblühen. Nach drei weihnachtlichen Chorälen von J.S. Bach brachte der zweite Konzertteil schöne, lautmalerische Kompositionen von Giovanni Bassani und Giacomo Carissimi, deren Koloraturen Barbara Christina Steude mit großer Leichtigkeit darbot. Einen Ruhepunkt setzte dann die Choralpartita „Fröhlich soll mein Herze springen" von Joh. G. Walther vor dem deutsch-lateinischen Werk „Natus est" von Joh. Fr. Böddekers. Mit zwei Bach-Chorälen schließlich endete das schöne, gehaltvolle Programm: „Oh Jesulein süß" fasste noch einmal das Thema des stimmungsvollen Konzertabends zusammen.
Eva Nöldecke / Pforzheimer Zeitung

 

 

Bericht über die Dresden-Reise vom 31.8. bis 4.9.2011

Wussten Sie, dass „Musik aus Dresden“ nicht nur Organisator von Musik mancherlei Art aus dem sächsischen Raum, sondern „hehlenga“ auch noch eine Art Reisebüro ist?  Dorothea  Schumacher, die wusselige Vorsitzende dieses Vereins,  war Anfang September wieder mit 20 Kunstfreunden – nicht nur aus dem hiesigen Raum, sondern sogar aus Darmstadt und Wilhelmshaven! – für fünf Tage zu einer Kunst- und Kulturreise in Dresden und im dortigen Umland, und das jetzt schon zum fünften Mal.  Der Berichterstatter war zum ersten Mal dabei, und er hat sich geärgert. Nicht weil er dabei war, sondern weil er erst zum ersten Mal dabei war…

Dem Motto „Musik aus Dresden“ entsprechend, war ein großer Teil der Unternehmungen natürlich der Musik im weitesten Sinn gewidmet und dem Wiedersehen bzw  –hören mit etlichen Künstlern und Gruppen, die auch schon in Birkenfeld waren. Gleich am ersten Abend hat die Herkuleskeule wieder begeistert – dass das geht, wissen wir ja schon von Birkenfeld.  Dann hat man die Semper-Oper besucht mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ – Mitglieder des Opernorchesters waren ja auch immer wieder in Birkenfeld zu Gast. Auch wenn man, wie der Berichterstatter, nicht unbedingt ein Fan der italienischen Oper ist – allein das Drum und Dran eines solchen Opernabends, die Architektur, das Publikum, das alles ist unbedingt sehens-, erlebenswert! Dann die Knäblein vom Kreuzchor – wir kennen sie ja noch vom letzten Jahr. Aber in ihrer eigentlichen Heimat, der Kreuzkirche, sind sie noch eindrucksvoller. Schließlich der Theaterkahn mit dem Kabarettisten Tom Pauls – der schon lange nicht mehr in Birkenfeld war, aber nächstes Jahr kommt er  wahrscheinlich– ich freu mich!

Kleine Begebenheit am Rande: am letzten Abend beim Spaziergang am Elbufer stieß man unvermittelt auf die „Elb Meadow Ramblers“ – bestens bekannt vom Gastspiel hier im Juli, wie auch schon verschiedentlich zuvor – die gerade ihr „Werkzeug“ auf einen Ausflugsdampfer verluden, um eine abendliche Promenadenfahrt auf der Elbe musikalisch zu begleiten.  Grosses Freudengeschrei, Umarmungen – und große Augen des wartenden Volkes, das aufs Schiff wollte und nicht begreifen konnte, warum die also Begrüßten nicht auch mit auf das Schiff stiegen.  Aber das war leider schon restlos ausgebucht, ausverkauft –schrecklich gerne wären wir mitgefahren!

Nicht nur den Ohren, auch den Augen wurde wohlgetan: Orgelandacht mit anschließender Kirchenführung in der Frauenkirche, Gemäldeausstellung in der Galerie Neue Meister im Albertinum – wer Frau Baumbusch im März  gehört hat, weiß von was ich rede. Dann Stadtrundfahrt Dresden, Besuch von Meißen mit Stadtrundgang, Besuch der Albrechtsburg und des Doms, nahrhafte Schnuppervisite mit Vorlesung über frühere Tischsitten in der Porzellanmanufaktur;  Besuch mit Sektprobe im Sächsischen Staatsweingut Schloss   Wackerbarth – Dorothee unternahm alles, um ihre Truppe bei Laune zu halten.  Und schließlich der Ausflug in die OberLausitz, nach Bautzen:  ein charmantes Städtchen, bestens renoviert, das sich nach Kräften müht, zu zeigen, dass es nicht nur aus einem berüchtigten Gefängnis besteht.  Und nicht weit weg davon Schloss Rammenau – ein liebes barockes Landschlösschen mit Flair.

Lobenswert die einheimischen Führerinnen, die ihre Botschaft wirklich mit Herzblut rüberbrachten und denen anzumerken war, dass sie sich über dumme und weniger dumme Zwischenfragen durchaus freuten.  Gell Dorothee: wenn man das zum fünften Mal  macht, kennt man halt auch die richtigen Leute! (Falls die das je lesen sollten: Danke!)

Der Berichterstatter, dem die sächsischen Lande bisher nur wenig bekannt waren, muss  gestehen,  dass er seine Reisepläne für die überschaubare Zukunft geändert hat – er will nämlich dringend demnächst wieder in die Gegend.  Dresden und Umgebung, entsprechend dargebracht von Dorothee und Komplizinnen, macht nämlich süchtig!

Die Frau Schumacher hat gemeint, das sei wohl die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen – den Stress wolle sie sich nicht mehr machen. Das mit dem Stress wollen wir gerne glauben, so perfekt wie das geplant war.  Aber das mit der letzten Veranstaltung bitte nicht!!!

Weil „Musik aus Dresden“ über dem Artikel drübersteht, will der Berichterstatter nicht versäumen, auf die nächsten  Veranstaltungen hinzuweisen:  am 14. Oktober 2011 das Jubiläumskonzert mit Ludwig Güttler zum Gedenken, dass die Dresdner im Jahre 1981 erstmals in Birkenfeld waren. Das waren noch Zeiten – und nicht nur, weil wir damals alle jünger waren… Aber das Konzert ist fast ausverkauft  (nur noch ein paar Hörkarten auf der Empore, was ja auch nicht schlecht ist) – ein mitleidiges „Ätsch“ Allen, die noch keine Karte haben.  Die dürfen dafür am 11. Dezember kommen zum Weihnachtskonzert in die Ev. Kirche, wenn Musik des 17. Und 18. Jahrhunderts für Sopran und Cembalo dargeboten wird.  Interessenten rufen bald bei Frau Schumacher an – net dass es sonst geht wie beim Güttler! Und 2012 geht’s grad so interessant weiter!
Birkenfelder Nachrichten, Heiner Morlok

 

 

 

 

Die Kühle der Nacht druckvoll weggeblasen
Zum fünften Mal waren die Elb Meadow Rambiers aus Dresden zu Gast.
Swing- und Dixieklänge begeisterten die Zuhörer über Stunden.

Sie haben sich nicht lumpen lassen, die „Elb Meadow Rambiers": Bereits zum fünften Mal waren sie auf Einladung des Freundeskreises „Musik aus Dresden" nach Birkenfeld gekommen und sorgten auf dem Pausenhof der Ludwig-Uhland-Schule bei kühlen Temperaturen drei Stunden lang dafür, dass den Freunden lebendiger Swing- und Dixieklänge nicht kalt wurde.

Sowohl die Auswahl der Kompositionen als auch deren Qualität konnten sich hören lassen. Kein Wunder also, dass die annähernd 200 Besucher nicht nur nach den Soli begeistert Beifall spendeten, sondern die achtköpfige Formation am Ende auch mit tosendem Beifall verabschiedeten. Für zu nächst zwei Jahre, denn turnusgemäß müsste die Dresdner Jazz band 2013 wieder zum Sommer jazz ins Enztal kommen.

Andreas Böttcher (Piano), Ronald Boldt (Gitarre und Banjo), Thomas Poscharski (Posaune und Gesang), Frank Bartsch (Trompete, Flügelhorn und Mundharmonika), Christian Patzer (Alt- und Baritonsaxofon), Gert Scykalka (Bass), Volkmar Hoff (Schlagzeug) sowie Klaus Schmumann (Klarinette und Tenorsaxofon), der auch durch den Abend führte und die Zuhörer mit Informationen zu den Stücken  versorgte, hatten  angesichts der bestehenden Freundschaft mit den Veranstaltern leichtes Spiel, wenngleich Dorothee Schumann der festen Überzeugung ist: „Die werden immer besser und professioneller."

Das Programm, das die acht Musiker für den Birkenfelder Auftritt zusammengestellt hatten, war gelungen. Doch nicht nur die Auswahl gefiel. Auch dass die Stücke von George Gershwin, Fats Waller und Louis Armstrong nicht altbacken, sondern mit schönen Soli und erfrischend gelungenen Variationen präsentiert wurden, kam durchweg gut an.

Das Stück „Swing the Blues" war für die acht versierten Musikanten nicht nur eine geeignete Komposition für den Start des Abends, es wurde auch zum Leitmotto des kurzweiligen Konzerts über insgesamt vier Sets. Ganz gleich, ob der fröhlicher Achter „Bye Bye Blackbird" spielte, ob er „Exactly Like You" von der Bühne schmetterte oder aber „When You're Smiling" darbot: Dynamisch und mit einer zumeist akkurat spielenden Bläserfraktion eroberten die Musiker einmal mehr die Herzen die Zuhörer.

Das war im Vorprogramm des Konzertes auch einem Teil der Big Band der Neuenbürger Musik schule gelungen. Der Nachwuchs hatte mit drei Stücken den Abend erfolgreich eröffnet.
Ralf Recklies/ Pforzheimer Zeitung
Photo: W.Günther


Jazz für Kinder mit den Elb Meadow Ramblers

Die frühe Hinführung zur Musik ist dem „Freundeskreis Musik aus Dresden“ wichtig und wird bei jedem Konzert gefördert. Immer geben Schüler der Jugendmusikschule Neuenbürg ein Vorkonzert, passend zum anschließenden Konzert der Musiker aus Dresden. Somit können die  jungen Musiker bei einem Auftritt vor großem, musikinteressiertem Publikum erste Bühnenerfahrung sammeln. Die Elb Meadow Ramblers erfreuten am Samstag  mit einem  Konzert im überdachten Pausenhof der Ludwig-Uhland-Schule. Bevor sie am Sonntag wieder Richtung Dresden abfuhren, gaben sie ein Jazzkonzert speziell für Kinder. Diese durften Geräuschinstrumente mitbringen, alles aus dem Haushalt, mit dem geklappert und geklopft werden kann. Vor allem Vorschulkinder waren in großer Zahl da. Für sie spielten die Elb Meadow Ramblers leichte Jazzmelodien, aber auch Kinderlieder, erst normal und dann schneller im Jazzstil mit Improvisationen. Der zwölfjährige Luca Gengenbach, ein Nachwuchs-Schlagzeuger aus Birkenfeld durfte mit auf die Bühne und trommeln. Jeder Musiker erklärte sein Instrument. Klaus Schumann klapperte mit der Klarinette, die viel mehr Löcher hat als er Finger. Christian Patzer meinte zunächst, sein Saxophon heißt so, weil sie alle aus Sachsen kommen. Doch halt, es war ein Herr Sax, der das Instrument erfunden hat. Es kann ganz leise und ganz laut brüllen. Nur drei Knöpfe braucht die Trompete, wie Frank Bartsch vorführte. Lustig klang das Instrument, das mit dem Dämpfer schnatterte wie eine Ente. Seine Mundharmonika, auf der er schönen Blues spielte,  kannte jedes Kind. Schöne, weiche Töne erzeugte Thomas Poscharsky mit der Posaune, die ganz ohne Tasten auskommt. Der Zug verändert die Länge der Luftsäule und damit die Höhe des Tones. Für einen Straßenmusikant ist die Gitarre zu leise. Deshalb brachte Ronald Boldt ein Banjo zum Einsatz, das mit einem Trommelfell bespannt richtig laut sein kann. Harmonie und Rhythmus bringt Gert Seykalka mit dem Kontrabass ins Ensemble. Keine Töne, sondern nur Geräusche erzeugte Volkmar Hoff am Schlagzeug. Mehrere Töne gleichzeitig konnte Andreas Böttcher am Piano anschlagen. Zum Abschluss des gut einstündigen Kinderkonzerts gab es ein Wunschkonzert, bei dem die Kinder mit ihren Klapperinstrumenten großen Spaß hatten. Nicht alle trauten sich auf die Bühne und klapperten im Schutz von Eltern und Großeltern am Tisch zu „Hänschen klein“, „Alle meine Entchen“ und „Auf de schwäbsche Eisenbahne“ mit sächsischen Einschlag.

Waltraud Günther / Pforzheimer Kurier
Photo: W.Günther

 


 

Sehnsucht steht im Mittelpunkt
Das blaue Einhorn „übersetzt“ von Dresden nach Birkenfeld / Konzert kommt bei Publikum an

Mit dem Programm „Übersetzen-Gesänge auf schwankendem Boden“ begeisterte das Blaue Einhorn, ein Männerquartett aus Dresden, die vielen Konzertbesucher, die in den „Konzertsaal“ ins Autohaus nach Birkenfeld gekommen sind. Aus der Bandbreite des doppeldeutigen „übersetzen“, ans andere Ufer übersetzen, wo alles verheißungsvoll und besser erscheint oder übersetzen von Sprache und Bedeutung schöpfte das Blaue Einhorn ebenso unerwartet geheimnisvoll wie tiefschürfend Übersetzungen.

Doch zuvor begleiteten sie im Vorkonzert die jungen Sängerinnen Alina Steiner, Franca Jäger, Raphaela Jonait und Rebecca Pfaff von der Jugendmusikschule Neuenbürg. Tosenden Applaus erhielten die Nachwuchssängerinnen aus der Klasse von Claudia Wehrstein und Anerkennung der Profis aus Dresden. „Was brauchen wir einen Song Contest wo wir solche Talente unter uns haben?“, so einer der Blauen Einhörnern.

Dann setzten die Dresdner ihre schwarzen Hüte auf und gaben „Gesänge auf schwankendem Boden“ zum Besten. Ihre musikalische Reise ging nach Finnland, Spanien und Portugal sowie in osteuropäische Länder. Wehmut und Sehnsucht spiegelten sich in den Liedern vom Weggehen wider. Frontmann Paul Hoorn, der vor 20 Jahren mit Andreas Zöllner das Blaue Einhorn gegründet hatte, sang mit kratziger Stimme ein bosnisches Lied voll Wehmut und Leidenschaft, von  übersetzen in ein vergessenes Land hinter dem imaginären Vorhang, ins Land Alkohol.

Die Musiker sangen vom Seiltänzer, der beim Übersetzen auf dem Hochseil ein zu frühes tragisches Ende nahm. Das Musikerquartett setzte übers Meer mit Kreuzfahrerliedern voll Leidenschaft, die sie selbst beim Musizieren mitriss. „Auf dem Grund des Meeres hinterlasse ich meinen Gesang“, so hörte man Dietrich Zöllner singen.

