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Veranstaltungen
2011
Stimmungsvoller
Jahresschluss bei „Musik aus Dresden" Barbara
Christina Steude singt weihnachtliche Kompositionen
Es
hätte kaum einen schöneren Abschluss zum Jahresende
der Reihe „Musik aus Dresden" in der Birkenfelder
Kirche geben können. Das adventlich- weihnachtliche
Thema „Venite pastores" fand in der Sopranistin
Barbara Christina Steude eine glanzvolle Interpretin.
Sie
entführte das Publikum in die musikalische Welt
des 17. und 18. Jahrhunderts mit Werken unterschiedlichen
Charakters. Schon mit Bonifazio Grazianis „Venite
pastores" machte sie mit reinster Stimme und
voller Leichtigkeit ihre Fähigkeit deutlich, all
emotionalen und dramatischen Varianten voll auszuschöpfen.
Bei
zwei Hymnen von Heinrich Schütz an das süße Jesuskind
erlebten die Zuhörer das sachte Auf blühen der musikalischen
Phrasen, was den geistlichen Inhalt der Werke ungemein
lebendig machte. Als Gegensatz zur kontemplativen
Choralpartita über „Nun komm der Heiden Heiland"
von Friedrich Wilhelm Zachow, einfühlsam gespielt
von Cembalist Uwe Zimmermann, ließ die Sängerin
die dramatischen Figuren von Grazianis „Salve Regina"
erblühen. Nach drei weihnachtlichen Chorälen von
J.S. Bach brachte der zweite Konzertteil schöne,
lautmalerische Kompositionen von Giovanni Bassani
und Giacomo Carissimi, deren Koloraturen Barbara
Christina Steude mit großer Leichtigkeit darbot.
Einen Ruhepunkt setzte dann die Choralpartita „Fröhlich
soll mein Herze springen" von Joh. G. Walther
vor dem deutsch-lateinischen Werk „Natus est"
von Joh. Fr. Böddekers. Mit zwei Bach-Chorälen schließlich
endete das schöne, gehaltvolle Programm: „Oh Jesulein
süß" fasste noch einmal das Thema des stimmungsvollen
Konzertabends zusammen. Eva Nöldecke
/ Pforzheimer Zeitung

Bericht
über die Dresden-Reise vom 31.8. bis 4.9.2011
Wussten Sie, dass
„Musik aus Dresden“ nicht nur Organisator von Musik
mancherlei Art aus dem sächsischen Raum, sondern
„hehlenga“ auch noch eine Art Reisebüro ist? Dorothea
Schumacher, die wusselige Vorsitzende dieses
Vereins, war Anfang September wieder mit 20
Kunstfreunden – nicht nur aus dem hiesigen Raum,
sondern sogar aus Darmstadt und Wilhelmshaven! –
für fünf Tage zu einer Kunst- und Kulturreise in
Dresden und im dortigen Umland, und das jetzt schon
zum fünften Mal. Der Berichterstatter war
zum ersten Mal dabei, und er hat sich geärgert.
Nicht weil er dabei war, sondern weil er erst zum
ersten Mal dabei war…
Dem Motto „Musik
aus Dresden“ entsprechend, war ein großer Teil der
Unternehmungen natürlich der Musik im weitesten
Sinn gewidmet und dem Wiedersehen bzw –hören
mit etlichen Künstlern und Gruppen, die auch schon
in Birkenfeld waren. Gleich am ersten Abend hat
die Herkuleskeule wieder begeistert – dass das geht,
wissen wir ja schon von Birkenfeld. Dann hat
man die Semper-Oper besucht mit Rossinis „Barbier
von Sevilla“ – Mitglieder des Opernorchesters waren
ja auch immer wieder in Birkenfeld zu Gast. Auch
wenn man, wie der Berichterstatter, nicht unbedingt
ein Fan der italienischen Oper ist – allein das
Drum und Dran eines solchen Opernabends, die Architektur,
das Publikum, das alles ist unbedingt sehens-, erlebenswert!
Dann die Knäblein vom Kreuzchor – wir kennen sie
ja noch vom letzten Jahr. Aber in ihrer eigentlichen
Heimat, der Kreuzkirche, sind sie noch eindrucksvoller.
Schließlich der Theaterkahn mit dem Kabarettisten
Tom Pauls – der schon lange nicht mehr in Birkenfeld
war, aber nächstes Jahr kommt er wahrscheinlich–
ich freu mich!
Kleine Begebenheit
am Rande: am letzten Abend beim Spaziergang am Elbufer
stieß man unvermittelt auf die „Elb Meadow Ramblers“
– bestens bekannt vom Gastspiel hier im Juli, wie
auch schon verschiedentlich zuvor – die gerade ihr
„Werkzeug“ auf einen Ausflugsdampfer verluden, um
eine abendliche Promenadenfahrt auf der Elbe musikalisch
zu begleiten. Grosses Freudengeschrei, Umarmungen
– und große Augen des wartenden Volkes, das aufs
Schiff wollte und nicht begreifen konnte, warum
die also Begrüßten nicht auch mit auf das Schiff
stiegen. Aber das war leider schon restlos
ausgebucht, ausverkauft –schrecklich gerne wären
wir mitgefahren!
Nicht nur den Ohren,
auch den Augen wurde wohlgetan: Orgelandacht mit
anschließender Kirchenführung in der Frauenkirche,
Gemäldeausstellung in der Galerie Neue Meister im
Albertinum – wer Frau Baumbusch im März gehört
hat, weiß von was ich rede. Dann Stadtrundfahrt
Dresden, Besuch von Meißen mit Stadtrundgang, Besuch
der Albrechtsburg und des Doms, nahrhafte Schnuppervisite
mit Vorlesung über frühere Tischsitten in der Porzellanmanufaktur;
Besuch mit Sektprobe im Sächsischen Staatsweingut
Schloss Wackerbarth – Dorothee unternahm
alles, um ihre Truppe bei Laune zu halten. Und
schließlich der Ausflug in die OberLausitz, nach
Bautzen: ein charmantes Städtchen, bestens
renoviert, das sich nach Kräften müht, zu zeigen,
dass es nicht nur aus einem berüchtigten Gefängnis
besteht. Und nicht weit weg davon Schloss
Rammenau – ein liebes barockes Landschlösschen mit
Flair.
Lobenswert die einheimischen
Führerinnen, die ihre Botschaft wirklich mit Herzblut
rüberbrachten und denen anzumerken war, dass sie
sich über dumme und weniger dumme Zwischenfragen
durchaus freuten. Gell Dorothee: wenn man
das zum fünften Mal macht, kennt man halt
auch die richtigen Leute! (Falls die das je lesen
sollten: Danke!)
Der Berichterstatter,
dem die sächsischen Lande bisher nur wenig bekannt
waren, muss gestehen, dass er seine
Reisepläne für die überschaubare Zukunft geändert
hat – er will nämlich dringend demnächst wieder
in die Gegend. Dresden und Umgebung, entsprechend
dargebracht von Dorothee und Komplizinnen, macht
nämlich süchtig!
Die Frau Schumacher
hat gemeint, das sei wohl die letzte Veranstaltung
dieser Art gewesen – den Stress wolle sie sich nicht
mehr machen. Das mit dem Stress wollen wir gerne
glauben, so perfekt wie das geplant war. Aber
das mit der letzten Veranstaltung bitte nicht!!!
Weil „Musik aus Dresden“
über dem Artikel drübersteht, will der Berichterstatter
nicht versäumen, auf die nächsten Veranstaltungen
hinzuweisen: am 14. Oktober 2011 das Jubiläumskonzert
mit Ludwig Güttler zum Gedenken, dass die Dresdner
im Jahre 1981 erstmals in Birkenfeld waren. Das
waren noch Zeiten – und nicht nur, weil wir damals
alle jünger waren… Aber das Konzert ist fast ausverkauft
(nur noch ein paar Hörkarten auf der Empore,
was ja auch nicht schlecht ist) – ein mitleidiges
„Ätsch“ Allen, die noch keine Karte haben. Die
dürfen dafür am 11. Dezember kommen zum Weihnachtskonzert
in die Ev. Kirche, wenn Musik des 17. Und 18. Jahrhunderts
für Sopran und Cembalo dargeboten wird. Interessenten
rufen bald bei Frau Schumacher an – net dass es
sonst geht wie beim Güttler! Und 2012 geht’s grad
so interessant weiter! Birkenfelder Nachrichten,
Heiner Morlok

Die
Kühle der Nacht druckvoll weggeblasen Zum
fünften Mal waren die Elb Meadow Rambiers aus Dresden
zu Gast. Swing- und Dixieklänge begeisterten
die Zuhörer über Stunden.
Sie
haben sich nicht lumpen lassen, die „Elb Meadow
Rambiers": Bereits zum fünften Mal waren sie
auf Einladung des Freundeskreises „Musik aus Dresden"
nach Birkenfeld gekommen und sorgten auf dem Pausenhof
der Ludwig-Uhland-Schule bei kühlen Temperaturen
drei Stunden lang dafür, dass den Freunden lebendiger
Swing- und Dixieklänge nicht kalt wurde.
Sowohl
die Auswahl der Kompositionen als auch deren Qualität
konnten sich hören lassen. Kein Wunder also, dass
die annähernd 200 Besucher nicht nur nach den Soli
begeistert Beifall spendeten, sondern die achtköpfige
Formation am Ende auch mit tosendem Beifall verabschiedeten.
Für zu nächst zwei Jahre, denn turnusgemäß müsste
die Dresdner Jazz band 2013 wieder zum Sommer jazz
ins Enztal kommen.
Andreas
Böttcher (Piano), Ronald Boldt (Gitarre und Banjo),
Thomas Poscharski (Posaune und Gesang), Frank Bartsch
(Trompete, Flügelhorn und Mundharmonika), Christian
Patzer (Alt- und Baritonsaxofon), Gert Scykalka
(Bass), Volkmar Hoff (Schlagzeug) sowie Klaus Schmumann
(Klarinette und Tenorsaxofon), der auch durch den
Abend führte und die Zuhörer mit Informationen zu
den Stücken versorgte, hatten angesichts
der bestehenden Freundschaft mit den Veranstaltern
leichtes Spiel, wenngleich Dorothee Schumann der
festen Überzeugung ist: „Die werden immer besser
und professioneller."
Das
Programm, das die acht Musiker für den Birkenfelder
Auftritt zusammengestellt hatten, war gelungen.
Doch nicht nur die Auswahl gefiel. Auch dass die
Stücke von George Gershwin, Fats Waller und Louis
Armstrong nicht altbacken, sondern mit schönen Soli
und erfrischend gelungenen Variationen präsentiert
wurden, kam durchweg gut an.
Das
Stück „Swing the Blues" war für die acht versierten
Musikanten nicht nur eine geeignete Komposition
für den Start des Abends, es wurde auch zum Leitmotto
des kurzweiligen Konzerts über insgesamt vier Sets.
Ganz gleich, ob der fröhlicher Achter „Bye Bye Blackbird"
spielte, ob er „Exactly Like You" von der Bühne
schmetterte oder aber „When You're Smiling"
darbot: Dynamisch und mit einer zumeist akkurat
spielenden Bläserfraktion eroberten die Musiker
einmal mehr die Herzen die Zuhörer.
Das
war im Vorprogramm des Konzertes auch einem Teil
der Big Band der Neuenbürger Musik schule gelungen.
Der Nachwuchs hatte mit drei Stücken den Abend erfolgreich
eröffnet. Ralf Recklies/ Pforzheimer Zeitung Photo:
W.Günther