Mit viel Spielfreude und großem handwerklichem Können überzeugten die Dresdner das Publikum. Die beiden Gründer Paul Hoorn, Akkordeon, Trompete und Chalumeau und Andreas Zöllner, Gitarre, Bouzuki und Posaune haben inzwischen Florian Mayer,  Violine und Bass sowie Dietrich Zöllner, Kontrabass, Thüringer Waldzither, Bauchgeige und Tuba ins Quartett geholt. Alle vier können aber auch raumfüllend singen, wie sie a capella bei einem Weihnachtslied der Kosaken  eindrucksvoll bewiesen haben.  Voll Temperament und Leidenschaft wollten die Dresdner Musiker das Konzert mit bosnischen Liedern zum Fest des Heiligen Georgs beenden. Zwei Zugaben wurden stürmisch gefordert. „Zum achten Mal sind wir mit Musik aus Dresden zu Gast im Autohaus“, sagte Dorothee Schumacher, Vorsitzende des Freundeskreises Musik aus Dresden und dankte allen Beteiligten, die die große Umbauaktion mitgetragen haben.
Waltraud Günther / Pforzheimer Kurier 

 

 

 

 

Ein Meister der Klarheit
Sensationell: Vadim Chaimovich eröffnet die Reihe „Musik aus Dresden"

Welch' ein Auftakt: Die Reihe „Musik aus Dresden" hätte sich zur Saisoneröffnung im Schloss Neuenbürg niemand Besseren wählen können als den Pianisten Vadim Chaimovich. Der Litauer ist ein Tastenvirtuose der ganz subtilen Art und versteht es, mit schlichter Klarheit und beinahe regungsloser Körpersprache einen ungeheuer suggestiven Zauber auszulösen. Chaimovich beherrscht die leisen Töne wie kein anderer, hat eine Vorliebe für klare Zäsuren und transparente Kontraste. Großes Tamtam ist nicht sein Stil.

Poetische Traumlandschaften

So kommen Galuppis Sonate Nr. 5 C-Dur und Mozarts Klaviersonate B-Dur, KV 28,1 mit kindlich-verträumter Freude daher, leicht im Anschlag, pointiert in der Melodienführung. Mozarts Andante gestaltet der Preisträger vieler nationaler und internationaler Klavierwettbewerbe mit Zartheit, den Schlusssatz mit virtuoser Dynamik und kernigen Akzenten. Dennoch: Der Funke zum Berühren fehlt zu Beginn des Konzertes noch. Vielleicht liegt es an der teilweise recht nüchtern wirkenden Anschlagskultur, vielleicht an den etwas merkwürdigen Verzögerungen bei Mozarts Kopfsatz. Mit Liszts „Vallée d' Obermann" ändert sich das. Ausdrucksstark, mit schweren, langsamen und pedalreichen Klängen, meistert Chaimovich dieses Stück. Einfach wunderbar, die kraftvollen Akkorde zu Beginn, die zwei leisen, aber äußerst pointiert gesetzten Akkorde zur Überleitung in den leidenschaftlichen Final-Teil.

Wie poetische Traumlandschaften wirken Chopins Mazurken op. 63 Nr. 2 und 3, in sich ruhend, unbeschwert und ohne viele Schnörkel auch dessen Nocturne op. 9 Nr. 2. Einen kleinen Abstecher von seiner klaren Linie macht der Pianist bei Liszts „Loreley" mit leicht verschwommenen Klängen. Eindrucksvoll ist die immer zarter werdende Tonschleife am Schluss. Ein donnernder Ritt über die Tastatur stellt Chaimovichs „Mephisto-Walzer" Nr. 1 von Liszt dar. A sind atemberaubende Glissandi, neckisch-spritzige Staccato, aber auch feinste Momente im pianissimo neben wuchtigen Bässen.

Bemerkenswert auch das Vorkonzert von Igor Knebel. Der 14-jährige Nachwuchspianist zeigt mit Liszts „Vogelpredigt des Hl. Franz von Assisi" aus den „Legenden" ein großes Gespür für Details.
Anita Molnar/ Pforzheimer Zeitung  

 


Niklas Horak und David Gross

 

Kulturelle Kostbarkeiten aus Dresden
Einheimische Nachwuchskünstler aus Neuenbürg bereichern die Birkenfelder Musikreihe

Vorfreude auf die Veranstaltungen und Lust auf Dresdner Kostbarkeiten weckte der Birkenfelder „Freundeskreis Musik aus Dresden" bei der Vorstellung des Jahresprogramms.

Umrahmt wurde dies mit musikalischen Leckerbissen, gespielt von begabten Schülern der Jugendmusikschule Neuenbürg und einem kunsthistorischen Bildvortrag. Claudia Baumbusch stellte das Dresdner Albertinum vor. Das ehemalige Zeughaus am Elbufer aus dem 16. Jahrhundert wurde im vergangenen Jahr nach einer 51-Millionen-Sanierung und pfiffiger architektonischer Meisterleistung als Kunstgalerie „Neue Meister" eröffnet.

Ein Konzert gaben im Anschluss die Nachwuchskünstler Niklas Horak und David Gross an der Gitarre, sowie die Klaviersolisten Verena Pfaff, Luca Gengenbach, Igor Alexander Knebel und Marie-Therese Zahnlecker. Die Vorsitzende des Freundeskreises, Dorothee Schumacher, die seit 20 Jahren die Musik aus Dresden federführend und mit viel Herz blut nach Birkenfeld holt, stellte das Programm im Jubiläumsjahr vor. Bereichert wird es auch von Künstlern, die nur Verbindung zu Dresden haben wie Vadim Chaimovich aus Litauen. Er gibt am 15. April ein Klavierkonzert im Schloss Neuenbürg. Im Vorkonzert, das bei allen Veranstaltungen Schüler der Jugendmusikschule Neuenbürg gestalten, wird der 13-jährige Meisterschüler und 16-fache Preisträger Igor Alexander Knebel am Klavier spielen.

Alte Bekannte wieder dabei

Am 14. Mai ist „Das Blaue Einhorn" zu Gast im Autohaus Bäzner und Herzog in Birkenfeld. Ebenfalls alte Bekannte sind die Elb Meadow Rambiers, die am 2. Juli auf dem Pausenhof der Birkenfelder Ludwig-Uhland-Schule Dresdner Jazz mit Tradition spielen. Tags drauf am Sonn tag geben die Jazzer ein kostenloses Kinderkonzert im Schulhof. Das Jubiläumskonzert mit dem Trompeter Ludwig Güttler und dem Leipziger Bach Collegium am 14. Oktober ist jetzt schon nahezu ausverkauft. Musik und vorweihnachtliche Lieder aus dem 17. und 18. Jahrhundert präsentieren „Venitas Pastores" in der evangelischen Kirche Birkenfeld am 11. Dezember. Sopranistin Barbara Christina Steude wird von Jan Katzschke an Cembalo und Orgel begleitet.

Seit 30 Jahren kommen regelmäßig namhafte Künstler aus Dresden. Angefangen hat dies mit dem Star-Trompeter Ludwig Güttler. Die Initiative ging von Pfarrer Hans Haag und seiner aus Dresden stammenden Frau Ursula aus, die über Mauer und Stacheldraht hinweg Künstler nach Birkenfeld einluden.
Waltraud Günther / Pforzheimer Zeitung 

Veranstaltungen 2010

 

Voller Liebreiz und Lyrik
Sopranistin Romy Petrick gastierte bei Musik aus Dresden in Birkenfeld

Nicht immer ist die menschliche Stimme in der Lage, zu verzaubern, zu berühren oder gar mitzureißen. Die wunderbar leicht geführte Gesangsstimme von Romy Petrick aber sehr wohl. Es ist ein Genuss, der zierlichen Sopranistin, die seit einem Jahr zum Solistenensemble der Sächsischen Staatsoper Dresden gehört, zuzuhören. Und so wird der von ihr gestaltete Liederabend in der evangelischen Kirche Birkenfeld zu einem Erlebnis und zu einem gelungenen Abschluss der diesjährigen Reihe von „Musik aus Dresden".

Einen bunten Strauß an klassischen und modernen Liedern hat Romy Petrick mitgebracht. Voller Lieb reiz ist zum Beispiel Schumanns Liederzyklus „Myrten" - sinnlich im Ausdruck, mühelos in der Technik. So kommt etwa das „Rätsel" wunderbar spielerisch mit einem feinem aushauchenden Schluss daher, schmerzvoll dagegen die Liebesbotschaft in „Weit weit", flatterhaft - aufgeregt die „Hochländer-Witwe" und lyrisch verträumt die „Lotusblume". Beeindruckend sind der Stimmumfang der Sängerin und die Sicherheit in den Lagen, selbst in der Tiefe wie bei „Aus den hebräischen Gesängen".

Petrick hat Ausstrahlung und verfügt über eine angenehm klare und kraftvolle Stimme. Mühelos und koloraturenstark meistert sie Mozarts „Abendempfindung" oder Schuberts „Des Mädchens Klage". Dessen „Forelle" interpretiert sie derart erfrischend, dass das Publikum fast zum Applaus ansetzt. Hierbei erweist sich auch der Pianist Jobst Schneiderat als Meister seines Fachs. Nachdrücklich im Rhythmus verleiht er der „Forelle" zusätzlich Esprit und Witz. Schneiderat, seit über zwanzig Jahren an der Semperoper tätig, ist ein ausgezeichneter Liedbegleiter und aufmerksamer Zuhörer. So lässt er beispielsweise auch die melancholische Stimmung bei den sieben frühen Liedern von Alban Berg leise nach klingen.

Petrick scheint sich bei den Klassikern wohler zu fühlen, schafft aber exzellent die plötzlichen Oktavsprünge und hohen Töne bei Manfred Trojahns kurzen Liedern aus dem Zyklus „Nachtblumen". Mit Strauss' „Ich wollt ein Sträußlein bin den" sorgt sie für einen schönen Aus klang des Abends.
Anita Molnar/Pforzheimer Zeitung

Anmerkung: Im Vorprogramm interpretierte Igor Alexander Knebel aus der Klavierklasse von Ljiljana Borota in beeindruckender Weise Werke von Franz Liszt und Rodion Schtschedrin.

 

Betagte Lieder neu in Szene gesetzt
„Dresdner Salondamen" begeistern mit Melodien der 20er- und 30er-Jahre

Es war ein Abend, der allen großen Spaß bereitete: Den fünf Dresdner Salondamen ebenso wie den knapp 200 Besuchern, die den Saal im Reuchlinhaus bei dem vom Birkenfelder Freundeskreis „Musik aus Dresden" organisierten Konzert füllten. Schon zum dritten Mal war das kleine Salonorchester von der Elbe an die Würm gekommen, um dem Publikum mit Liedern aus den 20er-und 30er-Jahren einen kurzweiligen Abend zu bescheren.

Das Unterfangen glückte hervorragend: Am Ende gab es für Susann Jacobi (Gesang und Violine), Silke Krause (Flügel), Cecille Pfeiff (Klarinette, Saxofon und Gesang), Franziska Graefe (Violine und Gesang) sowie Juliane Gilbert (Cello und Bass) so viel Beifall, dass sich Dorothee Schumacher als Freundeskreis-Vorsitzende überzeugt zeigte: „Das war nicht ihr letztes Konzert bei uns." Auch Marie-Luise Auerbach-Fröhling, Vorsitzende des Fördervereins Schmuckmuseum Pforzheim, war von dem Konzertabend im Reuchlinhaus angetan. Schumacher habe mit ihrem Engagement nicht nur die Musikerinnen aus Sachsen in den Nordschwarzwald, sondern auch Pforzheim und Birkenfeld näher zusammengebracht, resümierte Auerbach-Fröhling, die den Konzertabend in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Schmuckmuseums mitorganisiert hatte.

Es waren einerseits die beschwingten Melodien und humorvollen, bisweilen etwas verruchten Texte der Stücke, die das Auditorium begeisterten. Augenzwinkernd wurde klangvoll der Liebe und dem Glück nachgespürt - mal in der Bar zum Krokodil am Nil, mal beim Küssen in Dunkelheit. Dass längst nicht alle Männer den Idealvorstellungen der Frauen entsprechen, daraus machte das fröhliche Quintett keinen Hehl, kam aber dann doch zu dem versöhnlichen Schluss: Die Männer sind schon die Liebe wert.

Nicht nur die Arrangements der betagten Lieder waren gelungen. Auch dass der fröhlich-flotte Fünfer neuere Klänge wie Grönemeyers „Wann ist ein Mann ein Mann" verschmitzt integrierten, war gekonnt gemacht. Nur eins mag man den Damen am Ende nicht glauben: „Das gibt's nur einmal, das kommt nie wie der." Dorothee Schumacher jeden falls mutmaßt anderes.
Ralf Recklies/ Pforzheimer Zeitung

 

 

Peter und der Wolf
Eine Erzählung für Kinder

Gespannt lauschten über 50 Kinder auf der Empore in der Birkenfelder Kirche der Erzählung von Peter und der Wolf, einem musikalischen Märchen von Sergej Prokofjev. Im gemütlichen Ohrensessel las Hans-Joachim Zahnlecker die Geschichte vor, zu der seine Frau Susanne Schmidt-Zahnlecker an der Kirchenorgel die Menschen und Tiere musikalisch darstellte. „Das macht uns selbst so viel Freude, wir machen das gerne“, sagte Zahnlecker. „Ich konnte bei der Musik hören, wie der Wolf tapst“, sagte der achtjährige Johannes  am Ende der Geschichte. Wer wollte, durfte selbst einmal auf die Orgelbank sitzen und auf den Tasten klimpern. Die Füße allerdings waren zu kurz, um auch dort an das Fußmanual zu kommen. Zahnlecker führte die Kinder dann in kleinen Gruppen ins Innere der Pfeifenorgel. Das war für die meisten wie der fünfjährigen Patrice ganz neu und spannend. Staunend sahen sie um sich und in die Höhe. Auf zwei Etagen sind 1726 Pfeifen aus Holz und aus Metall. Johannes und  der fünfjährige Etienne haben beobachtet, wie der Blasebalk Luft in ein großes Ofenrohr zu den oberen Pfeifen bläst. Dem dreijährigen Frieder war es jedoch zu laut, als die Pfeifen ertönten. Er ist Stammgast bei den kostenlosen Kinderkonzerten, die der Freundeskreis von Musik aus Dresden in Zusammenarbeit mit ObenAuf, dem Verein für die Förderung der musischen Jugendbildung,  jedes Jahr veranstaltet. „Im nächsten Jahr ist Jazz für Kinder geplant“, sagte Vorsitzende Dorothee Schumacher von Musik aus Dresden.
Waltraud Günther / Pforzheimer Kurier 

 

 

Für akustisches Wohlgefallen gesorgt.

Musikalische Edelkultur mit dem Dresdner Kreuzchor
in der evangelischen Kirche Birkenfeld

Zugegeben - kein leichtes Unterfangen ist es, ein gestähltes Kritikerherz schmelzen zu lassen wie die sprichwörtliche Butter an der Sonne. Wenn aber - wie nun geschehen in der ausverkauften evangelischen Kirche Birkenfeld - eine musikalische Darbietung von den ersten Tönen an gefangen nimmt, mitreißt, anrührt, hinwegführt in die Sphären der Ohrenfreude, dann darf, ja muss gegriffen werden zu dem altmodisch gewordenen Wort Wohlgefallen.

In Birkenfeld war es der Dresdner Kreuzchor, kurz die Kruzianer genannt, der unter der angenehm unaufgeregten Leitung des langjährigen Kreuzkantors Roderich Kreile das Tor zum Zauberreich musikalischer Edelkultur öffnete. Selbst die sperrig trockene Akustik, der eingeschränkte Platz für die jugendlichen Sänger und die sommerliche Stauhitze in der Kirche vermochten nicht, die exorbitanten Qualitäten dieses weltweit gefeierten Ensembles zu mindern. Mal als durchsichtiges, feinnerviges Klanggespinst, mal mit dem Charakter eines satt brausenden Pleno auf der Orgel durchmisst der Chor alle Schattierungsmöglichkeiten vokaler Schönheit. Trägt den Hörer förmlich auf klangkoloristischen Engelsflügeln in Mendelssohns Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen", lässt in Monteverdis „Laudate pueri" das aufjubelnde Knabenlob ton gewordene Gegenwart werden. Die strahlstarken, doch niemals höhenscharfen Knabensoprane und die klangweichen Knabenalte kontrastieren ungemein reiz voll zu den ausdrucksstarken Tenören und profunden Bässen der Jungmänner, entwickeln ein packendes, geradezu stürmisches Gegeneinander in „Jesus und die Krämer" von Zoltan Kodaly.