Jazz für Kinder mit den Elb Meadow Ramblers
Die frühe Hinführung zur Musik
ist dem „Freundeskreis Musik aus Dresden“ wichtig
und wird bei jedem Konzert gefördert. Immer geben
Schüler der Jugendmusikschule Neuenbürg ein Vorkonzert,
passend zum anschließenden Konzert der Musiker aus
Dresden. Somit können die jungen Musiker bei
einem Auftritt vor großem, musikinteressiertem Publikum
erste Bühnenerfahrung sammeln. Die Elb Meadow Ramblers
erfreuten am Samstag mit einem Konzert
im überdachten Pausenhof der Ludwig-Uhland-Schule.
Bevor sie am Sonntag wieder Richtung Dresden abfuhren,
gaben sie ein Jazzkonzert speziell für Kinder. Diese
durften Geräuschinstrumente mitbringen, alles aus
dem Haushalt, mit dem geklappert und geklopft werden
kann. Vor allem Vorschulkinder waren in großer Zahl
da. Für sie spielten die Elb Meadow Ramblers leichte
Jazzmelodien, aber auch Kinderlieder, erst normal
und dann schneller im Jazzstil mit Improvisationen.
Der zwölfjährige Luca Gengenbach, ein Nachwuchs-Schlagzeuger
aus Birkenfeld durfte mit auf die Bühne und trommeln.
Jeder Musiker erklärte sein Instrument. Klaus Schumann
klapperte mit der Klarinette, die viel mehr Löcher
hat als er Finger. Christian Patzer meinte zunächst,
sein Saxophon heißt so, weil sie alle aus Sachsen
kommen. Doch halt, es war ein Herr Sax, der das
Instrument erfunden hat. Es kann ganz leise und
ganz laut brüllen. Nur drei Knöpfe braucht die Trompete,
wie Frank Bartsch vorführte. Lustig klang das Instrument,
das mit dem Dämpfer schnatterte wie eine Ente. Seine
Mundharmonika, auf der er schönen Blues spielte,
kannte jedes Kind. Schöne, weiche Töne erzeugte
Thomas Poscharsky mit der Posaune, die ganz ohne
Tasten auskommt. Der Zug verändert die Länge der
Luftsäule und damit die Höhe des Tones. Für einen
Straßenmusikant ist die Gitarre zu leise. Deshalb
brachte Ronald Boldt ein Banjo zum Einsatz, das
mit einem Trommelfell bespannt richtig laut sein
kann. Harmonie und Rhythmus bringt Gert Seykalka
mit dem Kontrabass ins Ensemble. Keine Töne, sondern
nur Geräusche erzeugte Volkmar Hoff am Schlagzeug.
Mehrere Töne gleichzeitig konnte Andreas Böttcher
am Piano anschlagen. Zum Abschluss des gut einstündigen
Kinderkonzerts gab es ein Wunschkonzert, bei dem
die Kinder mit ihren Klapperinstrumenten großen
Spaß hatten. Nicht alle trauten sich auf die Bühne
und klapperten im Schutz von Eltern und Großeltern
am Tisch zu „Hänschen klein“, „Alle meine Entchen“
und „Auf de schwäbsche Eisenbahne“ mit sächsischen
Einschlag.
Waltraud Günther
/ Pforzheimer Kurier Photo: W.Günther


Sehnsucht
steht im Mittelpunkt Das blaue Einhorn „übersetzt“
von Dresden nach Birkenfeld / Konzert kommt bei
Publikum an
Mit
dem Programm „Übersetzen-Gesänge auf schwankendem
Boden“ begeisterte das Blaue Einhorn, ein Männerquartett
aus Dresden, die vielen Konzertbesucher, die in
den „Konzertsaal“ ins Autohaus nach Birkenfeld gekommen
sind. Aus der Bandbreite des doppeldeutigen „übersetzen“,
ans andere Ufer übersetzen, wo alles verheißungsvoll
und besser erscheint oder übersetzen von Sprache
und Bedeutung schöpfte das Blaue Einhorn ebenso
unerwartet geheimnisvoll wie tiefschürfend Übersetzungen.
Doch
zuvor begleiteten sie im Vorkonzert die jungen Sängerinnen
Alina Steiner, Franca Jäger, Raphaela Jonait und
Rebecca Pfaff von der Jugendmusikschule Neuenbürg.
Tosenden Applaus erhielten die Nachwuchssängerinnen
aus der Klasse von Claudia Wehrstein und Anerkennung
der Profis aus Dresden. „Was brauchen wir einen
Song Contest wo wir solche Talente unter uns haben?“,
so einer der Blauen Einhörnern.
Dann
setzten die Dresdner ihre schwarzen Hüte auf und
gaben „Gesänge auf schwankendem Boden“ zum Besten.
Ihre musikalische Reise ging nach Finnland, Spanien
und Portugal sowie in osteuropäische Länder. Wehmut
und Sehnsucht spiegelten sich in den Liedern vom
Weggehen wider. Frontmann Paul Hoorn, der vor 20
Jahren mit Andreas Zöllner das Blaue Einhorn gegründet
hatte, sang mit kratziger Stimme ein bosnisches
Lied voll Wehmut und Leidenschaft, von übersetzen
in ein vergessenes Land hinter dem imaginären Vorhang,
ins Land Alkohol.
Die
Musiker sangen vom Seiltänzer, der beim Übersetzen
auf dem Hochseil ein zu frühes tragisches Ende nahm.
Das Musikerquartett setzte übers Meer mit Kreuzfahrerliedern
voll Leidenschaft, die sie selbst beim Musizieren
mitriss. „Auf dem Grund des Meeres hinterlasse ich
meinen Gesang“, so hörte man Dietrich Zöllner singen.
Mit
viel Spielfreude und großem handwerklichem Können
überzeugten die Dresdner das Publikum. Die beiden
Gründer Paul Hoorn, Akkordeon, Trompete und Chalumeau
und Andreas Zöllner, Gitarre, Bouzuki und Posaune
haben inzwischen Florian Mayer, Violine und
Bass sowie Dietrich Zöllner, Kontrabass, Thüringer
Waldzither, Bauchgeige und Tuba ins Quartett geholt.
Alle vier können aber auch raumfüllend singen, wie
sie a capella bei einem Weihnachtslied der Kosaken
eindrucksvoll bewiesen haben. Voll Temperament
und Leidenschaft wollten die Dresdner Musiker das
Konzert mit bosnischen Liedern zum Fest des Heiligen
Georgs beenden. Zwei Zugaben wurden stürmisch gefordert.
„Zum achten Mal sind wir mit Musik aus Dresden zu
Gast im Autohaus“, sagte Dorothee Schumacher, Vorsitzende
des Freundeskreises Musik aus Dresden und dankte
allen Beteiligten, die die große Umbauaktion mitgetragen
haben. Waltraud Günther
/ Pforzheimer Kurier

Ein
Meister der Klarheit Sensationell: Vadim
Chaimovich eröffnet die Reihe „Musik aus Dresden"
Welch'
ein Auftakt: Die Reihe „Musik aus Dresden"
hätte sich zur Saisoneröffnung im Schloss Neuenbürg
niemand Besseren wählen können als den Pianisten
Vadim Chaimovich. Der Litauer ist ein Tastenvirtuose
der ganz subtilen Art und versteht es, mit schlichter
Klarheit und beinahe regungsloser Körpersprache
einen ungeheuer suggestiven Zauber auszulösen. Chaimovich
beherrscht die leisen Töne wie kein anderer, hat
eine Vorliebe für klare Zäsuren und transparente
Kontraste. Großes Tamtam ist nicht sein Stil.
Poetische
Traumlandschaften
So
kommen Galuppis Sonate Nr. 5 C-Dur und Mozarts Klaviersonate
B-Dur, KV 28,1 mit kindlich-verträumter Freude daher,
leicht im Anschlag, pointiert in der Melodienführung.
Mozarts Andante gestaltet der Preisträger vieler
nationaler und internationaler Klavierwettbewerbe
mit Zartheit, den Schlusssatz mit virtuoser Dynamik
und kernigen Akzenten. Dennoch: Der Funke zum Berühren
fehlt zu Beginn des Konzertes noch. Vielleicht liegt
es an der teilweise recht nüchtern wirkenden Anschlagskultur,
vielleicht an den etwas merkwürdigen Verzögerungen
bei Mozarts Kopfsatz. Mit Liszts „Vallée d' Obermann"
ändert sich das. Ausdrucksstark, mit schweren, langsamen
und pedalreichen Klängen, meistert Chaimovich dieses
Stück. Einfach wunderbar, die kraftvollen Akkorde
zu Beginn, die zwei leisen, aber äußerst pointiert
gesetzten Akkorde zur Überleitung in den leidenschaftlichen
Final-Teil.
Wie
poetische Traumlandschaften wirken Chopins Mazurken
op. 63 Nr. 2 und 3, in sich ruhend, unbeschwert
und ohne viele Schnörkel auch dessen Nocturne op.
9 Nr. 2. Einen kleinen Abstecher von seiner klaren
Linie macht der Pianist bei Liszts „Loreley"
mit leicht verschwommenen Klängen. Eindrucksvoll
ist die immer zarter werdende Tonschleife am Schluss.
Ein donnernder Ritt über die Tastatur stellt Chaimovichs
„Mephisto-Walzer" Nr. 1 von Liszt dar. A sind
atemberaubende Glissandi, neckisch-spritzige Staccato,
aber auch feinste Momente im pianissimo neben wuchtigen
Bässen.
Bemerkenswert
auch das Vorkonzert von Igor Knebel. Der 14-jährige
Nachwuchspianist zeigt mit Liszts „Vogelpredigt
des Hl. Franz von Assisi" aus den „Legenden"
ein großes Gespür für Details. Anita Molnar/ Pforzheimer Zeitung

 Niklas
Horak und David Gross
Kulturelle
Kostbarkeiten aus Dresden Einheimische Nachwuchskünstler
aus Neuenbürg bereichern die Birkenfelder Musikreihe
Vorfreude
auf die Veranstaltungen und Lust auf Dresdner Kostbarkeiten
weckte der Birkenfelder „Freundeskreis Musik aus
Dresden" bei der Vorstellung des Jahresprogramms.
Umrahmt
wurde dies mit musikalischen Leckerbissen, gespielt
von begabten Schülern der Jugendmusikschule Neuenbürg
und einem kunsthistorischen Bildvortrag. Claudia
Baumbusch stellte das Dresdner Albertinum vor. Das
ehemalige Zeughaus am Elbufer aus dem 16. Jahrhundert
wurde im vergangenen Jahr nach einer 51-Millionen-Sanierung
und pfiffiger architektonischer Meisterleistung
als Kunstgalerie „Neue Meister" eröffnet.
Ein
Konzert gaben im Anschluss die Nachwuchskünstler
Niklas Horak und David Gross an der Gitarre, sowie
die Klaviersolisten Verena Pfaff, Luca Gengenbach,
Igor Alexander Knebel und Marie-Therese Zahnlecker.
Die Vorsitzende des Freundeskreises, Dorothee Schumacher,
die seit 20 Jahren die Musik aus Dresden federführend
und mit viel Herz blut nach Birkenfeld holt, stellte
das Programm im Jubiläumsjahr vor. Bereichert wird
es auch von Künstlern, die nur Verbindung zu Dresden
haben wie Vadim Chaimovich aus Litauen. Er gibt
am 15. April ein Klavierkonzert im Schloss Neuenbürg.
Im Vorkonzert, das bei allen Veranstaltungen Schüler
der Jugendmusikschule Neuenbürg gestalten, wird
der 13-jährige Meisterschüler und 16-fache Preisträger
Igor Alexander Knebel am Klavier spielen.
Alte
Bekannte wieder dabei
Am
14. Mai ist „Das Blaue Einhorn" zu Gast im
Autohaus Bäzner und Herzog in Birkenfeld. Ebenfalls
alte Bekannte sind die Elb Meadow Rambiers, die
am 2. Juli auf dem Pausenhof der Birkenfelder Ludwig-Uhland-Schule
Dresdner Jazz mit Tradition spielen. Tags drauf
am Sonn tag geben die Jazzer ein kostenloses Kinderkonzert
im Schulhof. Das Jubiläumskonzert mit dem Trompeter
Ludwig Güttler und dem Leipziger Bach Collegium
am 14. Oktober ist jetzt schon nahezu ausverkauft.
Musik und vorweihnachtliche Lieder aus dem 17. und
18. Jahrhundert präsentieren „Venitas Pastores"
in der evangelischen Kirche Birkenfeld am 11. Dezember.
Sopranistin Barbara Christina Steude wird von Jan
Katzschke an Cembalo und Orgel begleitet.
Seit
30 Jahren kommen regelmäßig namhafte Künstler aus
Dresden. Angefangen hat dies mit dem Star-Trompeter
Ludwig Güttler. Die Initiative ging von Pfarrer
Hans Haag und seiner aus Dresden stammenden Frau
Ursula aus, die über Mauer und Stacheldraht hinweg
Künstler nach Birkenfeld einluden. Waltraud Günther
/ Pforzheimer Zeitung
Veranstaltungen
2010