Durchhörbar bis in die letzten Verästelungen und dennoch ein affektenbetontes Klangerlebnis die kontrapunktische Feinstickerei in der Bach-Motette „Fürchte dich nicht", BWV 228, oder das frühbarocke „Gloria, laus et honor" von Melchior Vulpius. Keinerlei Textstütze durchs Programmheft bedarf es, um die deutschen oder lateinischen Worte zu verstehen, was dann auch zwei subtil auf gebauten Motetten von Heinrich Schütz und Giovanni Gabrielis beherzt gesungenem „Jubilate Deo" mehr als zugute kommt. Wenn dann als Schlusspunkt vor der Zugabe die Kruzianer eine Brahms-Motette an stimmen als säßen die Engel höchst selbst beim Klangfestmahl, dann wird selbst die unfrömmste Seele genussvoll erschauern.

Ein Extralorbeerblatt verdient hat sich Susanne Schmidt-Zahnlecker. Die Birkenfelder Organistin, Schülerin des lange in Pforzheim wirkenden Kirchenmusikdirektors Rolf Schweizer, ergänzte den Auftritt des Dresdner Kreuzchors mit einem leuchtkräftig angelegten Präludium von Ferdinand Thieriot und Bachs präzise und schwungvoll herausmodelliertem Präludium und Fuge a-Moll, BWV 543. Kurzum: Ein Abend des akustischen Wohlbehagens. Fabelhaft!
Sebastian Giebenrath/Pforzheimer Zeitung

Freundeskreis von Musik aus Dresden
holten den Kreuzchor nach Birkenfeld

Schöner können Gebete kaum sein. Zu einem fantastischen Klangerlebnis wurde das A-cappella-Konzert des berühmten Kreuzchores aus Dresden in der ausverkauften Birkenfelder Kirche. Pfarrer Rainer Boy war ganz ergriffen und hätte die Glocken geläutet um den Glanz in seiner Kirche zu würdigen, aber er wusste nicht, wie man sie einschaltet. Aus über 80 Knabenkehlen zwischen neun und 19 Jahren erklangen Motetten zur Ehre Gottes und dem Entzücken von fast 400 Besuchern der Birkenfelder Kirche. Die letzten Sonnenstrahlen fielen schräg durch die Kirchenfenster auf die Knaben und zauberten goldene Lichtstreifen auf die Goldkehlen. Das Volumen der Stimmen hätte ein Vielfaches des Kirchenraumes erfüllen können. So sind es die Kruzianer auch gewöhnt. Der Kreuzchor ist einer der älteste Knabenchöre in Deutschland. Gegründet vor über sieben Jahrhunderten als Lateinschule an der heutigen Kreuzkirche wurde die mittelalterliche Tradition von liturgischen Knabengesängen bis heute erhalten. Kreuzkantor Roderich Kreile fordert selbst die jungen Kruzianer mit ihren vibratofreien Sopranstimmen zu künstlerischen Hochleistungen. Die Gäste waren ergriffen von dem bis zu achtstimmigen Motetten wie bei Felix Mendelssohn Bartholdys „Mitten wir im Leben sind“ und „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ aus „Drei Kirchenmusiker“ oder „Jubilate Deo“ von Giovanni Gabrieli. Die Knaben sangen Lieder aus dem 17. Jahrhundert ebenso akzentuiert und mitreißend wie junge Chorliteratur aus dem vergangenen Jahrhundert. Eisern hielten die Jungs in der Hitze durch und gaben ihr Bestes. Kreuzkantor Kreile legt hohe Maßstäbe an die Qualität des Kreuzchores, mit dem er in großen Kirchen und Konzertsälen bei Ur- und Erstaufführungen immer wieder Anerkennung und Beachtung der Fachkritik erfährt. Nicht weniger euphorisch war das Birkenfelder Publikum und forderte mit lang anhaltendem Beifall Zugabe. Zwei Stunden sangen die Dresdner Knaben, nur unterbrochen vom Orgelspiel von Susanne Schmidt-Zahnlecker, die großen Beifall für Präludium Es-Dur von Ferdinand Thieriot und Präludium et Fuga a-Moll von Johann Sebastian Bach erhielt.

Schließlich ist es auch eine Ehre und Verpflichtung, das hohe Niveau, für das der Kreuzchor weit über deutsche Grenzen hinaus bekannt ist. Obgleich sie in der Kreuzkirche Dresden fest verwurzelt sind, waren sie gerne gesehene und gefeierte Gäste bei Tourneen in Deutschland und Europa bis nach Japan, Israel, Kanada, Südamerika und die USA.

Jedes Jahr werden 24 Knaben in die vierte Klasse am Alumnat, dem Internat des Chores, aufgenommen. Voraussetzung ist, dass ein Instrument an einer Musikschule erlernt wurde, entsprechende Musikalität und Stimme, um darauf aufbauen zu können. Bis zum Abitur wohnen die meisten Kruzianer im Alumnat und werden im Chor und einzeln gefördert.

„Es erstaunt mich, dass es so weit weg von Dresden einen Freundeskreis für Musik aus Dresden gibt“, sagte Kreile. Das sei wohl einzigartig. „Ich habe nicht einmal gewusst, wo Birkenfeld liegt.“ Noch mehr staunte der Kantor, dass es diesen Freundeskreis mit der intensiven persönlichen Bindung zu Dresden und seinen Künstlern schon seit fast 30 Jahren gibt. Als er dann die persönliche und liebevolle Betreuung bemerkte, wusste er auch, warum seine Dresdner Kollegen den weiten Weg nach Birkenfeld so gerne auf sich nehmen. Seit fast 20 Jahren ist Dorothee Schumacher die gute Seele und Vorsitzende des Freundeskreises. Und sie ist bei Dresdner Künstlern berühmt nicht nur für ihre Maultaschen.
Waltraud Günther / Pforzheimer Kurier

 

 

Bestechende Klangkultur
Umjubelter Auftritt der „Salzburg Comedian Harmonists" in Birkenfeld

Wahrhaft grauslich gemuffelt haben muss sie, die Königin. Denn Isabella von Kastilien hatte geschworen, erst dann wieder die Wäsche zu wechseln, wenn die letzten Araber aus Spanien vertrieben seien. Doch das dauerte jahrelang bis 1492, weshalb Isabellas ursprünglich weiße Unterkleidung jenen bräunlich grauen Ton bekam, der in der Modewelt isabellfarben genannt wird. Höchst farbenreich indes, temperamentvoll und mit königlicher Grandezza tauchte jetzt eine weitere Isabella von Kastilien in Birkenfeld auf.

Aber - ach! - sie musste die Gunst des scharenweise ins Autohaus Bäzner und Herzog getigerten Publikums teilen mit anderen Damen namens Marie, Veronika, Sonja oder Daisy. Sogar Badewasser, Spargel, Ali Baba, ein Rumba in Kalumba, Diamanten, Matrosen und - es ist nicht auszuhalten! - ein kleiner grüner Kaktus machten der Königin Konkurrenz, ganz zu schweigen von einer „Dancing Queen".

Bevor jedoch die „Salzburg Comedian Harmonists" ihren umjubelten Auftritt hatten, gab's im Vorkonzert eine Kostprobe vom Ausbildungsstandard in der Jugendmusikschule Neuenbürg. Frank Goebel und seine beiden sechzehnjährigen Schüler Christian Förschler und Felix Kolb servierten forsch zwei vierhändige Stücke von Robert Schumann und Fanny Hensel (die Schwester Mendelssohns) als klavieristische Kraftsuppe und die lustig aufgezäumte Rumba „Tequila Sunrise". Welche Töne dem nicht sonderlich edlen Flügel noch zu entlocken sind, demonstrierte dann Klaus Eibensteiner, der mit pianistischer Delikatesse die Gesangskünste der „Salzburg Comedian Harmonists" stützt und umrahmt.

Obwohl die fünf Kehlkopfakrobaten nur selten zusammenkommen, haben sie eine bestechend homogene Klangkultur entwickelt, verblüffen mit rhythmischer Präzision und einem vokalen und stilistischen Können, das ihrem Vorbild, den legendären „Comedian Harmonists", kaum nachsteht.

Philipp Caspari (1. Tenor und Countertenor), Maximilian Kiener (2. Tenor), Markus Schmid (3. Tenor), Erasmus Baumgartner (Bari ton) und der Bassist Oliver Baxmann, allesamt musikalisch mit Salzburg verbunden, lassen in ihrem Programm „Veronika, der Lenz ist da" all jene Lieder wieder aufblühen, die ihr Vorbild vor 80 Jahren weltberühmt machten: Witzige, amüsante Texte, süffige Melodien und raffinierte Arrangements - unsereins muss sich heutzutage mit Florian Silbereisen begnügen. Doch nicht nur „Lass mich dein Badewasser schlürfen" oder der „Maskenball im Gänsestall" feierten in der gut durchchoreografierten Show fröhliche und vokal brillante Urständ. Auch Marilyn Monroes „Diamonds are a Girls best friends" oder der urkomisch verfremdete Abba-Hit „Dancing Queen" rissen das Publikum mit. Als dann als eine der Zugaben, mit Jodeleinlage garniert, „Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt" zum herrlich blödeln den Tableau vivant mutierte, hätte sich Isabella von Kastilien bestimmt überlegt, ob sie nicht doch die Wäsche vorher wechselt - als Kompliment an die „Salzburg Comedian Harmonists".
Sebastian Giebenrath/Pforzheimer Zeitung

 

Dichter ohne Denkmal
Heine-Abend bildete den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Musik aus Dresden“ in Birkenfeld

Ein grauer Sockel und ein kleines Bild des jugendlichen Heinrich Heine. Mehr Ausstattung ist nicht notwendig, werden die bei den Dinge doch so dezent und doch bedeutungsschwer eingesetzt: Erst steht das Bild auf dem Klavier, mal auf dem Podest, dann liegt es auf seinem Gesicht oder wird sogar aus seinem Rahmen herausgelöst. Auch die Säule ist variabel; mal dient sie als Sitzgelegenheit, dann als Liege, als Säule oder auch als Träger eines mit den deutschen Farben geschmückten Lorbeerkranzes. Mit ihrem Hei ne - Abend unter dem Titel „Das Glück ist eine leichte Dirne" am Freitagabend in der Aula der Ludwig - Uhland - Schule setzte der Theaterkahn Dresden dem deutschen Dichter ein ehrfurchtsvolles Denkmal und verwies gleichsam auf dessen bis heute noch zwiespältige Rezeption.

„Die Freiheit der Meinung setzt voraus, dass man eine hat.", „Weise erdenken neue Gedanken, und Narren verbreiten sie." und „Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen." Heine war ein leidenschaftlicher Kämpfer für Freiheit in allen Lebensbereichen und scharfsinniger Kritiker von Dummheit, Unwissenheit und nationalem Gedankengut. Doch auch über die Liebe zu den Frauen hat der unter dem Namen Harry Heine 1797 in Düsseldorf geborene Schriftsteller viele ergreifende Lieder und Gedichte verfasst. Der Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge bewältigte die Aufgabe, den jungen, drängenden Dichter ebenso empathisch zu rezitieren wie den alternden, nachdenklichen Polemiker, den politisch engagierten Deutschlandkritiker ebenso zu geben wie den von Heimweh gequälten Emigranten, der 1831 nach Paris übersiedelte, wo er 1856 starb und auch begraben ist. Unterstützt vom Michael - Fuchs -Trio sang Junge viele Lieder und brachte damit auch die eher weniger bekannte Seite Heines zum Leuchten.

Junge überraschte mit einer unglaublichen Bandbreite darstellerischen Könnens, mit dem er sowohl die leisen als auch die lauten Töne von Heines Werk beeindruckend darzustellen wusste. Hilfreich für den Zuschauer wären jedoch ein paar wenige Kommentare zu Werk und Lebenslauf des Dichters gewesen. Auch eine kurze Erläuterung des jahrelangen sogenannten „Denkmalstreits" um die Würdigung von Heines Werk durch seine Heimatstadt Düsseldorf hätte den Einsatz von Bild und Sockel sicherlich erklärend unterstrichen.

Eingeleitet wurde der Abend durch das Vorkonzert des sehr talentierten Schülers der Jugendmusik schule Neuenbürg / Birkenfeld, Oliver Maiwald.
Sabine Hägele / Pforzheimer Zeitung

 

Glanzlichter der Region

Über 4000 Einsendungen mit rund 1400 Nennungen gingen beim Jubiläums- wettbewerb der Sparkasse Pforzheim Calw ein. Unterschiedlichste Bereiche  wurden ausgewählt wie Firmen, Kultureinrichtungen vor allem in Pforzheim aber auch Gebäude oder Landschaftsbereiche. Für sein großes bürgerschaftliches Engagement für Birkenfeld und weit darüber hinaus erhielt Musik aus Dresden am vergangenen Mittwoch in einer kleinen Feierstunde in der Zweigstelle der Sparkasse Pforzheim Calw die Auszeichnung in diesem Bereich für Birkenfeld. Die Veranstaltungsreihe der Evangelischen Kirchengemeinde, organisiert und durchgeführt vom Freundeskreis und unterstützt von der Gemeinde Birkenfeld, dem Enzkreis und Sponsoren, strahlt mit seinen hervorragenden Konzerten weit über den Enzkreis hinaus. Neben  der Begegnung mit bekannten Künstlern erleben die Besucher bei allen Veranstaltungen auch junge Musikerinnen und Musiker in den Vorkonzerten. Diese Förderung junger Talente, sowie das Heranführen von Kindern an die Musik ist neben der Veranstaltungsreihe das besondere Anliegen von Musik aus Dresden.  Deshalb war die Hoffnung aller Redner, dass dieses Glanzlicht von Birkenfeld aus noch lange weit in die Region strahlen möge.

In den nächsten zwei Wochen präsentiert sich Musik aus Dresden in der Kundenhalle der Zweigstelle den interessierten Besuchern.