Voller
Liebreiz und Lyrik Sopranistin Romy Petrick
gastierte bei Musik aus Dresden in Birkenfeld
Nicht
immer ist die menschliche Stimme in der Lage, zu
verzaubern, zu berühren oder gar mitzureißen. Die
wunderbar leicht geführte Gesangsstimme von Romy
Petrick aber sehr wohl. Es ist ein Genuss, der zierlichen
Sopranistin, die seit einem Jahr zum Solistenensemble
der Sächsischen Staatsoper Dresden gehört, zuzuhören.
Und so wird der von ihr gestaltete Liederabend in
der evangelischen Kirche Birkenfeld zu einem Erlebnis
und zu einem gelungenen Abschluss der diesjährigen
Reihe von „Musik aus Dresden".
Einen
bunten Strauß an klassischen und modernen Liedern
hat Romy Petrick mitgebracht. Voller Lieb reiz ist
zum Beispiel Schumanns Liederzyklus „Myrten"
- sinnlich im Ausdruck, mühelos in der Technik.
So kommt etwa das „Rätsel" wunderbar spielerisch
mit einem feinem aushauchenden Schluss daher, schmerzvoll
dagegen die Liebesbotschaft in „Weit weit",
flatterhaft - aufgeregt die „Hochländer-Witwe"
und lyrisch verträumt die „Lotusblume". Beeindruckend
sind der Stimmumfang der Sängerin und die Sicherheit
in den Lagen, selbst in der Tiefe wie bei „Aus den
hebräischen Gesängen".
Petrick
hat Ausstrahlung und verfügt über eine angenehm
klare und kraftvolle Stimme. Mühelos und koloraturenstark
meistert sie Mozarts „Abendempfindung" oder
Schuberts „Des Mädchens Klage". Dessen „Forelle"
interpretiert sie derart erfrischend, dass das Publikum
fast zum Applaus ansetzt. Hierbei erweist sich auch
der Pianist Jobst Schneiderat als Meister seines
Fachs. Nachdrücklich im Rhythmus verleiht er der
„Forelle" zusätzlich Esprit und Witz. Schneiderat,
seit über zwanzig Jahren an der Semperoper tätig,
ist ein ausgezeichneter Liedbegleiter und aufmerksamer
Zuhörer. So lässt er beispielsweise auch die melancholische
Stimmung bei den sieben frühen Liedern von Alban
Berg leise nach klingen.
Petrick
scheint sich bei den Klassikern wohler zu fühlen,
schafft aber exzellent die plötzlichen Oktavsprünge
und hohen Töne bei Manfred Trojahns kurzen Liedern
aus dem Zyklus „Nachtblumen". Mit Strauss'
„Ich wollt ein Sträußlein bin den" sorgt sie
für einen schönen Aus klang des Abends. Anita
Molnar/Pforzheimer Zeitung
Anmerkung:
Im Vorprogramm interpretierte Igor
Alexander Knebel aus der Klavierklasse von Ljiljana
Borota in beeindruckender Weise Werke von Franz Liszt und
Rodion Schtschedrin.

Betagte
Lieder neu in Szene gesetzt „Dresdner Salondamen"
begeistern mit Melodien der 20er- und 30er-Jahre
Es
war ein Abend, der allen großen Spaß bereitete:
Den fünf Dresdner Salondamen ebenso wie den knapp
200 Besuchern, die den Saal im Reuchlinhaus bei
dem vom Birkenfelder Freundeskreis „Musik aus Dresden"
organisierten Konzert füllten. Schon zum dritten
Mal war das kleine Salonorchester von der Elbe an
die Würm gekommen, um dem Publikum mit Liedern aus
den 20er-und 30er-Jahren einen kurzweiligen Abend
zu bescheren.
Das
Unterfangen glückte hervorragend: Am Ende gab es
für Susann Jacobi (Gesang und Violine), Silke Krause
(Flügel), Cecille Pfeiff (Klarinette, Saxofon und
Gesang), Franziska Graefe (Violine und Gesang) sowie
Juliane Gilbert (Cello und Bass) so viel Beifall,
dass sich Dorothee Schumacher als Freundeskreis-Vorsitzende
überzeugt zeigte: „Das war nicht ihr letztes Konzert
bei uns." Auch Marie-Luise Auerbach-Fröhling,
Vorsitzende des Fördervereins Schmuckmuseum Pforzheim,
war von dem Konzertabend im Reuchlinhaus angetan.
Schumacher habe mit ihrem Engagement nicht nur die
Musikerinnen aus Sachsen in den Nordschwarzwald,
sondern auch Pforzheim und Birkenfeld näher zusammengebracht,
resümierte Auerbach-Fröhling, die den Konzertabend
in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Schmuckmuseums
mitorganisiert hatte.
Es
waren einerseits die beschwingten Melodien und humorvollen,
bisweilen etwas verruchten Texte der Stücke, die
das Auditorium begeisterten. Augenzwinkernd wurde
klangvoll der Liebe und dem Glück nachgespürt -
mal in der Bar zum Krokodil am Nil, mal beim Küssen
in Dunkelheit. Dass längst nicht alle Männer den
Idealvorstellungen der Frauen entsprechen, daraus
machte das fröhliche Quintett keinen Hehl, kam aber
dann doch zu dem versöhnlichen Schluss: Die Männer
sind schon die Liebe wert.
Nicht
nur die Arrangements der betagten Lieder waren gelungen.
Auch dass der fröhlich-flotte Fünfer neuere Klänge
wie Grönemeyers „Wann ist ein Mann ein Mann"
verschmitzt integrierten, war gekonnt gemacht. Nur
eins mag man den Damen am Ende nicht glauben: „Das
gibt's nur einmal, das kommt nie wie der."
Dorothee Schumacher jeden falls mutmaßt anderes. Ralf
Recklies/ Pforzheimer Zeitung

Peter
und der Wolf Eine Erzählung für Kinder
Gespannt
lauschten über 50 Kinder auf der Empore in der Birkenfelder
Kirche der Erzählung von Peter und der Wolf, einem
musikalischen Märchen von Sergej Prokofjev. Im gemütlichen
Ohrensessel las Hans-Joachim Zahnlecker die Geschichte
vor, zu der seine Frau Susanne Schmidt-Zahnlecker
an der Kirchenorgel die Menschen und Tiere musikalisch
darstellte. „Das macht uns selbst so viel Freude,
wir machen das gerne“, sagte Zahnlecker. „Ich konnte
bei der Musik hören, wie der Wolf tapst“, sagte
der achtjährige Johannes am Ende der Geschichte.
Wer wollte, durfte selbst einmal auf die Orgelbank
sitzen und auf den Tasten klimpern. Die Füße allerdings
waren zu kurz, um auch dort an das Fußmanual zu
kommen. Zahnlecker führte die Kinder dann in kleinen
Gruppen ins Innere der Pfeifenorgel. Das war für
die meisten wie der fünfjährigen Patrice ganz neu
und spannend. Staunend sahen sie um sich und in
die Höhe. Auf zwei Etagen sind 1726 Pfeifen aus
Holz und aus Metall. Johannes und der fünfjährige
Etienne haben beobachtet, wie der Blasebalk Luft
in ein großes Ofenrohr zu den oberen Pfeifen bläst.
Dem dreijährigen Frieder war es jedoch zu laut,
als die Pfeifen ertönten. Er ist Stammgast bei den
kostenlosen Kinderkonzerten, die der Freundeskreis
von Musik aus Dresden in Zusammenarbeit mit ObenAuf,
dem Verein für die Förderung der musischen Jugendbildung,
jedes Jahr veranstaltet. „Im nächsten Jahr
ist Jazz für Kinder geplant“, sagte Vorsitzende
Dorothee Schumacher von Musik aus Dresden. Waltraud Günther
/ Pforzheimer Kurier