 



Dresdner Kostbarkeiten

Unter diesem Titel fand zum zweiten Mal die sehr gut besuchte Vorstellung des Jahresprogramms Musik aus Dresden am Samstag im Martin-Luther-Gemeindehaus statt. Den ersten Teil des Abends gestalten traditionell junge Musikerinnen und Musiker, die zum Teil schon an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen haben. Mit „The Entertai ner" von Scott Joplin, schwungvoll gespielt von Verena Pfaff, wurde der Reigen der jungen Musiker eröffnet. Ihre Schwester, Rebecca Pfaff, erfreute die Zuhörer mit einer hervorragenden Wiedergabe des Grand Valse Brillante von Frederic Chopin. In die Barockzeit führten die bei den Flötistinnen Sonja Zillner und Miriam Peter mit dem Duett in c-moll von Georg Philipp Telemann. Ein besonderes Musikerlebnis bot Tillmann Haag, Posaune, begleitet am Klavier von Frank Goebel. Die Posaune, in der Regel in Korrespondenz mit anderen Blechblasinstrumenten, wurde an diesem Abend als Soloinstrument in unterschiedlichsten Kompositionen vorgestellt. Ob in der getragenen Sonata in f-moll von Telemann, dem Kirchenlied „ein feste Burg ist unser Gott" oder zum Abschluss mit den jazzigen Titeln von Snidero, die Zuhörer waren gebannt von der Vielfältigkeit des schwer zu spielenden Instrumentes. Den Abschluss des ersten Teils bildete „Pour le piano" von Claude Debussy, wahr haft meisterlich vorgetragen von Marie-Therese Zahnlecker. Sie wurde mehrfach bei Wettbewerben ausgezeichnet und war im vergangenen Jahr erste Preisträgerin beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert. Ihr technisch hervorragendes Spiel, die genaue Ausarbeitung in den einzelnen Sätzen des pianistisch anspruchsvollen Werkes, begeisterte die Zuhörer. Im zweiten Teil des Abends stellte Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch „Dresdner Kostbarkeiten" vor. Nach dem Grünen Gewölbe im vergangenen Jahr, zeigte sie, passend zum 300jährigen Bestehen der Porzellanmanufaktur, die spannende Geschichte der Entstehung des Porzellans am Dresdner Hof auf. Einem Thriller glich diese Erforschung der Herstellung, die in wunderbaren Porzellanfiguren und anderen Porzellangegenständen, gefertigt von großen Künstlern, ihren Höhepunkt fanden. Wie immer fesselte Frau Baumbusch ihre Zuhörer, sodass es fast eine Selbstverständlichkeit war, dass die Vorsitzende des Freundeskreises, Dorothee Schumacher, bei ihrem Dank sie gleich zu einem neuen Vortrag im kommenden Jahr einlud. Dieser Dank galt auch den jungen Musikerinnen und Musikern, die hoffentlich auch im nächsten Jahr bei der Auftaktveranstaltung von Musik aus Dresden ihr Können unter Be weis stellen werden.

Veranstaltungen 2009


 

„Welch artiges Musizieren“
Cappella Musica Dresden schafft mitreißende Barockfestlichkeit

Ihre körperlichen Vorzüge brachten ihr die Gunst eines Königs ein, die geistigen und musischen Interessen verschafften ihr die Zuneigung berühmter Künstler am Hof von Dresden, weshalb denn auch Aurora von Königsmarck im Jahr 1713 von dem Musikschriftsteller Johann Mattheson seine Schrift „Das Neueröffnete Orchestre" gewidmet bekam. Und gewiss hätte die Mätresse August des Starken huldvoll genickt, wenn sie gehört hätte, was nun die Cappella Musica Dresden in der gut gefüllten evangelischen Kirche Birkenfeld an musikalischem Barockgeschmeide darbot.

Bevor jedoch das sechsköpfige Ensemble anhub zu einem ausnehmend schönen Musizieren, warteten Schülerinnen der Jugendmusikschule Neuenbürg auf mit einem ebenfalls dem Barock gewidmeten Blockflötenkonzert. Romana Gratzer, Johanna Ziller, Sonja Ziller, Miriam Peter und Ulrike Sparn (Cembalo) gestalte ten den überaus erfreulich klingenden Leistungsnachweis jugendlichen Übungsfleißes.

Beste Dresdner Musiktradition fortzusetzen vermögen der exzellente Gambist Thomas Grosche, Susanne Branny (1. Violine), Jörg Kettmann (2. Violine) Cornelia Schumann (Bratsche), Andreas Priebst (Cello), Helmut Branny (Kontrabass), und fingerflink an Cembalo und Orgel Jobst Schneiderat. Vor allem der Primaria muss ein Ehrenkränzlein geflochten werden für ihre beherzt musikantische, mit raffinierter Dynamik und bezauberndem Farbreichtum aufgeladene Spielweise. So gewannen Corellis Concerto grosso op. 6, Haydns Divertimento D-Dur und Telemanns Suite D-Dur für Viola da Gamba und Streicher jenen Schwung und jene mitreißende Barockfestlichkeit, die dem Ohr ausgesprochen wohl tut.

In Händels anfänglich etwas behäbig angegangenem Orgelkonzert B-Dur erwies sich Schneiderat als kultiviert-virtuoser Solist. Thomas Grosche entlockt seiner Viola da Gamba jene Engelstöne, die Musikfreunde der frühen Barock zeit zu begeistern wussten. In Buxtehudes Sonata a-Moll und vor allem in den spieltechnisch höchst an spruchsvollen Solostücken von C. F. Abel entfaltete sich pointierte Klangstickerei. Die königliche Mätresse hätte zu diesem beifallumrauchten Konzert gewisslich gesagt: „Welch artiges Musizieren, ich bin ästimiert."
Pforzheimer Zeitung (Sebastian Giebenrath) 

 

Pfiffig und tiefsinnig
Karalis Bass Quartett begeisterte mit Fugen und Tangos bei „Musik aus Dresden"

Ein beständiger Kontrabass-Rhythmus schwingt unaufdringlich durch den Raum. Süßlichleise tritt der Klang von drei Celli hinzu. Er steigert sich in sanftem Crescendo und gipfelt schließlich in einem ausdrucksvollen Geflecht aus Gefühl und Melodik, bei dem besonders die leisen Töne berühren. Unmittelbar danach ein ungestümes Folklorestück, bei dem die vier Streichinstrumente lustvoll virtuos erklingen. Weniger der nahtlose Übergang von Astor Pizzollas „Oblivion" und Jascha Kreins „Zigeuner Fantasie" zeichnen das gut besuchte Konzert des Karalis Bass Quartetts im Autohaus Bäzner und Herzog in Birkenfeld aus. Schon zum dritten Mal, jedoch in anderer Besetzung, gastiert das 2006 gegründete Ensemble bei „Musik aus Dresden". Es ist vielmehr die gelungene Mischung aus expressiv tiefsinnig und temperamentvoll interpretierten Werken, die bei diesem Konzert überzeugt.

Und insgesamt betrachtet: Die Tänze, ob wild oder langsam, scheinen Robert Witt, Pietro Nappi, Gianluca Pischedda (Violoncello) und Simone Guarneri (Kontrabass) besonders zu liegen. Nach einem entschlossenen Auf takt mit Johann Georg Albrechtsbergers Doppelfuge servieren Quartett-Gründer Robert Witt und die drei Musiker aus Sardinien einen reizvollen Dvorak. Dessen Slawischer Tanz Nr. 2 erklingt mit melancholischer Note in feinen dynamischen Abstufungen. Mit elegantem Pfiff und markanten Rhythmen auch der Rhapsodie Tango von Oscar Stroc. Zackig und lebhaft treiben Witt und Nappi den Dialog mit Pischedda bei Pfisters Argentinischem Tango voran. Exzellent auch Pischeddas Solopartie beim Tango Passionato, wo auch Kontrabassist Guarneri energische Akzente setzt.

Durch seine schlichte Vortragsart besticht das Quartett mit der leisen Serenade von George Goltermann. Stark vibratobetont dagegen die Elegie von Isaak Schwarz. Immer wieder konfrontiert Cellist Robert Witt das Publikum mit Ratespielchen, etwa mit den Melodien aus der „West Side Story" von Leonard Bernstein. Dick auf getragen die Dramatik dann beim „Maria"-Song, spritzig und tempo reich indessen „America". Etwas spannungsarm die 007-Filmmusik von Sergej Drabkin. Ausdrucksstark dafür das Klezmer - Traditional „L'shana haba'a", das das Quartett anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes noch mal als Zugabe präsentiert.

Klezmerstücke meistert auch die junge Klarinettistin Angelina Heling von der Jugendmusikschule Neuenbürg im Vorkonzert. Sie wird von Robert Witt und Simone Guarneri sowie Frank Göbel (E-Piano) begleitet.
Pforzheimer Zeitung (Anita Molnar)

 

Kinderkonzert des Karalis - Quartetts
Karneval der Tiere – vom Elefant zum Schwan 

Birkenfeld wg. Als vollen Erfolg kann der „Freundeskreis Musik aus Dresden“ das Konzert im Autohaus für Kinder ab drei Jahren verbuchen. Über 150 Kinder, Eltern und Großeltern kamen zum „Karneval der Tiere – vom Elefant zum Schwan“, ein Sonderkonzert mit dem Karalis Bass Quartett aus Sardinien. Der Freundeskreis ermöglichte das kostenlose Konzert in Zusammenarbeit mit dem Verein Oben Auf, der sich die Förderung der musischen Jugendbildung zum Ziel gesetzt hat. Gespannt lauschten die Kinder den Musikern, welche Tierlaute sie auf ihren Saiteninstrumenten nachahmen konnten. Man konnte die Wasserschildkröten beim Schildkrötenbuggie an den Strand tapsen hören und das Vogelzwitschern erkannten die Kinder ganz klar bei der Zigeunerfantasie. Kontrabassist Simone Guarneri erzeugte die tiefen Töne des behäbigen Bären, am Violoncello von Robert Witt, Pietro Nappi und Gianluca Pischedda entstanden Entengeschnatter, das Muhen von Kühen und das sanfte Gleiten eines Schwanes über das Wasser. Aber auch Melodien zum Zuhören wie die Westside Story von Leonard Bernstein oder der Slavische Tanz von Antonin Dvorák  faszinierte die Kinder. Besonders spannend wurde es dann, als die Kinder selbst an die Instrumente durften. Dicht umringt waren die Profimusiker aus Sardinien, die bereits am Abend zuvor ein viel gelobtes Konzert an selber Stelle gegeben haben. Die Instrumente waren fast größer als so manches Kind. Dabei warb der aus Dresden stammende Gründer des Karalis Bass Quartetts Robert Witt fürs Musizieren, das so viel Spaß machen kann und für die Musikschulen, an denen man diese und viele andere Instrumente erlernen könne.
Pforzheimer Kurier (Waltraud Günther)

 

 

 


Elb Meadow Ramblers

In Birkenfeld sind die Elb Meadow Ramblers aus Dresden schon alte Bekannte. Zum fünften Mal waren sie zu Gast und begeisterten mit viel Spielfreude ihr zahlreiches Publikum. Der traditionelle Jazz auf dem Schulhof der Ludwig-Uhland-Schule musste allerdings am Samstag nach einem gehörigen Regenschauer in die Pausenhalle verlegt werden.

Der enorme Besucheransturm erforderte dann noch schnelles Aufstellen von weiteren Tischen und Bänken. Denn die Qualität der 1955 in den Elbwiesen in Dresden gegründeten Formation hat sich bei uns längst herum gesprochen. Nicht zuletzt auch das fantastische Büffet des „Freundeskreises Musik aus Dresden“, das eine Auswahl der Köstlichkeiten, die aus den privaten Küchen kamen, schwer machte.

Die Gruppe formte und veränderte sich stilistisch wie auch personell und gilt nun als traditionsreichste Band der östlichen Bundesländer. Seit über 50 Jahren sind die Elb Meadow Ramblers ein akustisch bedeutendes Element im Musikleben ihrer Heimatstadt Dresden, zu deren Ruf sie als „Hauptstadt des Dixieland“ ein gutes Stück beigetragen haben. Ihr Repertoire reicht vom traditionellen und modernen Jazz zu allen Variationen zwischen Oldtime und Mainstream. Sie treffen genau die Erwartungen der Gäste, die jedes Soli mit begeistertem Applaus belohnten. Die Musiker, drei von ihnen sind Berufsmusiker, lieben ihre Musik und haben Spaß daran. Das vermitteln sie auch ihrem Publikum, zu dem sie ein musikalisches Band knüpften. Denn Jazz mit seinen Facetten hat in all den Jahren seine Faszination für die Musiker nie verloren. „Die Musiker übernachten privat bei Fans in Birkenfeld, die sich fast darum reißen, einen der acht  Bandmitglieder zu beherbergen“, sagte Dorothee Schumacher, Vorsitzende des Freundeskreises. Welche enge Verbindung zwischen den Dresdner Künstlern und ihren Gastgebern besteht, wird auch dadurch deutlich, dass immer noch ein Gründungsmitglied der Gruppe gern nach Birkenfeld mitkommt.

Im Vorkonzert mit der eigens für diesen Auftritt neu formierten Big-Band der Jugendmusikschule in  Neuenbürg begeisterten Musikschüler mit „Rock opening“, klassischer Filmmusik aus „Pink Panther“ und dem Zauberer von Oz unter der Leitung von Frank Goebel. Aus seiner und Klassen von Silke Schöninger, Michael Pietsch und Georg Schmid wurde die Brassformation zusammen gestellt. Seit Jahresbeginn kooperieren die Jugendmusikschule und die Musik aus Dresden, um jungen Musikern Gelegenheit zu geben, vor großem, musikbegeistertem Publikum aufzutreten.
Pforzheimer Kurier (Waltraud Günther)

Böse und sarkastisch: getroffen und versenkt.
Das Dresdner Kabarett-Theater »Die Herkuleskeule« nimmt kein Blatt vor den Mund

Einen Rat haben Rainer Bursche und Michael Rümmler, nachdem sie in ihrem Programm des Dresdner Kabarett-Theaters »Die Herkuleskeule« »Die nackte Wahrheit« verkündet haben, fürs Publikum in der Aula der Birkenfelder Ludwig-Uhland-Schule: »Wenn Sie das Gefühl haben, in diesem Land 24 Stunden verarscht zu werden, vertrauen Sie Ihrem Gefühl.«

Es geht ums Fernsehen und das Steigern der Quote, gewürzt mit Songs und nett choreografiert, untermalt mit Mimik und Gestik, musikalisch begleitet von Thomas Wand, beim Auftritt des Duos - veranstaltet vom Freundeskreis »Musik aus Dresden«. Satirisch und ironisch, immer ein bisschen mit sächsisch angehauchtem Mundwerk werfen die Beiden ein grelles Licht auf die Themen: Arbeitsplatzabbau und innere Sicherheit: »Der letzte Fall, den die Polizei aufgeklärt hat, war der Einbruch des Winters.« Mit aberwitziger Wortkreativität, immer das Publikum im Visier betreiben die zwei Kabarettisten im frisch gegründeten privaten Nachrichtensender »nichts 24« ihr bitterböses Spiel, wenn dem im eisigen Mittelmeer schwimmenden und langsam ertrinkenden Flüchtling nach den gestellten Einbürgerungsfragen der Asylantrag verwehrt wird - aber was soll's: Er ist mittlerweile ohnehin schon untergegangen. Offen ausgefochten ist die Medienschelte: »Was ich heutzutage alles so lesen muss, da beneide ich die Analphabeten.« Die Figuren sind humorig gezeichnet, die Lieder gut interpretiert, von Thomas Wand musikalisch fein abgestimmt, der Auftritt rund. Vor allem findet »Die Herkuleskeule« deutliche Worte und nimmt kein Blatt vor den Mund, nicht bei der Wirtschafts- und Finanzkrise und der Kritik an den Bankern: »Ich habe nichts gegen Banker, man darf ihnen nur kein Geld in die Hand geben«; nicht bei Schweinegrippe -» das Gesundheitsministerium rät: Schweinen nicht mehr die Hand zu geben« - und Klimakatastrophe, auch brandaktuelle Themen greift das Programm auf. Bursche und Rümmler verdrehen und spielen mit den Worten und hau en mit ihren Keulen zu: Warum nicht ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug abschießen, wenn mit Jung, Schäuble - und »mit Glück« Meisner am Steuer - die richtigen Leute drin sitzen; warum nicht im Namen Gottes ein bisschen foltern und morden. Mit skurrilen Typen darf es im Superwahljahr auch ein wenig klamaukig zugehen: »Die Wahlen sind frei und kosten los und manche behaupten: Sie sind sogar umsonst.« Auch die Soli besitzen Drive und Power. Die Autoren - neben anderen Wolfgang Schaller, der alles zusammen gemixt und komponiert hat - lassen kein Thema aus, scheuen sich vor nichts und nichts ist ihnen heilig: Auch der Herr Hitler darf auftreten, interviewt von Herrn Kerner.