Für
akustisches Wohlgefallen gesorgt.
Musikalische
Edelkultur mit dem Dresdner Kreuzchor in der
evangelischen Kirche Birkenfeld
Zugegeben
- kein leichtes Unterfangen ist es, ein gestähltes
Kritikerherz schmelzen zu lassen wie die sprichwörtliche
Butter an der Sonne. Wenn aber - wie nun geschehen
in der ausverkauften evangelischen Kirche Birkenfeld
- eine musikalische Darbietung von den ersten Tönen
an gefangen nimmt, mitreißt, anrührt, hinwegführt
in die Sphären der Ohrenfreude, dann darf, ja muss
gegriffen werden zu dem altmodisch gewordenen Wort
Wohlgefallen.
In
Birkenfeld war es der Dresdner Kreuzchor, kurz die
Kruzianer genannt, der unter der angenehm unaufgeregten
Leitung des langjährigen Kreuzkantors Roderich Kreile
das Tor zum Zauberreich musikalischer Edelkultur
öffnete. Selbst die sperrig trockene Akustik, der
eingeschränkte Platz für die jugendlichen Sänger
und die sommerliche Stauhitze in der Kirche vermochten
nicht, die exorbitanten Qualitäten dieses weltweit
gefeierten Ensembles zu mindern. Mal als durchsichtiges,
feinnerviges Klanggespinst, mal mit dem Charakter
eines satt brausenden Pleno auf der Orgel durchmisst
der Chor alle Schattierungsmöglichkeiten vokaler
Schönheit. Trägt den Hörer förmlich auf klangkoloristischen
Engelsflügeln in Mendelssohns Motette „Denn er hat
seinen Engeln befohlen", lässt in Monteverdis
„Laudate pueri" das aufjubelnde Knabenlob ton
gewordene Gegenwart werden. Die strahlstarken, doch
niemals höhenscharfen Knabensoprane und die klangweichen
Knabenalte kontrastieren ungemein reiz voll zu den
ausdrucksstarken Tenören und profunden Bässen der
Jungmänner, entwickeln ein packendes, geradezu stürmisches
Gegeneinander in „Jesus und die Krämer" von
Zoltan Kodaly.
Durchhörbar
bis in die letzten Verästelungen und dennoch ein
affektenbetontes Klangerlebnis die kontrapunktische
Feinstickerei in der Bach-Motette „Fürchte dich
nicht", BWV 228, oder das frühbarocke „Gloria,
laus et honor" von Melchior Vulpius. Keinerlei
Textstütze durchs Programmheft bedarf es, um die
deutschen oder lateinischen Worte zu verstehen,
was dann auch zwei subtil auf gebauten Motetten
von Heinrich Schütz und Giovanni Gabrielis beherzt
gesungenem „Jubilate Deo" mehr als zugute kommt.
Wenn dann als Schlusspunkt vor der Zugabe die Kruzianer
eine Brahms-Motette an stimmen als säßen die Engel
höchst selbst beim Klangfestmahl, dann wird selbst
die unfrömmste Seele genussvoll erschauern.
Ein
Extralorbeerblatt verdient hat sich Susanne Schmidt-Zahnlecker.
Die Birkenfelder Organistin, Schülerin des lange
in Pforzheim wirkenden Kirchenmusikdirektors Rolf
Schweizer, ergänzte den Auftritt des Dresdner Kreuzchors
mit einem leuchtkräftig angelegten Präludium von
Ferdinand Thieriot und Bachs präzise und schwungvoll
herausmodelliertem Präludium und Fuge a-Moll, BWV
543. Kurzum: Ein Abend des akustischen Wohlbehagens.
Fabelhaft! Sebastian
Giebenrath/Pforzheimer Zeitung
Freundeskreis
von Musik aus Dresden holten den Kreuzchor
nach Birkenfeld
Schöner
können Gebete kaum sein. Zu einem fantastischen
Klangerlebnis wurde das A-cappella-Konzert des berühmten
Kreuzchores aus Dresden in der ausverkauften Birkenfelder
Kirche. Pfarrer Rainer Boy war ganz ergriffen und
hätte die Glocken geläutet um den Glanz in seiner
Kirche zu würdigen, aber er wusste nicht, wie man
sie einschaltet. Aus über 80 Knabenkehlen zwischen
neun und 19 Jahren erklangen Motetten zur Ehre Gottes
und dem Entzücken von fast 400 Besuchern der Birkenfelder
Kirche. Die letzten Sonnenstrahlen fielen schräg
durch die Kirchenfenster auf die Knaben und zauberten
goldene Lichtstreifen auf die Goldkehlen. Das Volumen
der Stimmen hätte ein Vielfaches des Kirchenraumes
erfüllen können. So sind es die Kruzianer auch gewöhnt.
Der Kreuzchor ist einer der älteste Knabenchöre
in Deutschland. Gegründet vor über sieben Jahrhunderten
als Lateinschule an der heutigen Kreuzkirche wurde
die mittelalterliche Tradition von liturgischen
Knabengesängen bis heute erhalten. Kreuzkantor Roderich
Kreile fordert selbst die jungen Kruzianer mit ihren
vibratofreien Sopranstimmen zu künstlerischen Hochleistungen.
Die Gäste waren ergriffen von dem bis zu achtstimmigen
Motetten wie bei Felix Mendelssohn Bartholdys „Mitten
wir im Leben sind“ und „Denn er hat seinen Engeln
befohlen“ aus „Drei Kirchenmusiker“ oder „Jubilate
Deo“ von Giovanni Gabrieli. Die Knaben sangen Lieder
aus dem 17. Jahrhundert ebenso akzentuiert und mitreißend
wie junge Chorliteratur aus dem vergangenen Jahrhundert.
Eisern hielten die Jungs in der Hitze durch und
gaben ihr Bestes. Kreuzkantor Kreile legt hohe Maßstäbe
an die Qualität des Kreuzchores, mit dem er in großen
Kirchen und Konzertsälen bei Ur- und Erstaufführungen
immer wieder Anerkennung und Beachtung der Fachkritik
erfährt. Nicht weniger euphorisch war das Birkenfelder
Publikum und forderte mit lang anhaltendem Beifall
Zugabe. Zwei Stunden sangen die Dresdner Knaben,
nur unterbrochen vom Orgelspiel von Susanne Schmidt-Zahnlecker,
die großen Beifall für Präludium Es-Dur von Ferdinand
Thieriot und Präludium et Fuga a-Moll von Johann
Sebastian Bach erhielt.
Schließlich
ist es auch eine Ehre und Verpflichtung, das hohe
Niveau, für das der Kreuzchor weit über deutsche
Grenzen hinaus bekannt ist. Obgleich sie in der
Kreuzkirche Dresden fest verwurzelt sind, waren
sie gerne gesehene und gefeierte Gäste bei Tourneen
in Deutschland und Europa bis nach Japan, Israel,
Kanada, Südamerika und die USA.
Jedes
Jahr werden 24 Knaben in die vierte Klasse am Alumnat,
dem Internat des Chores, aufgenommen. Voraussetzung
ist, dass ein Instrument an einer Musikschule erlernt
wurde, entsprechende Musikalität und Stimme, um
darauf aufbauen zu können. Bis zum Abitur wohnen
die meisten Kruzianer im Alumnat und werden im Chor
und einzeln gefördert.
„Es
erstaunt mich, dass es so weit weg von Dresden einen
Freundeskreis für Musik aus Dresden gibt“, sagte
Kreile. Das sei wohl einzigartig. „Ich habe nicht
einmal gewusst, wo Birkenfeld liegt.“ Noch mehr
staunte der Kantor, dass es diesen Freundeskreis
mit der intensiven persönlichen Bindung zu Dresden
und seinen Künstlern schon seit fast 30 Jahren gibt.
Als er dann die persönliche und liebevolle Betreuung
bemerkte, wusste er auch, warum seine Dresdner Kollegen
den weiten Weg nach Birkenfeld so gerne auf sich
nehmen. Seit fast 20 Jahren ist Dorothee Schumacher
die gute Seele und Vorsitzende des Freundeskreises.
Und sie ist bei Dresdner Künstlern berühmt nicht
nur für ihre Maultaschen. Waltraud Günther
/ Pforzheimer Kurier

Bestechende
Klangkultur Umjubelter Auftritt der „Salzburg
Comedian Harmonists" in Birkenfeld
Wahrhaft
grauslich gemuffelt haben muss sie, die Königin.
Denn Isabella von Kastilien hatte geschworen, erst
dann wieder die Wäsche zu wechseln, wenn die letzten
Araber aus Spanien vertrieben seien. Doch das dauerte
jahrelang bis 1492, weshalb Isabellas ursprünglich
weiße Unterkleidung jenen bräunlich grauen Ton bekam,
der in der Modewelt isabellfarben genannt wird.
Höchst farbenreich indes, temperamentvoll und mit
königlicher Grandezza tauchte jetzt eine weitere
Isabella von Kastilien in Birkenfeld auf.
Aber
- ach! - sie musste die Gunst des scharenweise ins
Autohaus Bäzner und Herzog getigerten Publikums
teilen mit anderen Damen namens Marie, Veronika,
Sonja oder Daisy. Sogar Badewasser, Spargel, Ali
Baba, ein Rumba in Kalumba, Diamanten, Matrosen
und - es ist nicht auszuhalten! - ein kleiner grüner
Kaktus machten der Königin Konkurrenz, ganz zu schweigen
von einer „Dancing Queen".
Bevor
jedoch die „Salzburg Comedian Harmonists" ihren
umjubelten Auftritt hatten, gab's im Vorkonzert
eine Kostprobe vom Ausbildungsstandard in der Jugendmusikschule
Neuenbürg. Frank Goebel und seine beiden sechzehnjährigen
Schüler Christian Förschler und Felix Kolb servierten
forsch zwei vierhändige Stücke von Robert Schumann
und Fanny Hensel (die Schwester Mendelssohns) als
klavieristische Kraftsuppe und die lustig aufgezäumte
Rumba „Tequila Sunrise". Welche Töne dem nicht
sonderlich edlen Flügel noch zu entlocken sind,
demonstrierte dann Klaus Eibensteiner, der mit pianistischer
Delikatesse die Gesangskünste der „Salzburg Comedian
Harmonists" stützt und umrahmt.
Obwohl
die fünf Kehlkopfakrobaten nur selten zusammenkommen,
haben sie eine bestechend homogene Klangkultur entwickelt,
verblüffen mit rhythmischer Präzision und einem
vokalen und stilistischen Können, das ihrem Vorbild,
den legendären „Comedian Harmonists", kaum
nachsteht.
Philipp
Caspari (1. Tenor und Countertenor), Maximilian
Kiener (2. Tenor), Markus Schmid (3. Tenor), Erasmus
Baumgartner (Bari ton) und der Bassist Oliver Baxmann,
allesamt musikalisch mit Salzburg verbunden, lassen
in ihrem Programm „Veronika, der Lenz ist da"
all jene Lieder wieder aufblühen, die ihr Vorbild
vor 80 Jahren weltberühmt machten: Witzige, amüsante
Texte, süffige Melodien und raffinierte Arrangements
- unsereins muss sich heutzutage mit Florian Silbereisen
begnügen. Doch nicht nur „Lass mich dein Badewasser
schlürfen" oder der „Maskenball im Gänsestall"
feierten in der gut durchchoreografierten Show fröhliche
und vokal brillante Urständ. Auch Marilyn Monroes
„Diamonds are a Girls best friends" oder der
urkomisch verfremdete Abba-Hit „Dancing Queen"
rissen das Publikum mit. Als dann als eine der Zugaben,
mit Jodeleinlage garniert, „Wenn am Sonntagabend
die Dorfmusik spielt" zum herrlich blödeln
den Tableau vivant mutierte, hätte sich Isabella
von Kastilien bestimmt überlegt, ob sie nicht doch
die Wäsche vorher wechselt - als Kompliment an die
„Salzburg Comedian Harmonists". Sebastian
Giebenrath/Pforzheimer Zeitung

Dichter
ohne Denkmal Heine-Abend bildete den Auftakt
der Veranstaltungsreihe „Musik aus Dresden“ in Birkenfeld
Ein
grauer Sockel und ein kleines Bild des jugendlichen
Heinrich Heine. Mehr Ausstattung ist nicht notwendig,
werden die bei den Dinge doch so dezent und doch
bedeutungsschwer eingesetzt: Erst steht das Bild
auf dem Klavier, mal auf dem Podest, dann liegt
es auf seinem Gesicht oder wird sogar aus seinem
Rahmen herausgelöst. Auch die Säule ist variabel;
mal dient sie als Sitzgelegenheit, dann als Liege,
als Säule oder auch als Träger eines mit den deutschen
Farben geschmückten Lorbeerkranzes. Mit ihrem Hei
ne - Abend unter dem Titel „Das Glück ist eine leichte
Dirne" am Freitagabend in der Aula der Ludwig
- Uhland - Schule setzte der Theaterkahn Dresden
dem deutschen Dichter ein ehrfurchtsvolles Denkmal
und verwies gleichsam auf dessen bis heute noch
zwiespältige Rezeption.
„Die
Freiheit der Meinung setzt voraus, dass man eine
hat.", „Weise erdenken neue Gedanken, und Narren
verbreiten sie." und „Ein Kluger bemerkt alles,
ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen."
Heine war ein leidenschaftlicher Kämpfer für Freiheit
in allen Lebensbereichen und scharfsinniger Kritiker
von Dummheit, Unwissenheit und nationalem Gedankengut.
Doch auch über die Liebe zu den Frauen hat der unter
dem Namen Harry Heine 1797 in Düsseldorf geborene
Schriftsteller viele ergreifende Lieder und Gedichte
verfasst. Der Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge
bewältigte die Aufgabe, den jungen, drängenden Dichter
ebenso empathisch zu rezitieren wie den alternden,
nachdenklichen Polemiker, den politisch engagierten
Deutschlandkritiker ebenso zu geben wie den von
Heimweh gequälten Emigranten, der 1831 nach Paris
übersiedelte, wo er 1856 starb und auch begraben
ist. Unterstützt vom Michael - Fuchs -Trio sang
Junge viele Lieder und brachte damit auch die eher
weniger bekannte Seite Heines zum Leuchten.
Junge
überraschte mit einer unglaublichen Bandbreite darstellerischen
Könnens, mit dem er sowohl die leisen als auch die
lauten Töne von Heines Werk beeindruckend darzustellen
wusste. Hilfreich für den Zuschauer wären jedoch
ein paar wenige Kommentare zu Werk und Lebenslauf
des Dichters gewesen. Auch eine kurze Erläuterung
des jahrelangen sogenannten „Denkmalstreits"
um die Würdigung von Heines Werk durch seine Heimatstadt
Düsseldorf hätte den Einsatz von Bild und Sockel
sicherlich erklärend unterstrichen.
Eingeleitet
wurde der Abend durch das Vorkonzert des sehr talentierten
Schülers der Jugendmusik schule Neuenbürg / Birkenfeld,
Oliver Maiwald. Sabine Hägele / Pforzheimer
Zeitung

Glanzlichter
der Region
Über
4000 Einsendungen mit rund 1400 Nennungen gingen
beim Jubiläums- wettbewerb der Sparkasse Pforzheim
Calw ein. Unterschiedlichste Bereiche wurden
ausgewählt wie Firmen, Kultureinrichtungen vor allem
in Pforzheim aber auch Gebäude oder Landschaftsbereiche.
Für sein großes bürgerschaftliches Engagement für
Birkenfeld und weit darüber hinaus erhielt Musik
aus Dresden am vergangenen Mittwoch in einer kleinen
Feierstunde in der Zweigstelle der Sparkasse Pforzheim
Calw die Auszeichnung in diesem Bereich für Birkenfeld.
Die Veranstaltungsreihe der Evangelischen Kirchengemeinde,
organisiert und durchgeführt vom Freundeskreis und
unterstützt von der Gemeinde Birkenfeld, dem Enzkreis
und Sponsoren, strahlt mit seinen hervorragenden
Konzerten weit über den Enzkreis hinaus. Neben der
Begegnung mit bekannten Künstlern erleben die Besucher
bei allen Veranstaltungen auch junge Musikerinnen
und Musiker in den Vorkonzerten. Diese Förderung
junger Talente, sowie das Heranführen von Kindern
an die Musik ist neben der Veranstaltungsreihe das
besondere Anliegen von Musik aus Dresden. Deshalb
war die Hoffnung aller Redner, dass dieses Glanzlicht
von Birkenfeld aus noch lange weit in die Region
strahlen möge.
In
den nächsten zwei Wochen präsentiert sich Musik
aus Dresden in der Kundenhalle der Zweigstelle den
interessierten Besuchern.

Dresdner
Kostbarkeiten
Unter
diesem Titel fand zum zweiten Mal die sehr gut besuchte
Vorstellung des Jahresprogramms Musik aus Dresden
am Samstag im Martin-Luther-Gemeindehaus statt.
Den ersten Teil des Abends gestalten traditionell
junge Musikerinnen und Musiker, die zum Teil schon
an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen haben.
Mit „The Entertai ner" von Scott Joplin, schwungvoll
gespielt von Verena Pfaff, wurde der Reigen der
jungen Musiker eröffnet. Ihre Schwester, Rebecca
Pfaff, erfreute die Zuhörer mit einer hervorragenden
Wiedergabe des Grand Valse Brillante von Frederic
Chopin. In die Barockzeit führten die bei den Flötistinnen
Sonja Zillner und Miriam Peter mit dem Duett in
c-moll von Georg Philipp Telemann. Ein besonderes
Musikerlebnis bot Tillmann Haag, Posaune, begleitet
am Klavier von Frank Goebel. Die Posaune, in der
Regel in Korrespondenz mit anderen Blechblasinstrumenten,
wurde an diesem Abend als Soloinstrument in unterschiedlichsten
Kompositionen vorgestellt. Ob in der getragenen
Sonata in f-moll von Telemann, dem Kirchenlied „ein
feste Burg ist unser Gott" oder zum Abschluss
mit den jazzigen Titeln von Snidero, die Zuhörer
waren gebannt von der Vielfältigkeit des schwer
zu spielenden Instrumentes. Den Abschluss des ersten
Teils bildete „Pour le piano" von Claude Debussy,
wahr haft meisterlich vorgetragen von Marie-Therese
Zahnlecker. Sie wurde mehrfach bei Wettbewerben
ausgezeichnet und war im vergangenen Jahr erste
Preisträgerin beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert.
Ihr technisch hervorragendes Spiel, die genaue Ausarbeitung
in den einzelnen Sätzen des pianistisch anspruchsvollen
Werkes, begeisterte die Zuhörer. Im zweiten Teil
des Abends stellte Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch
„Dresdner Kostbarkeiten" vor. Nach dem Grünen
Gewölbe im vergangenen Jahr, zeigte sie, passend
zum 300jährigen Bestehen der Porzellanmanufaktur,
die spannende Geschichte der Entstehung des Porzellans
am Dresdner Hof auf. Einem Thriller glich diese
Erforschung der Herstellung, die in wunderbaren
Porzellanfiguren und anderen Porzellangegenständen,
gefertigt von großen Künstlern, ihren Höhepunkt
fanden. Wie immer fesselte Frau Baumbusch ihre Zuhörer,
sodass es fast eine Selbstverständlichkeit war,
dass die Vorsitzende des Freundeskreises, Dorothee
Schumacher, bei ihrem Dank sie gleich zu einem neuen
Vortrag im kommenden Jahr einlud. Dieser Dank galt
auch den jungen Musikerinnen und Musikern, die hoffentlich
auch im nächsten Jahr bei der Auftaktveranstaltung
von Musik aus Dresden ihr Können unter Be weis stellen
werden.
Veranstaltungen
2009

„Welch
artiges Musizieren“ Cappella Musica Dresden
schafft mitreißende Barockfestlichkeit
Ihre
körperlichen Vorzüge brachten ihr die Gunst eines
Königs ein, die geistigen und musischen Interessen
verschafften ihr die Zuneigung berühmter Künstler
am Hof von Dresden, weshalb denn auch Aurora von
Königsmarck im Jahr 1713 von dem Musikschriftsteller
Johann Mattheson seine Schrift „Das Neueröffnete
Orchestre" gewidmet bekam. Und gewiss hätte
die Mätresse August des Starken huldvoll genickt,
wenn sie gehört hätte, was nun die Cappella Musica
Dresden in der gut gefüllten evangelischen Kirche
Birkenfeld an musikalischem Barockgeschmeide darbot.
Bevor
jedoch das sechsköpfige Ensemble anhub zu einem
ausnehmend schönen Musizieren, warteten Schülerinnen
der Jugendmusikschule Neuenbürg auf mit einem ebenfalls
dem Barock gewidmeten Blockflötenkonzert. Romana
Gratzer, Johanna Ziller, Sonja Ziller, Miriam Peter
und Ulrike Sparn (Cembalo) gestalte ten den überaus
erfreulich klingenden Leistungsnachweis jugendlichen
Übungsfleißes.
Beste
Dresdner Musiktradition fortzusetzen vermögen der
exzellente Gambist Thomas Grosche, Susanne Branny
(1. Violine), Jörg Kettmann (2. Violine) Cornelia
Schumann (Bratsche), Andreas Priebst (Cello), Helmut
Branny (Kontrabass), und fingerflink an Cembalo
und Orgel Jobst Schneiderat. Vor allem der Primaria
muss ein Ehrenkränzlein geflochten werden für ihre
beherzt musikantische, mit raffinierter Dynamik
und bezauberndem Farbreichtum aufgeladene Spielweise.
So gewannen Corellis Concerto grosso op. 6, Haydns
Divertimento D-Dur und Telemanns Suite D-Dur für
Viola da Gamba und Streicher jenen Schwung und jene
mitreißende Barockfestlichkeit, die dem Ohr ausgesprochen
wohl tut.
In
Händels anfänglich etwas behäbig angegangenem Orgelkonzert
B-Dur erwies sich Schneiderat als kultiviert-virtuoser
Solist. Thomas Grosche entlockt seiner Viola da
Gamba jene Engelstöne, die Musikfreunde der frühen
Barock zeit zu begeistern wussten. In Buxtehudes
Sonata a-Moll und vor allem in den spieltechnisch
höchst an spruchsvollen Solostücken von C. F. Abel
entfaltete sich pointierte Klangstickerei. Die königliche
Mätresse hätte zu diesem beifallumrauchten Konzert
gewisslich gesagt: „Welch artiges Musizieren, ich
bin ästimiert." Pforzheimer Zeitung (Sebastian
Giebenrath)

Pfiffig
und tiefsinnig Karalis Bass Quartett begeisterte
mit Fugen und Tangos bei „Musik aus Dresden"
Ein
beständiger Kontrabass-Rhythmus schwingt unaufdringlich
durch den Raum. Süßlichleise tritt der Klang von
drei Celli hinzu. Er steigert sich in sanftem Crescendo
und gipfelt schließlich in einem ausdrucksvollen
Geflecht aus Gefühl und Melodik, bei dem besonders
die leisen Töne berühren. Unmittelbar danach ein
ungestümes Folklorestück, bei dem die vier Streichinstrumente
lustvoll virtuos erklingen. Weniger der nahtlose
Übergang von Astor Pizzollas „Oblivion" und
Jascha Kreins „Zigeuner Fantasie" zeichnen
das gut besuchte Konzert des Karalis Bass Quartetts
im Autohaus Bäzner und Herzog in Birkenfeld aus.
Schon zum dritten Mal, jedoch in anderer Besetzung,
gastiert das 2006 gegründete Ensemble bei „Musik
aus Dresden". Es ist vielmehr die gelungene
Mischung aus expressiv tiefsinnig und temperamentvoll
interpretierten Werken, die bei diesem Konzert überzeugt.
Und
insgesamt betrachtet: Die Tänze, ob wild oder langsam,
scheinen Robert Witt, Pietro Nappi, Gianluca Pischedda
(Violoncello) und Simone Guarneri (Kontrabass) besonders
zu liegen. Nach einem entschlossenen Auf takt mit
Johann Georg Albrechtsbergers Doppelfuge servieren
Quartett-Gründer Robert Witt und die drei Musiker
aus Sardinien einen reizvollen Dvorak. Dessen Slawischer
Tanz Nr. 2 erklingt mit melancholischer Note in
feinen dynamischen Abstufungen. Mit elegantem Pfiff
und markanten Rhythmen auch der Rhapsodie Tango
von Oscar Stroc. Zackig und lebhaft treiben Witt
und Nappi den Dialog mit Pischedda bei Pfisters
Argentinischem Tango voran. Exzellent auch Pischeddas
Solopartie beim Tango Passionato, wo auch Kontrabassist
Guarneri energische Akzente setzt.
Durch
seine schlichte Vortragsart besticht das Quartett
mit der leisen Serenade von George Goltermann. Stark
vibratobetont dagegen die Elegie von Isaak Schwarz.
Immer wieder konfrontiert Cellist Robert Witt das
Publikum mit Ratespielchen, etwa mit den Melodien
aus der „West Side Story" von Leonard Bernstein.
Dick auf getragen die Dramatik dann beim „Maria"-Song,
spritzig und tempo reich indessen „America".
Etwas spannungsarm die 007-Filmmusik von Sergej
Drabkin. Ausdrucksstark dafür das Klezmer - Traditional
„L'shana haba'a", das das Quartett anlässlich
des jüdischen Neujahrsfestes noch mal als Zugabe
präsentiert.
Klezmerstücke
meistert auch die junge Klarinettistin Angelina
Heling von der Jugendmusikschule Neuenbürg im Vorkonzert.
Sie wird von Robert Witt und Simone Guarneri sowie
Frank Göbel (E-Piano) begleitet. Pforzheimer
Zeitung (Anita Molnar)

Kinderkonzert
des Karalis - Quartetts Karneval der Tiere
– vom Elefant zum Schwan
Birkenfeld
wg. Als vollen Erfolg kann der „Freundeskreis Musik
aus Dresden“ das Konzert im Autohaus für Kinder
ab drei Jahren verbuchen. Über 150 Kinder, Eltern
und Großeltern kamen zum „Karneval der Tiere – vom
Elefant zum Schwan“, ein Sonderkonzert mit dem Karalis
Bass Quartett aus Sardinien. Der Freundeskreis ermöglichte
das kostenlose Konzert in Zusammenarbeit mit dem
Verein Oben Auf, der sich die Förderung der musischen
Jugendbildung zum Ziel gesetzt hat. Gespannt lauschten
die Kinder den Musikern, welche Tierlaute sie auf
ihren Saiteninstrumenten nachahmen konnten. Man
konnte die Wasserschildkröten beim Schildkrötenbuggie
an den Strand tapsen hören und das Vogelzwitschern
erkannten die Kinder ganz klar bei der Zigeunerfantasie.
Kontrabassist Simone Guarneri erzeugte die tiefen
Töne des behäbigen Bären, am Violoncello von Robert
Witt, Pietro Nappi und Gianluca Pischedda entstanden
Entengeschnatter, das Muhen von Kühen und das sanfte
Gleiten eines Schwanes über das Wasser. Aber auch
Melodien zum Zuhören wie die Westside Story von
Leonard Bernstein oder der Slavische Tanz von Antonin
Dvorák faszinierte die Kinder. Besonders spannend
wurde es dann, als die Kinder selbst an die Instrumente
durften. Dicht umringt waren die Profimusiker aus
Sardinien, die bereits am Abend zuvor ein viel gelobtes
Konzert an selber Stelle gegeben haben. Die Instrumente
waren fast größer als so manches Kind. Dabei warb
der aus Dresden stammende Gründer des Karalis Bass
Quartetts Robert Witt fürs Musizieren, das so viel
Spaß machen kann und für die Musikschulen, an denen
man diese und viele andere Instrumente erlernen
könne. Pforzheimer Kurier (Waltraud Günther)