Bursche und Rümmler präsentieren sich mit Vitalität und Präsenz, setzen sich kritisch auseinander mit dem Be ruf des Journalisten, ziselieren ihre Szenen schön und malen sie aus. Dabei sind sie sehr kritisch und knallhart: ob Lidl oder Fernsehsender, Israel und palästinensischer Konflikt: »Alle erschießen sich mit den gleichen Waffen - aus Deutschland«, ob deutsche Rüstungsindustrie oder Dopingmissbrauch in der Politik. Und sie haben Ratschläge: »Legen Sie ihr Geld in Steuern an, die steigen mit Sicherheit.« Das ist sarkastisch und Satire pur!: »Warum sagt man >korrupte Politiker<, man sagt doch auch nicht >weißer Schimmel<?« Es ist witziges und lebendiges politisches Kabarett, das stark und treffsicher, deutlich und direkt mit den Klischees hantiert.

Lustiges Vorprogramm: Raphaela Jonait, Joana Rupprecht und Alina Steiner - Gesangsschülerinnen an der Neuenbürger Jugendmusikschule - sorgten mit ihren drei Szenen über die Sprachverwirrungen zwischen Mann und Frau als Beitrag der Kooperation zwischen »Musik aus Dresden« und der Jugendmusikschule für einen humorvollen und viel belachten Einstieg in den Kabarettabend in Birkenfeld.
Der Enztäler (Christoph Holbein) 

 

 

"Chorstadt" mit konservativem Image
Hans Hachmann unternimmt einen zweiten Streifzug durch die Dresdner Musikgeschichte ab dem Jahr 1945

Seine Komposition aus dem Jahre 1939 passt in die Epoche des Vortrags: Mit den Sätzen II (Lento) und III (Allegro con brio) aus der Sonate für Violoncello und Klavier Nummer 1 von Bohuslav Martinu eröffneten die beiden Jugendmusikschüler, Johanna Diez am Klavier und Manuel Nonnenmann (Violoncello), die Veranstaltung des Freundeskreises »Musik aus Dresden« im Martin-Luther-Gemeindehaus in Birkenfeld. Und leiteten damit treffend über zum Vortrag von Hans Hachmann, der bei seinem zweiten Teil des Streifzugs durch die Dresdner Musikgeschichte die Ära von 1945 bis zur Jetztzeit beleuchtete und dafür per CD-Spieler viele Musik- und Hörbeispiele den Zuhörern offerierte.

Das Klavier klar im Anschlag und das Cello fein im Bogenstrich interpretieren die beiden Nachwuchsmusiker im Rahmen der Zusammen arbeit des Freundeskreises mit der Jugendmusikschule Neuenbürg das Lento. Kraftvoll und gut harmonierend, atmosphärisch etwas düster gestalten Diez und Nonnenmann. Auch das Allegro con brio ist vital und energiegeladen, tempoenergisch vorwärts treibend setzt das Duo sehr pointiert, gut akzentuiert die Töne punktgenau. Forciert und sicher gelingt ihnen eine rhythmische Klarheit, ziehen sie ihre Interpretation sauber durch.

Festlicher, goldener Glanz hat einst die Musikstadt Dresden ausgemacht, trotz aller Ernstheit der Zeit. Eine »grausige Zäsur« brachte dann der 13. Februar 1945. Elf Stunden Bombardement verwandelten die bis dahin schöne und kulturell bedeutende Stadt in eine Wüste aus Trümmern und Schutt. Die Zerstörung durch die Luftangriffe ließ auch den Pulsschlag des regen und vielfältigen Musiklebens in Dresden für einen Moment still stehen: Die Dresdner Oper, die Dresdner Philharmonie, der Kreuzchor hatten als musikalische Stimmen der Stadt, der laut Hachmann immer ein bisschen das Image des Konservativen anhaftete, aufgehört zu tönen. Am 4. August 1945 ist es der Kreuzchor, der mit seiner ersten Vesper in den Ruinen der ausgebrannten Kreuzkirche den Wieder beginn markiert. Zur Uraufführung kommt die Trauermotette »Wie liegt die Stadt so wüst«, komponiert von Rudolf Mauersberger, ein A-capella-Werk, das am Karfreitag 1945 entstanden ist.

Zehn Jahre später, 1955, wurde die Kirche wiedereröffnet. Dem Bombenangriff wird jedes Jahr regelmäßig gedacht durch Musik. Bei der Zerstörung gingen unzählige Noten verloren. Die Dirigenten des Kreuzchores mussten, so Hachmann, komponieren, mussten Material ranschaffen, dass etwas vorhanden war, was der Chor aufführen konnte. 1971 wurde der Chor verstaatlicht und kontinuierlich weiterentwickelt. Ohnehin bezeichnet Hans Hachmann Dresden als Chorstadt mit dem Sächsischen Vocalensemble, dem Körnerschen Singverein, dem Kammerchor. Daneben weist Dresden eine Reihe von Instrumentalensembles auf, beispielsweise das Dresdner Barockorchester. Und in der Frauenkirche gibt es an die 120 Konzerte im Jahr. »Es ist, als wollten die Veranstalter die goldenen Zeiten wieder auferstehen lassen«, sagt Hans Hachmann, zum Beispiel mit Bachzyklen, Gesprächs- und Orgelkonzerten.

Schwere Zeiten musste auch die Dresdner Philharmonie nach 1945 überstehen. Es waren gerade mal noch 32 Musiker, die mit einem Beethoven-Programm wieder ins musikalische Dasein starte ten. Eine Fülle interessanter Dirigenten sollte aus diesen Anfängen heraus einen Klangkörper entwickeln, der heute eine weltweite Ausstrahlung genießt.  Darunter neben anderen Kurt Masur. Von der SED gesteuert war der Niedergang der Staatsoper. Erst Musiktheatermann Harry Kupfer (1972 bis 1983) erreichte mit seinem fantasie- und geistvollen Inszenierungsstil einen Aufschwung. Am 13. Februar 1985 wurde dann das Sempersche Opern haus wieder eingeweiht.

Das Musikleben» in Dresden, das machte der Vortrag des früheren Musikredakteurs des SWR 2 deutlich, hat zu neuer Blüte gefunden mit der Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber«, mit bedeutenden Musikfestspielen, aber auch mit dem Einsatz der vielen singenden und spielenden Laien-Musikvereine.
Der Enztäler (Christoph Holbein) 

 

„Serieus, munter und brillant"
Dresdner Streichtrio mit Bachs „Goldbergvariationen" in der evangelischen Kirche Birkenfeld

Manche Legende ist gestrickt worden um ein Werk von Johann Sebastian Bach: Die „Goldbergvariationen", die er seinerzeit sozusagen in die Hände des erst 14-jähri gen Johann Gottlieb Goldberg geschrieben hat, der als Hauscembalist des Grafen Keyserlingk amtierte. Wohl wusste Bach, dass dieser musikalische Wunderknabe imstande sein würde, den damals unerhörten Schwierigkeitsgrad der 30 Variationen zu bewältigen, doch Bach hatte sich schon einiges zuvor mit dem Ge danken getragen, einen solch enzyklopädischen Zyklus zu schaffen. Bewusst hat Bach die Tonart G-Dur gewählt, die Johann Mattheson (1681 bis 1764) so charakterisierte: „...er brillirt dabey auch nicht wenig/und ist so wol zu serieusen als zu munteren Dingen gar geschickt."

Wie „serieus, munter und brillant" die „Goldbergvariationen" klingen können, selbst wenn sie nicht in der originalen Cembalofassung wiedergegeben werden, das faszinierte eine sehr ansehnliche und sichtlich hoch gespannte Besucherschar in der evangelischen Kirche Birkenfeld. Wenn als verlässlicher Gradmesser das Ausbleiben von Publikumshustern während eines Konzertes genommen werden kann, so war die gebannte Stille im Kirchenraum fast noch mehr wert, als der überaus herzliche und lange Applaus, mit dem das Dresdner Streichtrio für sei ne fulminante Leistung gefeiert wurde. Jörg Fassmann, Violine, seines Zeichens Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Sebastian Herberg, Solobratscher beim selben Orchester, und der Solocellist des MDR-Sinfonieorchesters, Michael Pfaender, verstehen es bestens, ihre langjährigen Orchestererfahrungen in punkto präzisem Zuspiel, Ebenbürtigkeit des Klanganteile und dynamischer Feinstdosierung zu einem Musikerlebnis der besonderen Güteklasse zu bündeln. Ob atmungsvoll sanftes Ausschwingen in der Aria und den langsamen Variationen, ob herzhafter und tänzerisch wiegender Zugriff in den schnellen Passagen - stets vermag die Durchsichtigkeit des farblich hoch ausdifferenzierten Klangbildes dem Hörer die kompositorische Kühnheit und Virtuosität der „Goldbergvariationen" zu vermitteln.

Die vom Dresdner Streichtrio gespielte Fassung stammt von dem in Aserbeidschan geborenen Geiger Dmitry Sitkovetsky, dem es dank seiner analytischen Fähigkeiten gelang, dieses Bach-Werk fast unverändert für die Streicherbesetzung zu transkribieren. Die Dresdner Musici verwalten dieses Klangerbe auf hohem Niveau. Pforzheimer Zeitung (Sebastian Giebenrath)

 

Eine Chance für den Nachwuchs

Was Rockkonzerten recht ist, das kann Klassik nur billig sein. Und so wird vom Birkenfelder Verein „Musik aus Dresden" in Zusammenarbeit mit der Jugendmusikschule Neuenbürg/Birkenfeld neuerdings die Idee realisiert, vor den Auftritten renommierter Künstler - quasi als eine Art Vorband - junge Musiker eine Probe ihres Könnens ablegen zu lassen. Das bietet den Jugendlichen zum einen die Chance, vor einem größeren Publikum spielen zu dürfen, und zum anderen die Möglichkeit, die begreifliche Anfangsnervosität bei einem öffentlichen Auftritt beherrschen zu lernen.

Jugendmusikschulleiter Christi an Knebel war denn auch sehr angetan von dieser Gelegenheit für seine Schüler, im Vorfeld des Konzerts des Dresdner Streichtrios ihr musikalisches Können zu präsentieren. Dies mal spielten Alicia Strobel und Nicole Helbig den ersten Satz aus Vivaldis Doppelkonzert a-Moll für zwei Violinen. David Georg, begleitet am Cembalo von Siegfried Winkler, präsentierte die Suite d-Moll für Cello und Basso continuo des französischen Barokmeisters Luis de Caix d‘Hervelois.
Pforzheimer Zeitung (Sebastian Giebenrath) 

 

Auf anspruchsvollem Niveau: handwerklich und musikalisch
Dresdner Streich Trio interpretiert die Goldberg-Variationen mit einer gewissen Strenge und akademischen Kühle

Die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach ( Bach-Werk-Verzeichnis, BWV 988) stellen eine außerordentliche musikalische, technische und intellektuelle Anforderung an Musiker und Zuhörer. Im originalen Notentext für ein zweimanualiges Cembalo ausgelegt, verlangt auch die Fassung für Streichtrio von Dmitri Sitkovetsky ein anspruchsvolles Niveau sowohl handwerklich als auch im musikalischen Spiel der drei Instrumente.

Das gelingt dem Dresdner Streich Trio mit seiner von ihm selbst dem Urtext angeglichenen und an den Stellen, an denen Sitkovetsky von der Notenlage abwich, korrigier ten Variante beim Konzert in der Reihe »Musik aus Dresden« in der evangelischen Kirche in Birkenfeld mit einer stringenten und zwingenden, eine gewisse interpretatorische Strenge vermittelnden, dynamisch wohlgetroffenen Darbietung. Jörg Faßmann (Violine), Sebastian Herberg (Viola) und Michael Pfaender (Violoncello) offerieren eine kläre Tonführung mit reinen, sauberen Klängen. Im disziplinierten Tempoverhalten kristallisieren sie fein die Dynamiken heraus und bleiben der Bachschen Rhythmik treu. Gut im Griff haben sie die Variationen in den Geschwindigkeiten, setzen Nuancen, loten aus und ziehen ihren Bogen strich klar, rein und genau.

Das Trio bleibt geradlinig in den Vorgaben der Bachschen Musik und ist temposicher auch bei den rasanten Läufen. Die drei Musiker harmonieren gut miteinander, offenbaren Virtuosität und Präsenz. Ihr Spiel dokumentiert, dass es durchaus seinen Reiz hat, bei allem ernsthaften Verlangen nach Authentizität die Goldberg-Variationen in die klangliche Welt der Streichinstrumente zu transkribieren. Das Spiel ist forciert und fordernd, vorwärtsstrebend und dann wieder getragen, schwerevoll schleppend. Das Streichtrio kostet die Töne aus in ihrer Intensität und gedanklichen Schwere. Kraftvoll und voluminös geben die Instrumentalisten der Musik eine plastische Mehrdimensionalität. Es ist eine sehr akademische Interpretation in musikalisch strenger Nähe zur originalen Vorlage mit einer emotionalen Kühle, tonrein bis vielleicht auf ein leichtes Scheppern in den tiefen La gen des Cello. Die Goldberg-Variationen sind nicht pflegeleicht für die Zuhörer, nicht einfach zu verfolgen und aufzunehmen, und den noch kommt die Pause etwas abrupt, überraschend und unangekündigt. Auch nach dem Durchschnaufen bleiben die Läufe akkurat, gewinnt das Spiel an innerer Farbe und Architektur, sind Lautstärke und Intensität fein ziseliert.

Das Trio musiziert pointiert und treffsicher, klar strukturiert und hält dabei konsequent die interpretatorische Linie durch. Das ist beherrscht und intellektuell, mathematisch durchleuchtet und technisch fundiert. Im Tempo verliert das Spiel nicht an Klarheit, gewinnt sogar an Stringenz. Schön spielen sich die Musiker den musikalischen Ball zu. Fein artikuliert offenbart das Dresdner Streich Trio einfühlsam die musikalische Welt von Johann Sebastian Bach, wird ihr in ihren Intentionen gerecht.

Eingestimmt auf dieses monumentale Ganze hatten im Vorkonzert - zur Premiere dieser Zusammenarbeit - Schüler der Neuenbürger Jugendmusikschule. Zunächst mit frischem Zupacken Alicia Strobel und Nicole Helbig aus der Klasse von Liliana Brzecki und mit Cembaloklang begleitet von Christian Knebel mit dem ersten Satz Allegro aus dem Doppelkonzert a-Moll für zwei Violinen von Antonio Vivaldi. Und dann fein erarbeitet, sicher, mit schönem Bogenstrich und ausgereiftem Spiel mit innerer Intensität und Klangreinheit David Georg (Cello) aus der Klasse Sanja Uhde mit der Suite d-Moll für Violoncello und Basso continuo von Luis de Caix d'Hervelois, bei der Siegfried Winkler für die Cembaloklänge sorgte.
Der Enztäler (Christoph Holbein)

 

 

Ein künstlerisch schon reifes Auftreten
Preisträger der Neuenbürger Jugendmusikschule gestalten das musikalische Programm bei »Musik aus Dresden«

Die Premiere ist gelungen: Im Rahmen des neuen Projektes des Freundeskreises »Musik aus Dresden« und der Evangelischen Kirchengemeinde Birkenfeld, jungen Nachwuchskünstlern eine konzertante Plattform zu eröffnen (der Enztäler berichtete), haben Schüler der Neuenbürger Jugendmusikschule beim Vorstellen des Jahresprogramms »Musik aus Dresden 2009« ein ansprechendes und musikalisch anspruchsvolles Konzert geboten.