Elb
Meadow Ramblers
In
Birkenfeld sind die Elb Meadow Ramblers aus Dresden
schon alte Bekannte. Zum fünften Mal waren sie zu
Gast und begeisterten mit viel Spielfreude ihr zahlreiches
Publikum. Der traditionelle Jazz auf dem Schulhof
der Ludwig-Uhland-Schule musste allerdings am Samstag
nach einem gehörigen Regenschauer in die Pausenhalle
verlegt werden.
Der
enorme Besucheransturm erforderte dann noch schnelles
Aufstellen von weiteren Tischen und Bänken. Denn
die Qualität der 1955 in den Elbwiesen in Dresden
gegründeten Formation hat sich bei uns längst herum
gesprochen. Nicht zuletzt auch das fantastische
Büffet des „Freundeskreises Musik aus Dresden“,
das eine Auswahl der Köstlichkeiten, die aus den
privaten Küchen kamen, schwer machte.
Die
Gruppe formte und veränderte sich stilistisch wie
auch personell und gilt nun als traditionsreichste
Band der östlichen Bundesländer. Seit über 50 Jahren
sind die Elb Meadow Ramblers ein akustisch bedeutendes
Element im Musikleben ihrer Heimatstadt Dresden,
zu deren Ruf sie als „Hauptstadt des Dixieland“
ein gutes Stück beigetragen haben. Ihr Repertoire
reicht vom traditionellen und modernen Jazz zu allen
Variationen zwischen Oldtime und Mainstream. Sie
treffen genau die Erwartungen der Gäste, die jedes
Soli mit begeistertem Applaus belohnten. Die Musiker,
drei von ihnen sind Berufsmusiker, lieben ihre Musik
und haben Spaß daran. Das vermitteln sie auch ihrem
Publikum, zu dem sie ein musikalisches Band knüpften.
Denn Jazz mit seinen Facetten hat in all den Jahren
seine Faszination für die Musiker nie verloren.
„Die Musiker übernachten privat bei Fans in Birkenfeld,
die sich fast darum reißen, einen der acht
Bandmitglieder
zu beherbergen“, sagte Dorothee Schumacher, Vorsitzende
des Freundeskreises. Welche enge Verbindung zwischen
den Dresdner Künstlern und ihren Gastgebern besteht,
wird auch dadurch deutlich, dass immer noch ein
Gründungsmitglied der Gruppe gern nach Birkenfeld
mitkommt.
Im
Vorkonzert mit der eigens für diesen Auftritt neu
formierten Big-Band der Jugendmusikschule in
Neuenbürg
begeisterten Musikschüler mit „Rock opening“, klassischer
Filmmusik aus „Pink Panther“ und dem Zauberer von
Oz unter der Leitung von Frank Goebel. Aus seiner
und Klassen von Silke Schöninger, Michael Pietsch
und Georg Schmid wurde die Brassformation zusammen
gestellt. Seit Jahresbeginn kooperieren die Jugendmusikschule
und die Musik aus Dresden, um jungen Musikern Gelegenheit
zu geben, vor großem, musikbegeistertem Publikum
aufzutreten. Pforzheimer Kurier (Waltraud
Günther)


Böse
und sarkastisch: getroffen und versenkt. Das
Dresdner Kabarett-Theater »Die Herkuleskeule« nimmt
kein Blatt vor den Mund
Einen
Rat haben Rainer Bursche und Michael Rümmler, nachdem
sie in ihrem Programm des Dresdner Kabarett-Theaters
»Die Herkuleskeule« »Die nackte Wahrheit« verkündet
haben, fürs Publikum in der Aula der Birkenfelder
Ludwig-Uhland-Schule: »Wenn Sie das Gefühl haben,
in diesem Land 24 Stunden verarscht zu werden, vertrauen
Sie Ihrem Gefühl.«
Es
geht ums Fernsehen und das Steigern der Quote, gewürzt
mit Songs und nett choreografiert, untermalt mit
Mimik und Gestik, musikalisch begleitet von Thomas
Wand, beim Auftritt des Duos - veranstaltet vom
Freundeskreis »Musik aus Dresden«. Satirisch und
ironisch, immer ein bisschen mit sächsisch angehauchtem
Mundwerk werfen die Beiden ein grelles Licht auf
die Themen: Arbeitsplatzabbau und innere Sicherheit:
»Der letzte Fall, den die Polizei aufgeklärt hat,
war der Einbruch des Winters.« Mit aberwitziger
Wortkreativität, immer das Publikum im Visier betreiben
die zwei Kabarettisten im frisch gegründeten privaten
Nachrichtensender »nichts 24« ihr bitterböses Spiel,
wenn dem im eisigen Mittelmeer schwimmenden und
langsam ertrinkenden Flüchtling nach den gestellten
Einbürgerungsfragen der Asylantrag verwehrt wird
- aber was soll's: Er ist mittlerweile ohnehin schon
untergegangen. Offen ausgefochten ist die Medienschelte:
»Was ich heutzutage alles so lesen muss, da beneide
ich die Analphabeten.« Die Figuren sind humorig
gezeichnet, die Lieder gut interpretiert, von Thomas
Wand musikalisch fein abgestimmt, der Auftritt rund.
Vor allem findet »Die Herkuleskeule« deutliche Worte
und nimmt kein Blatt vor den Mund, nicht bei der
Wirtschafts- und Finanzkrise und der Kritik an den
Bankern: »Ich habe nichts gegen Banker, man darf
ihnen nur kein Geld in die Hand geben«; nicht bei
Schweinegrippe -» das Gesundheitsministerium rät:
Schweinen nicht mehr die Hand zu geben« - und Klimakatastrophe,
auch brandaktuelle Themen greift das Programm auf.
Bursche und Rümmler verdrehen und spielen mit den
Worten und hau en mit ihren Keulen zu: Warum nicht
ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug
abschießen, wenn mit Jung, Schäuble - und »mit Glück«
Meisner am Steuer - die richtigen Leute drin sitzen;
warum nicht im Namen Gottes ein bisschen foltern
und morden. Mit skurrilen Typen darf es im Superwahljahr
auch ein wenig klamaukig zugehen: »Die Wahlen sind
frei und kosten los und manche behaupten: Sie sind
sogar umsonst.« Auch die Soli besitzen Drive und
Power. Die Autoren - neben anderen Wolfgang Schaller,
der alles zusammen gemixt und komponiert hat - lassen
kein Thema aus, scheuen sich vor nichts und nichts
ist ihnen heilig: Auch der Herr Hitler darf auftreten,
interviewt von Herrn Kerner.
Bursche
und Rümmler präsentieren sich mit Vitalität und
Präsenz, setzen sich kritisch auseinander mit dem
Be ruf des Journalisten, ziselieren ihre Szenen
schön und malen sie aus. Dabei sind sie sehr kritisch
und knallhart: ob Lidl oder Fernsehsender, Israel
und palästinensischer Konflikt: »Alle erschießen
sich mit den gleichen Waffen - aus Deutschland«,
ob deutsche Rüstungsindustrie oder Dopingmissbrauch
in der Politik. Und sie haben Ratschläge: »Legen
Sie ihr Geld in Steuern an, die steigen mit Sicherheit.«
Das ist sarkastisch und Satire pur!: »Warum sagt
man >korrupte Politiker<, man sagt doch auch
nicht >weißer Schimmel<?« Es ist witziges
und lebendiges politisches Kabarett, das stark und
treffsicher, deutlich und direkt mit den Klischees
hantiert.

Lustiges
Vorprogramm: Raphaela Jonait, Joana Rupprecht
und Alina Steiner - Gesangsschülerinnen an der Neuenbürger
Jugendmusikschule - sorgten mit ihren drei Szenen
über die Sprachverwirrungen zwischen Mann und Frau
als Beitrag der Kooperation zwischen »Musik aus
Dresden« und der Jugendmusikschule für einen humorvollen
und viel belachten Einstieg in den Kabarettabend
in Birkenfeld. Der
Enztäler (Christoph Holbein)


"Chorstadt"
mit konservativem Image Hans Hachmann unternimmt
einen zweiten Streifzug durch die Dresdner Musikgeschichte
ab dem Jahr 1945
Seine
Komposition aus dem Jahre 1939 passt in die Epoche
des Vortrags: Mit den Sätzen II (Lento) und III
(Allegro con brio) aus der Sonate für Violoncello
und Klavier Nummer 1 von Bohuslav Martinu eröffneten
die beiden Jugendmusikschüler, Johanna Diez am Klavier
und Manuel Nonnenmann (Violoncello), die Veranstaltung
des Freundeskreises »Musik aus Dresden« im Martin-Luther-Gemeindehaus
in Birkenfeld. Und leiteten damit treffend über
zum Vortrag von Hans Hachmann, der bei seinem zweiten
Teil des Streifzugs durch die Dresdner Musikgeschichte
die Ära von 1945 bis zur Jetztzeit beleuchtete und
dafür per CD-Spieler viele Musik- und Hörbeispiele
den Zuhörern offerierte.
Das
Klavier klar im Anschlag und das Cello fein im Bogenstrich
interpretieren die beiden Nachwuchsmusiker im Rahmen
der Zusammen arbeit des Freundeskreises mit der
Jugendmusikschule Neuenbürg das Lento. Kraftvoll
und gut harmonierend, atmosphärisch etwas düster
gestalten Diez und Nonnenmann. Auch das Allegro
con brio ist vital und energiegeladen, tempoenergisch
vorwärts treibend setzt das Duo sehr pointiert,
gut akzentuiert die Töne punktgenau. Forciert und
sicher gelingt ihnen eine rhythmische Klarheit,
ziehen sie ihre Interpretation sauber durch.
Festlicher,
goldener Glanz hat einst die Musikstadt Dresden
ausgemacht, trotz aller Ernstheit der Zeit. Eine
»grausige Zäsur« brachte dann der 13. Februar 1945.
Elf Stunden Bombardement verwandelten die bis dahin
schöne und kulturell bedeutende Stadt in eine Wüste
aus Trümmern und Schutt. Die Zerstörung durch die
Luftangriffe ließ auch den Pulsschlag des regen
und vielfältigen Musiklebens in Dresden für einen
Moment still stehen: Die Dresdner Oper, die Dresdner
Philharmonie, der Kreuzchor hatten als musikalische
Stimmen der Stadt, der laut Hachmann immer ein bisschen
das Image des Konservativen anhaftete, aufgehört
zu tönen. Am 4. August 1945 ist es der Kreuzchor,
der mit seiner ersten Vesper in den Ruinen der ausgebrannten
Kreuzkirche den Wieder beginn markiert. Zur Uraufführung
kommt die Trauermotette »Wie liegt die Stadt so
wüst«, komponiert von Rudolf Mauersberger, ein A-capella-Werk,
das am Karfreitag 1945 entstanden ist.
Zehn
Jahre später, 1955, wurde die Kirche wiedereröffnet.
Dem Bombenangriff wird jedes Jahr regelmäßig gedacht
durch Musik. Bei der Zerstörung gingen unzählige
Noten verloren. Die Dirigenten des Kreuzchores mussten,
so Hachmann, komponieren, mussten Material ranschaffen,
dass etwas vorhanden war, was der Chor aufführen
konnte. 1971 wurde der Chor verstaatlicht und kontinuierlich
weiterentwickelt. Ohnehin bezeichnet Hans Hachmann
Dresden als Chorstadt mit dem Sächsischen Vocalensemble,
dem Körnerschen Singverein, dem Kammerchor. Daneben
weist Dresden eine Reihe von Instrumentalensembles
auf, beispielsweise das Dresdner Barockorchester.
Und in der Frauenkirche gibt es an die 120 Konzerte
im Jahr. »Es ist, als wollten die Veranstalter die
goldenen Zeiten wieder auferstehen lassen«, sagt
Hans Hachmann, zum Beispiel mit Bachzyklen, Gesprächs-
und Orgelkonzerten.
Schwere
Zeiten musste auch die Dresdner Philharmonie nach
1945 überstehen. Es waren gerade mal noch 32 Musiker,
die mit einem Beethoven-Programm wieder ins musikalische
Dasein starte ten. Eine Fülle interessanter Dirigenten
sollte aus diesen Anfängen heraus einen Klangkörper
entwickeln, der heute eine weltweite Ausstrahlung
genießt. Darunter neben anderen Kurt Masur.
Von der SED gesteuert war der Niedergang der Staatsoper.
Erst Musiktheatermann Harry Kupfer (1972 bis 1983)
erreichte mit seinem fantasie- und geistvollen Inszenierungsstil
einen Aufschwung. Am 13. Februar 1985 wurde dann
das Sempersche Opern haus wieder eingeweiht.
Das
Musikleben» in Dresden, das machte der Vortrag des
früheren Musikredakteurs des SWR 2 deutlich, hat
zu neuer Blüte gefunden mit der Hochschule für Musik
»Carl Maria von Weber«, mit bedeutenden Musikfestspielen,
aber auch mit dem Einsatz der vielen singenden und
spielenden Laien-Musikvereine. Der
Enztäler (Christoph Holbein)


„Serieus,
munter und brillant" Dresdner Streichtrio
mit Bachs „Goldbergvariationen" in der evangelischen
Kirche Birkenfeld
Manche
Legende ist gestrickt worden um ein Werk von Johann
Sebastian Bach: Die „Goldbergvariationen",
die er seinerzeit sozusagen in die Hände des erst
14-jähri gen Johann Gottlieb Goldberg geschrieben
hat, der als Hauscembalist des Grafen Keyserlingk
amtierte. Wohl wusste Bach, dass dieser musikalische
Wunderknabe imstande sein würde, den damals unerhörten
Schwierigkeitsgrad der 30 Variationen zu bewältigen,
doch Bach hatte sich schon einiges zuvor mit dem
Ge danken getragen, einen solch enzyklopädischen
Zyklus zu schaffen. Bewusst hat Bach die Tonart
G-Dur gewählt, die Johann Mattheson (1681 bis 1764)
so charakterisierte: „...er brillirt dabey auch
nicht wenig/und ist so wol zu serieusen als zu munteren
Dingen gar geschickt."
Wie
„serieus, munter und brillant" die „Goldbergvariationen"
klingen können, selbst wenn sie nicht in der originalen
Cembalofassung wiedergegeben werden, das faszinierte
eine sehr ansehnliche und sichtlich hoch gespannte
Besucherschar in der evangelischen Kirche Birkenfeld.
Wenn als verlässlicher Gradmesser das Ausbleiben
von Publikumshustern während eines Konzertes genommen
werden kann, so war die gebannte Stille im Kirchenraum
fast noch mehr wert, als der überaus herzliche und
lange Applaus, mit dem das Dresdner Streichtrio
für sei ne fulminante Leistung gefeiert wurde. Jörg
Fassmann, Violine, seines Zeichens Konzertmeister
der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Sebastian
Herberg, Solobratscher beim selben Orchester, und
der Solocellist des MDR-Sinfonieorchesters, Michael
Pfaender, verstehen es bestens, ihre langjährigen
Orchestererfahrungen in punkto präzisem Zuspiel,
Ebenbürtigkeit des Klanganteile und dynamischer
Feinstdosierung zu einem Musikerlebnis der besonderen
Güteklasse zu bündeln. Ob atmungsvoll sanftes Ausschwingen
in der Aria und den langsamen Variationen, ob herzhafter
und tänzerisch wiegender Zugriff in den schnellen
Passagen - stets vermag die Durchsichtigkeit des
farblich hoch ausdifferenzierten Klangbildes dem
Hörer die kompositorische Kühnheit und Virtuosität
der „Goldbergvariationen" zu vermitteln.
Die
vom Dresdner Streichtrio gespielte Fassung stammt
von dem in Aserbeidschan geborenen Geiger Dmitry
Sitkovetsky, dem es dank seiner analytischen Fähigkeiten
gelang, dieses Bach-Werk fast unverändert für die
Streicherbesetzung zu transkribieren. Die Dresdner
Musici verwalten dieses Klangerbe auf hohem Niveau.
Pforzheimer Zeitung (Sebastian Giebenrath)

Eine
Chance für den Nachwuchs
Was
Rockkonzerten recht ist, das kann Klassik nur billig
sein. Und so wird vom Birkenfelder Verein „Musik
aus Dresden" in Zusammenarbeit mit der Jugendmusikschule
Neuenbürg/Birkenfeld neuerdings die Idee realisiert,
vor den Auftritten renommierter Künstler - quasi
als eine Art Vorband - junge Musiker eine Probe
ihres Könnens ablegen zu lassen. Das bietet den
Jugendlichen zum einen die Chance, vor einem größeren
Publikum spielen zu dürfen, und zum anderen die
Möglichkeit, die begreifliche Anfangsnervosität
bei einem öffentlichen Auftritt beherrschen zu lernen.
Jugendmusikschulleiter
Christi an Knebel war denn auch sehr angetan von
dieser Gelegenheit für seine Schüler, im Vorfeld
des Konzerts des Dresdner Streichtrios ihr musikalisches
Können zu präsentieren. Dies mal spielten Alicia
Strobel und Nicole Helbig den ersten Satz aus Vivaldis
Doppelkonzert a-Moll für zwei Violinen. David Georg,
begleitet am Cembalo von Siegfried Winkler, präsentierte
die Suite d-Moll für Cello und Basso continuo des
französischen Barokmeisters Luis de Caix d‘Hervelois. Pforzheimer
Zeitung (Sebastian Giebenrath)
Auf
anspruchsvollem Niveau: handwerklich und musikalisch Dresdner
Streich Trio interpretiert die Goldberg-Variationen
mit einer gewissen Strenge und akademischen Kühle
Die Goldberg-Variationen
von Johann Sebastian Bach ( Bach-Werk-Verzeichnis,
BWV 988) stellen eine außerordentliche musikalische,
technische und intellektuelle Anforderung an Musiker
und Zuhörer. Im originalen Notentext für ein zweimanualiges
Cembalo ausgelegt, verlangt auch die Fassung für
Streichtrio von Dmitri Sitkovetsky ein anspruchsvolles
Niveau sowohl handwerklich als auch im musikalischen
Spiel der drei Instrumente.
Das gelingt dem Dresdner
Streich Trio mit seiner von ihm selbst dem Urtext
angeglichenen und an den Stellen, an denen Sitkovetsky
von der Notenlage abwich, korrigier ten Variante
beim Konzert in der Reihe »Musik aus Dresden« in
der evangelischen Kirche in Birkenfeld mit einer
stringenten und zwingenden, eine gewisse interpretatorische
Strenge vermittelnden, dynamisch wohlgetroffenen
Darbietung. Jörg Faßmann (Violine), Sebastian Herberg
(Viola) und Michael Pfaender (Violoncello) offerieren
eine kläre Tonführung mit reinen, sauberen Klängen.
Im disziplinierten Tempoverhalten kristallisieren
sie fein die Dynamiken heraus und bleiben der Bachschen
Rhythmik treu. Gut im Griff haben sie die Variationen
in den Geschwindigkeiten, setzen Nuancen, loten
aus und ziehen ihren Bogen strich klar, rein und
genau.
Das Trio bleibt geradlinig
in den Vorgaben der Bachschen Musik und ist temposicher
auch bei den rasanten Läufen. Die drei Musiker harmonieren
gut miteinander, offenbaren Virtuosität und Präsenz.
Ihr Spiel dokumentiert, dass es durchaus seinen
Reiz hat, bei allem ernsthaften Verlangen nach Authentizität
die Goldberg-Variationen in die klangliche Welt
der Streichinstrumente zu transkribieren. Das Spiel
ist forciert und fordernd, vorwärtsstrebend und
dann wieder getragen, schwerevoll schleppend. Das
Streichtrio kostet die Töne aus in ihrer Intensität
und gedanklichen Schwere. Kraftvoll und voluminös
geben die Instrumentalisten der Musik eine plastische
Mehrdimensionalität. Es ist eine sehr akademische
Interpretation in musikalisch strenger Nähe zur
originalen Vorlage mit einer emotionalen Kühle,
tonrein bis vielleicht auf ein leichtes Scheppern
in den tiefen La gen des Cello. Die Goldberg-Variationen
sind nicht pflegeleicht für die Zuhörer, nicht einfach
zu verfolgen und aufzunehmen, und den noch kommt
die Pause etwas abrupt, überraschend und unangekündigt.
Auch nach dem Durchschnaufen bleiben die Läufe akkurat,
gewinnt das Spiel an innerer Farbe und Architektur,
sind Lautstärke und Intensität fein ziseliert.
Das Trio musiziert
pointiert und treffsicher, klar strukturiert und
hält dabei konsequent die interpretatorische Linie
durch. Das ist beherrscht und intellektuell, mathematisch
durchleuchtet und technisch fundiert. Im Tempo verliert
das Spiel nicht an Klarheit, gewinnt sogar an Stringenz.
Schön spielen sich die Musiker den musikalischen
Ball zu. Fein artikuliert offenbart das Dresdner
Streich Trio einfühlsam die musikalische Welt von
Johann Sebastian Bach, wird ihr in ihren Intentionen
gerecht.
Eingestimmt auf dieses
monumentale Ganze hatten im Vorkonzert - zur Premiere
dieser Zusammenarbeit - Schüler der Neuenbürger
Jugendmusikschule. Zunächst mit frischem Zupacken
Alicia Strobel und Nicole Helbig aus der Klasse
von Liliana Brzecki und mit Cembaloklang begleitet
von Christian Knebel mit dem ersten Satz Allegro
aus dem Doppelkonzert a-Moll für zwei Violinen von
Antonio Vivaldi. Und dann fein erarbeitet, sicher,
mit schönem Bogenstrich und ausgereiftem Spiel mit
innerer Intensität und Klangreinheit David Georg
(Cello) aus der Klasse Sanja Uhde mit der Suite
d-Moll für Violoncello und Basso continuo von Luis
de Caix d'Hervelois, bei der Siegfried Winkler für
die Cembaloklänge sorgte. Der Enztäler (Christoph
Holbein)