Den Reigen eröffneten Rebecca und Verena Pfaff vierhändig am Klavier mit der Sonatine op. 44, Nr. 1 Allegro und Arioso von Friedrich Kuhlau, die sie mit klarem, hellen Anschlag und das Tempo gut haltend fein darboten. Die Träger eines zweiten Preises beim Regionalwettbewerb »Jugend musiziert«, 13 und elf Jahre alt, brachten perlend und mit Witz als zweites Stück das Menuett aus der Petite Suite von Claude Debussy zu Gehör. Kurzfristig eingesprungen war für das erkrankte ursprünglich vorgesehene Duo Henning Schulz, der auf seinem Euphonium, begleitet am Flügel von Frank Göbel, die Fantasie über »Norma« von Jean-Baptiste Arban mit guter Blastechnik fein intoniert und mit Verve das Tempo variierend spielte. Der erste Preisträger beim Regionalwettbewerb »Jugend musiziert« hat eine Weiterleitung in der Tasche für den Landeswettbewerb in Ludwigsburg.

Dorthin darf auch das Duo Marie-Therese Zahnlecker (Klavier) und Franziska Wenzel (Violine) reisen, das mit der Sonate für Violine und Klavier A-Dur von Cesar Franck feinnervig und virtuos ausgelotet den musikalischen Teil abschloss. Ausgezeichnet mit einem ersten Preis offerierten die Beiden eine klanglich schön erarbeitete, bis in die Höhen tonreine, tempobeherrschte und im gleichberechtigten, partnerschaftlichen Zwiegespräch zwischen Violine und Piano harmonisch eingespielte, sehr saubere und reife Darbietung.

Nach der Pause mit kleinen kulinarischen Leckereien vervollständigte den kulturellen Genuss die Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch mit dem Vortrag »Dresdener Kostbarkeiten - Das Grüne Gewölbe«. Zu Beginn des Abends hatte die Vorsitzende des Freundeskreises »Musik aus Dresden«, Dorothee Schumacher, das Jahresprogramm »Musik aus Dresden« für 2009 kurz vorgestellt. So geht es am Sonntag, 22. März, um 18 Uhr in der evangelischen Kirche weiter mit dem Dresdner Streich Trio, das die Goldberg-Variationen interpretieren wird. Als Vorkonzert gastieren Alica Strobel und Nicole Heibig (beide Violine) mit dem ersten Satz aus dem Doppelkonzert a-Moll für zwei Violinen von Antonio Lucio Vivaldi; David Georg (Violoncello) spielt die Suite d-Moll für Violoncello und Basso continuo von Louis de Caix d'Hervelois. Auch bei den weiteren Programmangeboten setzt sich die Kooperation mit der Jugendmusikschule fort als Versuch, jungen Künstlern die Möglichkeit zu geben, vor Konzertpublikum aufzutreten, um so die jungen Leute in das Konzertgeschehen einzubinden.

So beim Streifzug von Hans Hachmann durch die Dresdner Musikgeschichte am 27. April und beim Kabarett Herkuleskeule Dresden am 8. Mai. Am Samstag, 27. Juni, spielen die Elb Meadow Ramblers ab 19.30 Uhr im Pausen hof der Ludwig-Uhland-Schule und am 19. September ist das Autohaus Bäzner und Herzog Schauplatz für das Konzert »Von der Fuge zum Tango« mit dem Karalis Bass Quartett. Die vier Musiker geben einen Tag später unter dem Motto »Karneval der Tiere - vom Elefant zum Schwan« ein Konzert für Kinder ab drei Jahren.

Das Jahresprogramm »Musik aus Dresden« schließt am Freitag, 20. November, ab 20 Uhr mit der Capella Musica Dresden. 2010 wird die Stimme in ihrer gesamten Vielfalt das Veranstaltungsprogramm charakterisieren. Dabei wird es erstmals zu einem Gastspiel von »Musik aus Dresden« im Schmuckmuseum Pforzheim kommen, wenn sich die »Dresdner Salondamen« von den dortigen Kostbarkeiten inspirieren lassen.
Der Enztäler (Christoph Holbein)

Kooperation mit neuen Tönen
Schüler der Musikschule Neuenbürg können sich künftig mit Musik aus Dresden in Birkenfeld präsentieren

Ganz neue Wege auf dem Gebiet der klassischen Musik gehen die Veranstalter der Musik aus Dresden in Birkenfeld mit der Jugendmusikschule Neuenbürg. Die Idee der Kooperation hatte die Vorsitzende des „Freundeskreises Musik aus Dresden" Dorothee Schumacher: Sie will die jugendlichen Musiker gezielt zu den Veranstaltungen einladen, um dort ihr Können selbst vor Publikum zu präsentieren.

Schumacher hatte mit dieser Idee beim Schulleiter der städtischen Jugendmusikschule Neuenbürg Christian Knebel sofort dessen Begeisterung geweckt.

Schuhmacher weiß aus eigener Erfahrung, dass ein Konzertbesuch mit der ganzen Familie ins Geld laufen kann. Knebel fand die Idee groß artig und einzigartig in der Region. „Das gibt es schon lange bei der Rockmusik, aber im klassischen Bereich habe ich noch nie davon gehört."

Knebel wird gute Schüler der Jugendmusikschule auswählen, die zum jeweiligen Abendprogramm mit Darbietungen den Veranstaltungsabend eröffnen.

Beide Seiten profitieren von der Kooperation, sind sich Knebel und Schumacher sicher. Denn: Die jungen Musiker können Bühnenerfahrung sammeln und ihr musikalisches Können beweisen, ohne den Profis Konkurrenz machen zu wollen. „Es ist Werbung für unsere Schule, die sich auf ihrem hohen Level präsentieren kann und ein seriöser Rahmen für die Schüler", sagte Knebel. Die Jungmusiker können mit den Künstlern ins Gespräch kommen. „Wir profitieren davon, dass wir damit unser Publikum verjüngen", sagte Schumacher. Sie hofft, dass ihre Idee an genommen und zur ständigen Einrichtung wird.

Den Anfang machen am Samstag, 7. März, um 18 Uhr im evangelischen Martin-Luther-Gemeindehaus einige Musikschüler bei der Vorstellung des Jahresprogramms der Musik aus Dresden. Rebecca und Verena Paff, Klavier und Gesang, haben vor Kurzem beim Regionalwettbewerb „Jugendmusiziert" den zweiten Platz er reicht. Sie spielen Werke von Kuhlau, Debussy und Brahms. Sahra Groß hat gerade die fachpraktische Prüfung auf dem Weg zum Abitur abgelegt. Sie spielt Klarinette mit Klavierbegleitung von Astrid Wittösch.

Marie-Therese Zahlecker am Klavier und Franziska Wenzel an der Violine werden eine Sonate von Cesar Franck spielen. Zum Abschluss wird die Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch über „Das Grüne Gewölbe" berichten. Der Eintritt ist frei,
Pforzheimer Zeitung (Waltraud Günther)

 

 
Cornelia und Anna Katharina Schumann

Eine Freundschaft in Dur
Der Freundeskreis „Musik aus Dresden" in Birkenfeld feiert Geburtstag
Auszeichnung für Organisatorin Dorothee Schumacher

Der Freundeskreis „Musik aus Dresden" habe die Kulturlandschaft im Enzkreis von Birkenfeld aus bereichert, lobt Landrat Karl Röckinger. Dafür wurde jetzt die Organisatorin Dorothee Schumacher geehrt.

Die Auszeichnung kam gleich doppelt. Die Gemeinde Birkenfeld würdigte den Einsatz für die außergewöhnliche Kulturreihe „Musik aus Dresden", die vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben worden war, ebenso wie der Enzkreis. Die Birkenfelderin Dorothee Schumacher sei der „Motor und die Seele“ der Beziehungen zu Dresden und seinen Künstlern, sagte Landrat Karl Röckinger bei einem Fest des Freundeskreises am Samstag. Röckinger über reichte ihr die „Gottlob-Frick-Medaille" des Enzkreises. Aus den Händen von Bürgermeister Reiner Herrmann erhielt Dorothee Schumacher außerdem die Sixt-Medaille der Gemeinde Birkenfeld.

Familiäre Atmosphäre

„Das Haus Schumacher ist nicht nur Konzertagentur, sondern auch beliebte Herberge der Dresdner Künstler", blickte Röckinger hinter die Kulissen der Kulturreihe mit ihrer familiären Atmosphäre: „Die Schumacherschen Maultaschen genießen einen schon legendären Ruf." Ohne das Organisationstalent der Birkenfelderin und dem tatkräftigen Engagement der zahlreichen Helfer des Freundeskreises wäre eine solche Reihe nicht möglich gewesen.

Den engen persönlichen Kontakt zu der Kulturlandschaft Dresden schätzt auch Bürgermeister Herrmann. „Sie haben in Birkenfeld eine besondere Plattform geschaffen" sagte er über das hohe Niveau der Konzerte. Eine humorvolle Kostprobe davon gab der Auftritt der „Wilden Weyber" aus Dresden. Mit Fiedeln und Pfeifen gaben sie ein köstliches Tafelkonzert wie bei Hofe und ließen die Gäste mit musizieren.

Eigentlich schon seit 1981 kommen auf Initiative des damaligen Pfarrers Hans Haag aus Birkenfeld und seiner Frau Ursula Künstler aus Dresden für Auftritte nach Birkenfeld. Damals wurde damit den talentierten Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit jenseits des Eisernen Vorhangs geschaffen.

Bis zur Wende kamen Zuschüsse vom innerdeutschen Ministerium. Dann mussten die Veranstalter selbst eine finanzierbare Basis schaffen. Das war keine leichte Aufgabe, die der Pfarrer nach seinem Aus scheiden vertrauensvoll in die Hände seiner Pfarrsekretärin Dorothee Schumacher legte. Als Schumacher an der schwierigen Aufgabe zu verzweifeln begann, half Ludwig Güttler, Startrompeter aus Dresden, mit seinem Vorschlag, einen Förderverein zu gründen, dem er selbst auch gleich beitrat.


R.Herrmann, D.Schumacher, K.Röckinger

Einsatz mit großer Hingabe

Vorsitzende wurde Dorothee Schumacher selbst. Und dieses Amt übt sie bis heute mit großer Hingabe aus. „Zwingen könnte man mich nicht dazu, ich mache es sehr gerne", gestand sie genau zehn Jahre später. Heute gehören über 100 Mitglieder aus dem weiten Raum von Heidelberg bis Stuttgart und viele aus dem Enzkreis zum „Freundeskreis der Musik aus Dresden". Die Art und Weise, wie man in Birkenfeld nach den Veranstaltungen noch zusammensitzt und selbst gemachte Gaumenfreuden genießt, ist für sich in Birkenfeld und im Enzkreis zur kleinen Legende geworden.


Die Gründungsmitglieder

Landrat Röckinger würdigte darüber hinaus auch Dorothee Schumachers Engagement beim Forum21, etwa bei der Organisation der Enzkreis-Kulturtage, der Herausgabe des Enzkreis-Kulturführers oder bei der aktuellen Reihe:"Kulturlandschaften".
Pforzheimer Zeitung (Waltraud Günther)

Veranstaltungen 2008

 

 Jahresprogramm Musik aus Dresden vorgestellt

Die erste Veranstaltung im Jahr 2008 zur Vorstellung des Jahresprogramms der Musik aus Dresden war so abwechslungsreich und anspruchsvoll wie die ganze Veranstaltungsreihe der evangelischen Kirchengemeinde, die der „Freundeskreis Musik aus Dresden“, allen voran die Vorsitzende Dorothee Schumacher organisierte.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, ein Erich Kästner-Abend mit Friedrich Wilhelm Junge findet am 4. April in der Aula der Ludwig-Uhland-Schule statt. Die Dresdner Salondamen kommen mit Liedern aus den 20er bis 40er Jahre am 6. Juni ins Autohaus Bäzner und Herzog. Der frühere leitende Musikdirektor des SWR2 Hans Hachmann hält am 26. September einen Vortag über die Musikgeschichte im Martin-Luther-Gemeindehaus. Im Rahmen der Enzkreis-Kulturtage ist die Musik aus Dresden mit den Philharmonic Brass am 17. Oktober zu Gast beim Reisebüro Eberhardt in Engelsbrand. Dort wird die Auftaktveranstaltung zur Veranstaltungsreihe „Kulturlandschaften“ mit weiteren Agendagruppen ein breit gefächertes Kulturerlebnis anbieten. Immer wieder gerne gehört werden Ludwig Güttler und Friedrich Kircheis mit einem  Orgel - Trompeten - Konzert am 7. November in der evangelischen Kirche Birkenfeld und am 12. Dezember geben die Salzburg Comedian Harmonists ein Konzert in der evangelischen Kirche.     

 „Ein Anliegen ist es dem Freundeskreis, Kinder und Jugendliche an die Musik heranzuführen“, sagte Schumacher. Deshalb dürfen sie alle Veranstaltungen und eventuell auch die Proben kostenlos besuchen und können auch mit den Künstlern direkt sprechen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung „oben auf“ begleiten Konzertpaten die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf zu den Veranstaltungen. Was die Jugendlichen selbst schon an musikalischem Können vorweisen können, stellten Jugendliche Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ eindrucksvoll unter Beweis. Schon dreimal hat sich die zehnjährige Verena Pfaff am Wettbewerb beteiligt und spielt wie ihre zwölfjährige Schwester Rebecca Klavier. Mit ihrem Geigenspiel, begleitet von ihrer Lehrerin Naemi Wagner am Flügel  begeisterte Lena Nittel. Als hervorragender Solist spielte Oliver Maiwald am Flügel. Der 16-Jährige belegte bei zahlreichen regionalen Wettbewerben erste Plätze und erhielt beim Bundeswettbewerb den zweiten Preis. Das Publikum in Martin-Luther-Gemeindehaus war restlos begeistert.

In der Pause durften die Besucher die Gastfreundschaft des „Freundeskreis Musik aus Dresden“ genießen und sich an leckeren Häppchen und Getränken laben. Damit die Verbindung nach Dresden und den Dresdner Künstlern nicht nur einseitig ist, machte Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch richtig Lust darauf, die schöne Kulturstadt einmal selbst zu besuchen. In ihrem Vortrag „Dresdner Impressionen“ entführte Baumbusch an die schönsten Plätze von Dresden. Sie zeigte einzigartige Aufnahmen der barocken Stadtsilhouette, das Panorama der Elbauen, prächtige Kirchen, Opernhäuser, interessante Museen, alte und moderne Architektur. Nähere Informationen zum Freundeskreis, der Musik aus Dresden und dem Programm unter www.musik-aus-dresden.de
Enztäler (wg)

Kästner-Reigen mit Musik
Dresdner Ensemble stellte den Schriftsteller in Birkenfeld vor

„Wir kommen gerne wieder", versicherte Friedrich-Wilhelm Junge am Ende seines Auftritts in der Birkenfelder Ludwig-Uhland-Schule aus gutem Grund: Mit großem Beifall wurde der Schauspieler und das ihn begleitende Michael-Fuchs-Trio für einen kurzweiligen und sehr humorigen Kästner-Abend belohnt, den das Dresdner Ensemble unter dem Motto „Es gibt nicht Gutes, außer: Man tut es" gestaltet hat te. Gutes getan hat der brillant agierende Junge aber nicht nur auf der Bühne. Denn nicht allein die ganz im Sinne Erich Kästners gestaltete Präsentation ist großen Lobes wert - auch die Auswahl der für den Abend zusammengetragenen Werke kann als gelungen bezeichnet werden: Ganz gleich ob Junge „Das Märchen von der Vernunft", „Das Märchen vom Glück", „Das Eisenbahngleichnis" oder eine bunte Auswahl von Epigrammen nebst Kästners „Brief an mich selber" servierte - stets wurde das Publikum von der ewig jungen und hintersinnigen Literatur zum Nachdenken und Lachen gereizt.

Hat der Schriftsteller Kästner als Meister im Umgang mit der deutschen Sprache freilich die Basis für > den rundum gelungenen Abend gelegt, so ist es doch vor allem dem Schauspieler Junge zu verdanken, dass das Publikum weitaus mehr als nur den Vortrag bisweilen oft gehörter Texte erlebte. Junge ist ein ausdrucksstarker Bühnenakteur, der mit Mimik und Gestik, vor allem aber mit hervorragend eingesetzter Stimme, zu überzeugen weiß - die Texte mal laut von der Bühne donnert, mal sanft und leise durch den Raum schweben lässt. Perfekt zudem das Zusammenspiel mit dem Michael-Fuchs-Trio.

Michael Fuchs am Flügel und sei ne Mitstreiter Roger Goldberg (Bass) und Volkmar Hoff (Schlagzeug) vermögen mit ihrem ebenso perfekten wie variantenreichen Spiel die vielfältigen Texte Kästners nicht nur klangvoll zu ergänzen, sondern diese auch herrlich pointiert lautmalerisch zu bereichern.
Pforzheimer Zeitung (Ralf Recklies)

Wenn sich Schauspieler Junge genussvoll zurücklehnt
Freundeskreis Musik aus Dresden: Kästnerabend in Birkenfeld zum Saisonauftakt Humorvoll und kurzweilig

Beim Namen Erich Kästner denken viele zuerst an Kinderbücher und -filme wie »Pünktchen und Anton«, »Das fliegende Klassenzimmer« oder »Das doppelte Lottchen«. Dass Erich Kästner auch für Erwachsene geschrieben hat, ist vergleichsweise wenig bekannt. Er war ein Moralist, zeitkritisch,   schulmeisterlich und brachte seine Weisheiten mit einem guten Funken Humor in Gedichtform und heiteren Erzählungen unter die Leute. Der Dresdner »Arisch Gäschdnör«, wie das im breiten sächsisch klingt, war Schriftsteller und Redakteur bei Tageszeitungen, verfasste Kritiken und Feuilletons. Der »Freundeskreis Musik aus Dresden« veranstaltete zum Saisonauftakt mit Künstlern aus Dresden einen Erich-Kästner-Abend in der Aula der Ludwig-Uhland-Schule.

Der Schauspieler Friedrich-Wilhelm Junge schlüpfte in die Rolle des 1899 geborenen Kästners und gestaltete mit dessen Texten einen humorvollen und kurzweiligen Abend. Begleitet wurde Junge vom Michael-Fuchs-Trio, wenn er mit seiner Tenor-Baritonstimme Chansons sang. Friedrich-Wilhelm Junge hackte das Bekenntnis Kästners an seine Dresdner Heimat in eine antiquierte Schreibmaschine, zündete sich genussvoll ein Zigarillo an, lehnte sich zurück und war schon mittendrin im Thema. »Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es«, ein bekannter Spruch Erich Kästners, der Thema des Abends war. Aber für Kästner war das keine Phrase, erklärte Junge. Kästner war zeitkritisch. Er hinterfragte, dachte weiter. »Die lyrische Hausapotheke« sei ein Beispiel dafür. Kästner war unbequem und hatte im Dritten Reich Schreib-  und Veröffentlichungsverbot. Erstaunlich, wie brisant die kritischen Prosatexte und Chansons aus der Mitte des letzten Jahrhunderts heute wieder wirken. Er wollte mit Trotz, Hohn und Satire, garniert mit einem Spritzer Humor, die Menschen zum Nach denken bringen und vor Fehlern warnen. »Es ist noch nie gelungen, einen Satiriker zum Schweigen zu bringen«, sagte Junge, der erfrischend beweglich und humorvoll die Bühne beherrschte.

Egal ob er genüsslich im Stuhl lümmelte mit den Füßen auf dem Tisch, ob er tanzte, sang, plauderte, auf den Stuhl kletterte oder sich eine Papier tüte aufsetzte und Papierflieger bastelte - er war bei allem ein agiler Schalk, dem nicht anzumerken war, dass er stramm auf seinen 70. Geburtstag zugeht.

Er erzählte amüsante Ge schichten in Prosa und Reimen nahezu auswendig. Wie ein Zauberer fand er in den noch so kleinen Taschen seines grauen Anzugs Zettelchen mit Versen Kästners, die er im Publikum verteilte. »Wer die Menschen ändern will, beginne bei sich selbst. Wer die Menschen ändern will, höre bei sich selbst auch auf.« Oder »Die Erinnerung ist eine mysteriöse Macht und bildet die Menschen um. Wer das, was schön war, vergisst, wird böse. Wer das, was schlimm war, vergisst, wird dumm.«

Friedrich-Wilhelm Junge ist Intendant des Theaterkahn - Dresdner Brettl und lud die Besucher zu einem Gegenbesuch nach Dresden ein. Und wie immer gab es aus den Händen der Vorsitzenden des »Freundeskreis Musik aus Dresden« glänzende Geschenke von Fritz Stahl für glänzen de Auftritte.
Enztäler (wg)

Dunkle Küsse im Autohaus
Dresdner Salondamen kommen mit ihren Sehnsüchten nach Birkenfeld

Mit betörendem Augenaufschlag stellte die Dresdner Salondame Karolina Petrova musikalisch die Frage an das Publikum im voll besetzten Birkenfelder Autohaus: „Hast Du schon mal im Dunkeln geküsst?" Beim Programm der Dresdner Salondamen dreht sich alles um die Liebe mit ihren Höhen, Sehnsüchten und Tiefen. „Das gibt's nur einmal, das kommt nie wieder", doch die Dresdner Salondamen waren bereits zum zweiten Mal in Birkenfeld und zogen wieder die Freunde der Musik aus Dresden in ihren Bann. Die Salondamen in festlicher weinroter Abendgarderobe mit kessen Hütchen aus der Zeit, als es die ersten Tonfilme gab und schmachtende Liebeslieder über den krächzenden Äther gingen, zogen alle Register des weiblichen Charmes und nahmen die Besucher auf die musikalische Zeitreise der 20er und 30er bis 50er Jahre des 20. Jahrhunderts mit.

„Kann denn Liebe Sünde sein?" Die große Diva Zarah Leander auf alten Kinoplakaten gab die passende Bühnendekoration zu den alten Schlagern unvergessener Stars ab. „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn" interpretierte Petrova mit ihrer wunderbaren Stimme trefflich, wenn auch nicht so tief wie Zarah Leander. Das Damenquintett mit Silke Krause am Klavier, die auch die meisten Songs arrangiert hat, am Cello, Kontrabass und Gesang Juliane Gilbert, an Klarinette, Saxofon und Gesang Celine Pfeiff und an der ersten Violine und Gesang Franziska Graefe und Frontsängerin Karolina Petrova, die auch zur Violine greift, sind die Dresdner Salondamen ein eingespieltes Team, das weiter nichts braucht „Als nur Musik, Musik, Musik" und ihren Spaß daran hat. Kess und betörend, zuweilen naiv wirkend leitete Petrova mit kleinen Geschichten zu den Titeln über und schäkerte mit Blicken und Gesten mit den Herren im Publikum auf ganz kapriziöse Art und vereinbarte so manche nicht ganz ernst gemeinte Verabredung.

Dann fand sie es an der Zeit, das größte weibliche Geheimnis zu lüften. „Die Männer müssen es endlich erfahren. „Frauen sind keine Engel..." Zur Liebe gehöre die Treue, doch die Männer sind selbst schuld, wenn das nicht klappt. Alles, was eine Frau macht, liegt in ihren Genen. „Schau mich bitte nicht so an…“ Besonders in Birkenfeld falle das schwer, die Auswahl an bezaubernden Männern sei so gut: Doch, „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?" Da kann der Ruf einer Frau schnell in den Keller rutschen.

Das besonders aufmerksame Publikum merkte sofort, dass sich die Salondamen den zweiten Teil mit türkisfarbener Garderobe besonders chic gemacht haben und sparte nicht mit Applaus. Mit Titeln der Comedian Harmonists machten sie einen musikalischen Ausflug in die Nachkriegszeit, in der der „Kleine grüne Kaktus" nicht fehlen dufte. Nicht nur Hildegard Knef hatte den Wunsch „Für mich soll's rote Rosen regnen", auch unvergessene Lieder von Edith Piaf hatten die Salondamen in ihrem Repertoire. Alles drehte sich an diesem Abend um die Liebe, die es aber nicht wert sei, auch nur eine einzige Träne deshalb zu vergießen. „Nur nicht aus Liebe weinen. Es gibt auf Erden nicht nur den einen.“ Nach zweieinhalb Stunden hatte das Publikum noch lange nicht genug von den alten Schlagern, die so sympathisch und nostalgisch interpretiert wurden. Erst nach zwei Zugaben und etlichen „Vorhängen" ebbte der Applaus ab.
Pforzheimer Kurier (Waltraud Günther)

Freude am ungewöhnlichen Bläserklang

Blechbläser gelten als die Spaßmacher unter den Orchestermusikern. Eine besonders sympathische und stets gut aufgelegte Truppe sind die „Philharmonie Brass Dresden". Jedenfalls präsentierte sich das Quintett beim Gastspiel im Engelsbrander Busdepot der Firma Eberhardt spielfreudig und zu aller hand musikantischem Schabernack aufgelegt. Ihr humorig zweideutig betiteltes „Blech-Reiz"-Programm musizierten die fünf Bläser (Mathias Schmutzler, Bachtrompete und Trompete; Sven Barnkoth, Trompete; Olaf Krumpfer, Posaune; Jens-Peter Erbe, Tuba; Erich Markwart, Horn) zwar recht routiniert - ließen aber an ihrer Klasse, ihrer Lust am Kombinieren und an Klangmixturen sowie an ihrer Virtuosität keine Zweifel aufkommen.

Gleich wie Fanfaren-Weckruf sorgte die Wiedergabe einer „Kleinen Sonate" von Henry Purcell für leuchtende Pracht. Das populäre „Largo" aus Georg Friedrich Handels Oper „Xerxes" folgte mit sinnlich fein ausgezogener Horn-Melodie. Und auch eine Bläserbearbeitung der Johann-Sebastian-Bach-Kantate „Die Freude reget sich" durfte in dem Dreiklang großer Barockmeister nicht fehlen. Die Wiener Klassik war mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Allelujah" (aus „Exultate Jubilate"), dem „Gloria" aus der „Nelson-Messe" von Joseph Haydn sowie mit dem Finale der 9. Beethoven-Sinfonie („Freude schöner Götterfunken") imposant vertreten.

Nach der Pause erfreuten die Interpreten mit musikalischen Ausflügen in unterschiedlichste Länder. Als mexikanische Schönheit stellte sich in Trompetensoli „La Virgen De La Macarena" (von Chris Hendricks) vor. Isaac Albeniz' „Tango" sorgte in erstaunlich ruhigem Rhythmus für das tänzerische Element. Auch gab es das jazzig aufbereitete Stück „Le petit Negre" von Claude Debussy oder „Amazing Grace" mit einem strahlenden Trompetensolo und abgrundtiefem Bassfinale. Als Hit des Abends entpuppte sich freilich Harry DeCostas „Tiger Rag".
Pforzheimer Zeitung (R.Uhlig)

 

 

Die hohe Schule der Trompetenkunst
Großer Andrang beim Konzert von Ludwig Güttler in der evangelischen Kirche Birkenfeld

Künstlerischer Weltruhm verpflichtet einerseits und ist andererseits auch der Garant für volle Häuser. Kein Wunder deshalb, dass die evangelische Kirche in Birkenfeld kaum die Besucherschar zu fassen vermochte, als der Startrompeter Ludwig Güttler zusammen mit dem Organisten Friedrich Kircheis ein ansprechendes Barockprogramm musizierte.

Weil ohne Nachhall, hat dieser Kirchenraum besondere akustische Tücken, die zwar Güttler mit seiner stupenden Spieltechnik zu überwinden vermag, den Klang der zweimanualigen Orgel aber jeweils nach Aufheben der Tasten abrupt enden lässt. Solcherlei Ungemach ist nun ganz gewiss nicht den Interpreten anzulasten, doch darf schon einmal überlegt werden, ob Organist Kircheis unbedingt gut beraten war, sich für seinen Solistenpart Stücke herauszusuchen wie Johann Pachelbels Praeludium, Fuge und Ciacona d-Moll und Bachs Triosonate Es-Dur, BWV 525.

Zweifelsohne weiß Kircheis mit geschickt aufgefächerter Registerwahl die Charakteristika der einzelnen Sätze zu unterstreichen, findet mit dem ungemein flott gespielten Pachelbel-Praeludium einen guten Konzertauftakt. Die für eine größere Orgel konzipierte Passacaglia und Fuge c-Moll, BVW 582 von Bach hingegen, einer der Höhepunkte der Orgelliteratur, verliert an dem Birkenfelder Instrument doch einiges an bezwingender Wirkung, zumal der Solist mit teils eigenwilligen Tempirückungen und manchen Konzentrationsschwächen die grandiose Klangarchitektur ins Wanken zu bringen droht.

Ein solider und aufmerksamer Begleiter des Bläsersolisten ist der Organist, wenn es gilt, mit angenehm silbriger Registerwahl die virtuosen Höhenflüge Güttlers zu unterstützen. So werden die Sonate d-Moll von Jean Baptiste Loeillet (1680 bis 1730), Telemanns Trompetenkonzert D-Dur, zwei atmosphärisch fein ausgeleuchtete Choralvorspiele des Bach-Schülers Gottfried August Homilius (1714 bis 1785) und die bei Trompetern besonders beliebte Sonate g-Moll von Josef Pavel Vejvanovsky (1640 bis 1693) zu respektablen Zeugnissen kammermusikalischer Partnerschaft.

Keineswegs zur Routine erstarrt oder nur selbstgefälliges Vorführen bewundernswerter Instrumentenartistik ist nach wie vor Ludwig Güttlers Trompetenkunst. Jugendliche Frische, affektenbetonte Ausdeutung der jeweiligen Komposition, ansatzloses Heranschweben der Töne, schmetterfreies Leuchten der Spitzentöne und geradezu poetisch inniges Piano kennzeichnen die mitreißende Spielweise dieses Erzmusikanten.

Schöne Wiederentdeckung

Doch dem mit internationalen Ehren überhäuften Künstler ist auch die Wiederentdeckung eines Instruments zu verdanken, das Johann Mattheson in „Kritischer Musicus“ 1722 so beschrieb: „Die lieblich-pompösen Waldhörner sind bey jetziger Zeit sehr en vogue kommen… weils sie theils nicht so rüde von Natur sind“. Dieses Corno da caccia, das Trompetenglanz mit dem weichen Klang des Horns verbindet, hat durch Güttler enormen Auftrieb erfahren, zumal es für Trompeter gut spielbar ist. Die Klangschönheit dieses Instruments zu genießen hatte das Birkenfelder Publikum Gelegenheit bei zwei Choralvorspielen für Corno da caccia und Orgel von G.H. Homilius. Mit Beifall überschüttet, gewährten die Solisten drei umjubelte Zugaben.
Pforzheimer Zeitung (Sebastian Giebenrath)

 

Wie Zucker zum Kaffee
Salzburg Comedian Harmonists in Birkenfeld

„Mein kleiner grüner Christbaum"- unter diesem Titel bot die Künstlerformation „Salzburg Comedian Harmonists" einen etwas an deren Blick auf die Weihnachtszeit. Der „Freundeskreis Musik aus Dresden." hatte zu dem Konzert in die evangelische Kirche Birkenfeld ein geladen. Erstmals traten in diesem Rahmen Künstler auf, die nicht aus dem sächsischen Raum kommen. Doch das tat der Attraktivität der Veranstaltung keinen Abbruch, wie auch die voll besetzte Kirche zeigte. Das Künstlerensemble, bestehend aus dem Pianisten Klaus Eibensteiner sowie dem Sängerquintett Philipp Caspari, Maximilian Kiener, Markus Schmid, Erasmus Baumgartner und Oliver Baxmann, überzeugte durch sein ausgereiftes Programm wie auch die gesanglich hervorragende Darbietung. Das geschickt zusammengestellte Repertoire reichte von Weihnachtsklassikern wie „White Christmas" über das Volkslied „Es wiad scho glei dumpa" bis hin zu einer Version von „Diamonds are a girls best friend", das (nur) schein bar nichts mit dem Weihnachtsfest zu tun hat. Das Comedian Harmonists-Arrangement „Ich hab' für dich 'nen Blumentopf bestellt" wurde in der weihnachtlichen Version von der Salzburger Gruppe zu „Ich hab' mir was beim Weihnachtsmann bestellt" parodiert. Auch der Schlusschoral aus J. S. Bachs Weihnachtsoratorium bot einen ganz individuell inter pretierten und zum Schmunzeln anregenden Ausflug.

In den Überleitungen zu den einzelnen Liedern blitzte ein mitunter deutlicher werdender Humor auf. So erfuhren die Konzertbesucher etwa, dass Maria ein „knackiges" Verhältnis zum Heiligen Geist hatte oder erkannten, dass aus Sicht von Gänsen die Zeit von Martini bis Weihnachten ein wahrer „kulinarischer Albtraum" ist. Der nicht allzu ernste Blick auf die ach so besinnliche Weihnachtszeit tat gut und wurde vor allem durch das komödiantische Talent aller Mitglieder zu einem Erlebnis.
Pforzheimer Zeitung ( Judith Käpplinger)

Knallharte Fakten um glühende Rentiere
Salzburg Comedian Harmonists singen für „Musik aus Dresden"
in der Birkenfelder Kirche

Ein Weihnachtsgeschenk von ganz besonderer Güte machte der „Freundeskreis Musik aus Dresden" mit den „Salzburg Comedian Harmonists" dem Publikum in der voll besetzten evangelischen Kirche in Birkenfeld. Im Frack und mit gelgeglättetem Haar sprangen sie schwungvoll auf die Bühne und verzauberten mit Liedern nach dem Vorbild der legendären Comedian Harmonists schon beim ersten Lied ihr Publikum. Sie interpretierten bekannte Weihnachtslieder auf ihre eigene Weise und brachten die Gäste zum ständigen Schmunzeln. Die stille Nacht ist bei diesen Herren nicht immer ganz so still, doch immer fröhlich.

Nicht nur die Texte, sondern auch die Mimik und Gestik waren einfach köstlich. Die lockere Moderation mit Gedanken zur Vorweihnachtszeit einst und jetzt übernahmen sie abwechselnd selbst. Die sangen hübsch verpackte Originalsongs der Comedian Har monists, von Herrn Knopp, der ein Geschenk für seine Adele sucht und vom Onkel in Kalumba, der tanzt so leidenschaftlich Rumba gefolgt von Melodien, die sie einfach mit bababa, bombombom und imitierten Musikinstrumenten zum Besten gaben. Stürmischen Applaus ernteten sie mit „Mein kleiner grüner Christbaum steht draußen am Balkon, holeri holera holero". Sie rechneten mit knall harten Fakten vor, dass die Geschichte mit dem Santa Claus, der allen Kindern Geschenke bringt, gar nicht sein kann. Bei 378 Millionen Christen wären 321000 Tonnen Geschenke zu verteilen, die 214200 Rentiere mit 3,2 facher Lichtgeschwindigkeit ziehen müssten. Die armen Tiere würden verglühen.

Ein Rentier hat es zur Berühmtheit geschafft, Rudolf mit der roten Nase. Auch Liebesgesänge haben die hervorragend singen den Komiker im Repertoire. Da ist die Marie am Fenster gegenüber oder Du passt so gut zu mir. Schmachtend träumten sie von der Hochzeit mit der Frau der Träume und bemerkten ganz alpenländisch, „es wird scho glei dumper". Sie nahmen ihr dankbares Publikum mit in ein besinnliches Dorf, „wenn am Heiligabend die Dorfmusik spielt". Die Zeit um den 11. November und Weihnachten sei der kulinarische Alptraum für Gänse, deshalb verkleiden sie sich, die Gänse. „Maskenball im Gänsestall" schnatterten die Herren in allen Facetten. Sie sangen das „Weihnachtsoratorium" und „Schlafwohl du Himmelssöhnchen" und andere bekannte Weihnachtslieder in ihrer unverwechselbaren Art.

Erst nach der dritten Zugabe verwiesen sie auf ihre CDs. Und wie es bei der Musik aus Dresden seit vielen Jahren üblich ist, über reichte die Vorsitzende Dorothee Schumacher „Glänzende Geschenke für glänzende Auftritte".

In die Reihe der Musik aus Dresden scheinen die Salzburger nur auf den ersten Blick nicht zu passen, aber die Verbindung zu Dresden liegt in der Ausbildung des Bassisten bei Professorin Elisabeth Wilke, die an der Hochschule für Musik in Dresden und am Mozarteum in Salzburg unterrichtet. Am Flügel begleitete Klaus Eibensteiner, Korrepetitor am Mozarteum in Salzburg. Erster Tenor Philipp Caspari ist hauptberuflicher Sänger und Tänzer im avantgardistischen Bereich und ein ebenso großer Komiker wie der zweite Tenor Maximilian Kiener, der am Landestheater Salzburg Konzertsänger und Solist ist. Noch im Musikstudium für Gesang und Klavier am Mozarteum in Salzburg ist der dritte Tenor Markus Schmid.

Im normalen Leben ist der Bariton Erasmus Baumgartner Musiklehrer am Gymnasium und Konzertsänger. Bassist Oliver Baxmann ging nach Abschluss seiner musikalischen Ausbildung ins Musikmanagement und schafft derzeit musikalische Verbindung zu Dubai. Die Musiker, die seit sieben Jahren enthusiastisch gefeierte Konzerte geben, mach ten nicht nur dem Publikum ein schönes Weihnachtsgeschenk, sie hatten selbst viel Spaß beim Auftritt, der den berühmten Funken sofort überspringen ließ.
Pforzheimer Kurier (Waltraud Günther)

 

 

Jubiläum mit Güttler
Reiner Herrmann, Dorothee Schumacher, Rainer Boy,
Ludwig Güttler, Hans Schumacher, Friedrich Kircheis.
 

25 Jahre „Musik aus Dresden“
Im kulturellen Leben von Birkenfeld mit den Jahren einen festen Platz erobert


Seit 25 Jahren kommen Musiker aus Dresden nach Birkenfeld und bereichern die kulturellen Veranstaltungen mit erstklassigen Konzerten, auf die die Kirchengemeinde Birkenfeld, der Freundeskreis Musik aus Dresden und die Gemeinde Birkenfeld stolz sind. Stellvertretend für alle Dresdner Künstler ehrte Dorothee Schumacher, Vorsitzende des Freundeskreises Musik aus Dresden, Professor Ludwig Güttler mit der Ehrenmitgliedschaft im Freundeskreis.

Beim Jubiläumsempfang am Samstag wurde nach der launigen Begrüßung durch Pfarrer Rainer Boy vor allem das Engagement von zwei Menschen hervor gehoben. Dies war der ehemalige Pfarrer Hans Haag, der durch Verbindungen zu der Heimat seiner Frau Ursula die ersten Kontakte zu Musikern in Dresden knüpfte und Dorothee Schumacher, die seine Arbeit weiter führte. „Am Anfang stand im Jahre 1981 eine Einladung an einen Trompeter aus dem Osten, aus der Einladung wurden mehrere und ein Künstler zog andere nach. Mit viel Begeisterung und Einsatz ermöglichte das Pfarrerehepaar Ursula und Hans Haag dem Trompeter Ludwig Güttler, bald aber auch anderen Dresdner Künstlern, Auftritte in Birkenfeld und im weiteren süddeutschen Raum. Mit großem persönlichen Einsatz versuchte Hans Haag die Grenzen zu überwinden und Musiker von Ost nach West aber auch von West nach Ost zu vermitteln und dadurch die Mauer etwas durchlässiger zu machen.“ sagte Dorothee Schumacher. Mit den Jahren entwickelte sich eine Veranstaltungsreihe mit hochkarätigen Künstlern aus dem sächsischen Raum, die zu einer festen Einrichtung in Birkenfeld wurde.

Nachdem Pfarrer Haag in Ruhestand ging, übernahm Dorothee Schumacher die Organisation der Konzerte, auch wegen der inzwischen gewachsenen Freundschaften mit den Künstlern, die aus dieser Freundschaft heraus, der herzlichen Betreuung und der Koch- und Backkunst Schumachers oft für ein bescheidenes Honorar extra nach Birkenfeld kamen. Finanzielle Unterstützung sagten der damalige Landrat Werner Burkhardt, Bürgermeister Reiner Herrmann und das Ehepaar Hildegard und Fritz Stahl zu. Doch 1998 wollte Schumacher aufgeben aus organisatorischen und finanziellen Gründen. Güttler riet, einen Förderkreis für die Musik aus Dresden zu gründen. Seit 1999 gibt es diesen Förderkreis, der inzwischen über 90 Mitglieder auch weit über Birkenfeld hinaus zählt. „Es ist ein Herzenswunsch von mir, im Jubiläumsjahr auf 100 Mitglieder zu kommen,“ sagte Schumacher, die jetzt nicht mehr ans Aufhören denkt.

„In Birkenfeld wurde die Einheit vorweg genommen. Es ist ein besonderes Erlebnis, die sächsischen Musiker zu hören. Danke an alle, die diesen besonderen Edelstein unterstützen“ sagte Kulturdezernent Roland Hübner. Mit Stolz erfüllt ist Bürgermeister Herrmann, dass  immer wieder hochkarätige Künstler aus Dresden in seine Gemeinde kommen. „Frau Schumacher ist der Motor in der Pflege der Beziehungen nach Dresden.“

Güttler war gerührt von den Empfindungen seiner Gastgeber. Es sei der Mut zum Risiko und das grenzenlose Vertrauen über die Mauer hinweg gewesen, die die harten Probleme in der DDR überwunden hätten. Kultur und Sprache sei nicht trennbar, sagte Güttler. „Es war ein Glück, dass Frau Schumacher in liebenswürdiger, charmanter Zähigkeit überall etwas zu verbessern suchte. Nicht mit dem Kopf und den Händen, sondern mit dem Herzen hat sie die Begegnungen ermöglicht." Viele unsichtbare Fäden verbinden in der Zwischenzeit Birkenfeld mit Dresden. Sei es durch Spenden für die Frauenkirche, Besuche Einzelner oder Gruppen in Dresden oder die Mitarbeit vieler Mitglieder des Freundeskreises bei Veranstaltungen, die weit über Birkenfeld hinaus bekannt und beliebt sind.

Für die musikalische Umrahmung spielten Marie-Therese und Katharina Zahnlecker auswendig Werke von Schumann am Flügel.

Waldtraud Günther 

 Virtuosi Saxoniae
Ludwig Güttler und Virtuosi Saxoniae

Jubilierende Silbertöne
Jubiläumskonzert mit E. Wilke, L. Güttler und den Virtuosi sanoniae in Birkenfeld

Noch war damals längst nicht zusammen, was zusammen gehört und die Temperatur zwischen Deutsch-West und Deutsch-Ost reichlich frostig. Doch neben all den Eisblumen sproß ein zartes Pflänzchen, das alsbald prächtig gedieh. Vor 25 Jahren nämlich gab zum ersten Mal der aus dem Erzgebirge stammende Trompeter Ludwig Güttler in Birkenfeld ein Konzert. Das war beileibe keine Selbstverständlichkeit, doch die devisenhungrige DDR ließ gern ihren musikalischen Star im „kapitalistischen Ausland" auf treten.

Die Herzlichkeit andererseits, mit der eine Gruppe Birkenfelder Bürger sich um Güttler und dessen musizierende Mitstreiter aus Dresden kümmerte, schuf die Grundlage für eine bis heute andauernde Verbindung vom Elbflorenz in den Schwarzwald, eine unverbrüchliche Notenfreundschaft sozusagen. Mit den unter schiedlichsten Ensembles war Gütt ler seither immer wieder zu Gast, stets gefeiert und umjubelt in der evangelischen Kirche Birkenfeld. Das war diesmal beim Silberjubiläum dieser Konzertreihe im vollbesetzten Gotteshaus gar nicht anders.

Der Meistertrompeter hatte die von ihm vor über 20 Jahren gegründeten Virtuosi Saxoniae und die renommierte Altistin der Dresdner Semperoper, Elisabeth Wilke, mitgebracht, auch sie stets immer wieder gern gehörte Gäste in Birkenfeld. Und wie es sich für das Jubiläumskonzert gehört, standen auf dem Programm Werke teils bekannter, teils nur den Spezialisten vertrauter Komponisten aus dem 18. Jahrhundert. Aus dem etwas dunkel grundierten Klangbild der siebenköpfigen Virtuosi Saxoniae ließ Güttler den unverkennbaren Silberton seiner Bachtrompete in die Höhe jubilieren mit der Orchestersuite C-Dur von Theodor Schwartzkopf.

Zwar nannte Güttler einmal im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung" die strengen Vertreter der so genannten historischen Auffüh rungspraxis „schlimmer als das ZK der SED", doch gewisse Anlehnungen der Musiker, allesamt Mitglieder der Sächsischen Staatskapelle Dresden, an die inzwischen weit verbreiteten Spieltechniken der „historischen" Richtung sind unverkennbar. Nicht immer zum Vorteil von Intonationspräzision und schlackenfreier Musizierweise, zumal die Akustik in der Birkenfelder Kirche keine christliche Barmherzigkeit kennt. Doch der beherzte Zugriff der Musiker und die standardmäßig hohe Qualität der Solisten sind allemal des Lobes wert. Besonders ansprechend Vivaldis Vertonung des Psalms 126 „Nisi Dominus", in der Elisabeth Wilke alle ihr reichlich zu Gebote stehen den Ausdrucksstärken und klang farblichen Register einsetzte.

Die Eleganz ihrer schnellen Koloraturketten, die Makellosigkeit der Artikulation und die Klangrede voll vokaler Schönheit gewinnen schnell das Hörerohr. Auch in der Bach-Arie „Ich will doch wohl Rosen brechen". Als Solist beeindruckte Roland Straumer mit der Wiedergabe eines technisch anspruchsvollen Violinkonzertes von Johann Georg Pisendel. Das von ihm wiederentdeckte Corno da caccia brachte Ludwig Güttler in dem Konzert Es-Dur von Christoph Förster wirkungsvoll zur Geltung und krönte das mit reichem Beifall bedachte Konzert durch eine Zugabe auf der Barocktrompete.
Sebastian Giebenrath

 

 

 

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