Ein
künstlerisch schon reifes Auftreten Preisträger
der Neuenbürger Jugendmusikschule gestalten das
musikalische Programm bei »Musik aus Dresden«
Die
Premiere ist gelungen: Im Rahmen des neuen Projektes
des Freundeskreises »Musik aus Dresden« und der
Evangelischen Kirchengemeinde Birkenfeld, jungen
Nachwuchskünstlern eine konzertante Plattform zu
eröffnen (der Enztäler berichtete), haben Schüler
der Neuenbürger Jugendmusikschule beim Vorstellen
des Jahresprogramms »Musik aus Dresden 2009« ein
ansprechendes und musikalisch anspruchsvolles Konzert
geboten.
Den
Reigen eröffneten Rebecca und Verena Pfaff vierhändig
am Klavier mit der Sonatine op. 44, Nr. 1 Allegro
und Arioso von Friedrich Kuhlau, die sie mit klarem,
hellen Anschlag und das Tempo gut haltend fein darboten.
Die Träger eines zweiten Preises beim Regionalwettbewerb
»Jugend musiziert«, 13 und elf Jahre alt, brachten
perlend und mit Witz als zweites Stück das Menuett
aus der Petite Suite von Claude Debussy zu Gehör.
Kurzfristig eingesprungen war für das erkrankte
ursprünglich vorgesehene Duo Henning Schulz, der
auf seinem Euphonium, begleitet am Flügel von Frank
Göbel, die Fantasie über »Norma« von Jean-Baptiste
Arban mit guter Blastechnik fein intoniert und mit
Verve das Tempo variierend spielte. Der erste Preisträger
beim Regionalwettbewerb »Jugend musiziert« hat eine
Weiterleitung in der Tasche für den Landeswettbewerb
in Ludwigsburg.
Dorthin
darf auch das Duo Marie-Therese Zahnlecker (Klavier)
und Franziska Wenzel (Violine) reisen, das mit der
Sonate für Violine und Klavier A-Dur von Cesar Franck
feinnervig und virtuos ausgelotet den musikalischen
Teil abschloss. Ausgezeichnet mit einem ersten Preis
offerierten die Beiden eine klanglich schön erarbeitete,
bis in die Höhen tonreine, tempobeherrschte und
im gleichberechtigten, partnerschaftlichen Zwiegespräch
zwischen Violine und Piano harmonisch eingespielte,
sehr saubere und reife Darbietung.
Nach
der Pause mit kleinen kulinarischen Leckereien vervollständigte
den kulturellen Genuss die Kunsthistorikerin Claudia
Baumbusch mit dem Vortrag »Dresdener Kostbarkeiten
- Das Grüne Gewölbe«. Zu Beginn des Abends hatte
die Vorsitzende des Freundeskreises »Musik aus Dresden«,
Dorothee Schumacher, das Jahresprogramm »Musik aus
Dresden« für 2009 kurz vorgestellt. So geht es am
Sonntag, 22. März, um 18 Uhr in der evangelischen
Kirche weiter mit dem Dresdner Streich Trio, das
die Goldberg-Variationen interpretieren wird. Als
Vorkonzert gastieren Alica Strobel und Nicole Heibig
(beide Violine) mit dem ersten Satz aus dem Doppelkonzert
a-Moll für zwei Violinen von Antonio Lucio Vivaldi;
David Georg (Violoncello) spielt die Suite d-Moll
für Violoncello und Basso continuo von Louis de
Caix d'Hervelois. Auch bei den weiteren Programmangeboten
setzt sich die Kooperation mit der Jugendmusikschule
fort als Versuch, jungen Künstlern die Möglichkeit
zu geben, vor Konzertpublikum aufzutreten, um so
die jungen Leute in das Konzertgeschehen einzubinden.
So
beim Streifzug von Hans Hachmann durch die Dresdner
Musikgeschichte am 27. April und beim Kabarett Herkuleskeule
Dresden am 8. Mai. Am Samstag, 27. Juni, spielen
die Elb Meadow Ramblers ab 19.30 Uhr im Pausen hof
der Ludwig-Uhland-Schule und am 19. September ist
das Autohaus Bäzner und Herzog Schauplatz für das
Konzert »Von der Fuge zum Tango« mit dem Karalis
Bass Quartett. Die vier Musiker geben einen Tag
später unter dem Motto »Karneval der Tiere - vom
Elefant zum Schwan« ein Konzert für Kinder ab drei
Jahren.
Das
Jahresprogramm »Musik aus Dresden« schließt am Freitag,
20. November, ab 20 Uhr mit der Capella Musica Dresden.
2010 wird die Stimme in ihrer gesamten Vielfalt
das Veranstaltungsprogramm charakterisieren. Dabei
wird es erstmals zu einem Gastspiel von »Musik aus
Dresden« im Schmuckmuseum Pforzheim kommen, wenn
sich die »Dresdner Salondamen« von den dortigen
Kostbarkeiten inspirieren lassen. Der Enztäler
(Christoph Holbein)

Kooperation
mit neuen Tönen Schüler der Musikschule Neuenbürg
können sich künftig mit Musik aus Dresden in Birkenfeld
präsentieren
Ganz neue Wege auf
dem Gebiet der klassischen Musik gehen die Veranstalter
der Musik aus Dresden in Birkenfeld mit der Jugendmusikschule
Neuenbürg. Die Idee der Kooperation hatte die Vorsitzende
des „Freundeskreises Musik aus Dresden" Dorothee
Schumacher: Sie will die jugendlichen Musiker gezielt
zu den Veranstaltungen einladen, um dort ihr Können
selbst vor Publikum zu präsentieren.
Schumacher hatte
mit dieser Idee beim Schulleiter der städtischen
Jugendmusikschule Neuenbürg Christian Knebel sofort
dessen Begeisterung geweckt.
Schuhmacher weiß
aus eigener Erfahrung, dass ein Konzertbesuch mit
der ganzen Familie ins Geld laufen kann. Knebel
fand die Idee groß artig und einzigartig in der
Region. „Das gibt es schon lange bei der Rockmusik,
aber im klassischen Bereich habe ich noch nie davon
gehört."
Knebel wird gute
Schüler der Jugendmusikschule auswählen, die zum
jeweiligen Abendprogramm mit Darbietungen den Veranstaltungsabend
eröffnen.
Beide Seiten profitieren
von der Kooperation, sind sich Knebel und Schumacher
sicher. Denn: Die jungen Musiker können Bühnenerfahrung
sammeln und ihr musikalisches Können beweisen, ohne
den Profis Konkurrenz machen zu wollen. „Es ist
Werbung für unsere Schule, die sich auf ihrem hohen
Level präsentieren kann und ein seriöser Rahmen
für die Schüler", sagte Knebel. Die Jungmusiker
können mit den Künstlern ins Gespräch kommen. „Wir
profitieren davon, dass wir damit unser Publikum
verjüngen", sagte Schumacher. Sie hofft, dass
ihre Idee an genommen und zur ständigen Einrichtung
wird.
Den Anfang machen
am Samstag, 7. März, um 18 Uhr im evangelischen
Martin-Luther-Gemeindehaus einige Musikschüler bei
der Vorstellung des Jahresprogramms der Musik aus
Dresden. Rebecca und Verena Paff, Klavier und Gesang,
haben vor Kurzem beim Regionalwettbewerb „Jugendmusiziert"
den zweiten Platz er reicht. Sie spielen Werke von
Kuhlau, Debussy und Brahms. Sahra Groß hat gerade
die fachpraktische Prüfung auf dem Weg zum Abitur
abgelegt. Sie spielt Klarinette mit Klavierbegleitung
von Astrid Wittösch.
Marie-Therese Zahlecker
am Klavier und Franziska Wenzel an der Violine werden
eine Sonate von Cesar Franck spielen. Zum Abschluss
wird die Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch über
„Das Grüne Gewölbe" berichten. Der Eintritt
ist frei, Pforzheimer Zeitung (Waltraud Günther)

 Cornelia
und Anna Katharina Schumann
Eine
Freundschaft in Dur Der Freundeskreis „Musik
aus Dresden" in Birkenfeld feiert Geburtstag Auszeichnung
für Organisatorin Dorothee Schumacher
Der Freundeskreis
„Musik aus Dresden" habe die Kulturlandschaft
im Enzkreis von Birkenfeld aus bereichert, lobt
Landrat Karl Röckinger. Dafür wurde jetzt die Organisatorin
Dorothee Schumacher geehrt.
Die Auszeichnung
kam gleich doppelt. Die Gemeinde Birkenfeld würdigte
den Einsatz für die außergewöhnliche Kulturreihe
„Musik aus Dresden", die vor zehn Jahren aus
der Taufe gehoben worden war, ebenso wie der Enzkreis.
Die Birkenfelderin Dorothee Schumacher sei der „Motor
und die Seele“ der Beziehungen zu Dresden und seinen
Künstlern, sagte Landrat Karl Röckinger bei einem
Fest des Freundeskreises am Samstag. Röckinger über
reichte ihr die „Gottlob-Frick-Medaille" des
Enzkreises. Aus den Händen von Bürgermeister Reiner
Herrmann erhielt Dorothee Schumacher außerdem die
Sixt-Medaille der Gemeinde Birkenfeld.
Familiäre Atmosphäre
„Das Haus Schumacher
ist nicht nur Konzertagentur, sondern auch beliebte
Herberge der Dresdner Künstler", blickte Röckinger
hinter die Kulissen der Kulturreihe mit ihrer familiären
Atmosphäre: „Die Schumacherschen Maultaschen genießen
einen schon legendären Ruf." Ohne das Organisationstalent
der Birkenfelderin und dem tatkräftigen Engagement
der zahlreichen Helfer des Freundeskreises wäre
eine solche Reihe nicht möglich gewesen.
Den engen persönlichen
Kontakt zu der Kulturlandschaft Dresden schätzt
auch Bürgermeister Herrmann. „Sie haben in Birkenfeld
eine besondere Plattform geschaffen" sagte
er über das hohe Niveau der Konzerte. Eine humorvolle
Kostprobe davon gab der Auftritt der „Wilden Weyber"
aus Dresden. Mit Fiedeln und Pfeifen gaben sie ein
köstliches Tafelkonzert wie bei Hofe und ließen
die Gäste mit musizieren.
Eigentlich schon
seit 1981 kommen auf Initiative des damaligen Pfarrers
Hans Haag aus Birkenfeld und seiner Frau Ursula
Künstler aus Dresden für Auftritte nach Birkenfeld.
Damals wurde damit den talentierten Künstlern eine
Auftrittsmöglichkeit jenseits des Eisernen Vorhangs
geschaffen.
Bis zur Wende kamen
Zuschüsse vom innerdeutschen Ministerium. Dann mussten
die Veranstalter selbst eine finanzierbare Basis
schaffen. Das war keine leichte Aufgabe, die der
Pfarrer nach seinem Aus scheiden vertrauensvoll
in die Hände seiner Pfarrsekretärin Dorothee Schumacher
legte. Als Schumacher an der schwierigen Aufgabe
zu verzweifeln begann, half Ludwig Güttler, Startrompeter
aus Dresden, mit seinem Vorschlag, einen Förderverein
zu gründen, dem er selbst auch gleich beitrat.
 R.Herrmann,
D.Schumacher, K.Röckinger
Einsatz mit großer
Hingabe
Vorsitzende wurde
Dorothee Schumacher selbst. Und dieses Amt übt sie
bis heute mit großer Hingabe aus. „Zwingen könnte
man mich nicht dazu, ich mache es sehr gerne",
gestand sie genau zehn Jahre später. Heute gehören
über 100 Mitglieder aus dem weiten Raum von Heidelberg
bis Stuttgart und viele aus dem Enzkreis zum „Freundeskreis
der Musik aus Dresden". Die Art und Weise,
wie man in Birkenfeld nach den Veranstaltungen noch
zusammensitzt und selbst gemachte Gaumenfreuden
genießt, ist für sich in Birkenfeld und im Enzkreis
zur kleinen Legende geworden.
 Die
Gründungsmitglieder
Landrat Röckinger
würdigte darüber hinaus auch Dorothee Schumachers
Engagement beim Forum21, etwa bei der Organisation
der Enzkreis-Kulturtage, der Herausgabe des Enzkreis-Kulturführers
oder bei der aktuellen Reihe:"Kulturlandschaften". Pforzheimer
Zeitung (Waltraud Günther)
Veranstaltungen
2008

Jahresprogramm
Musik aus Dresden vorgestellt
Die erste Veranstaltung
im Jahr 2008 zur Vorstellung des Jahresprogramms
der Musik aus Dresden war so abwechslungsreich und
anspruchsvoll wie die ganze Veranstaltungsreihe
der evangelischen Kirchengemeinde, die der „Freundeskreis
Musik aus Dresden“, allen voran die Vorsitzende
Dorothee Schumacher organisierte.
„Es gibt nichts Gutes,
außer man tut es“, ein Erich Kästner-Abend mit Friedrich
Wilhelm Junge findet am 4. April in der Aula der
Ludwig-Uhland-Schule statt. Die Dresdner Salondamen
kommen mit Liedern aus den 20er bis 40er Jahre am
6. Juni ins Autohaus Bäzner und Herzog. Der frühere
leitende Musikdirektor des SWR2 Hans Hachmann hält
am 26. September einen Vortag über die Musikgeschichte
im Martin-Luther-Gemeindehaus. Im Rahmen der Enzkreis-Kulturtage
ist die Musik aus Dresden mit den Philharmonic Brass
am 17. Oktober zu Gast beim Reisebüro Eberhardt
in Engelsbrand. Dort wird die Auftaktveranstaltung
zur Veranstaltungsreihe „Kulturlandschaften“ mit
weiteren Agendagruppen ein breit gefächertes Kulturerlebnis
anbieten. Immer wieder gerne gehört werden Ludwig
Güttler und Friedrich Kircheis mit einem Orgel
- Trompeten - Konzert am 7. November in der evangelischen
Kirche Birkenfeld und am 12. Dezember geben die
Salzburg Comedian Harmonists ein Konzert in der
evangelischen Kirche.
„Ein Anliegen
ist es dem Freundeskreis, Kinder und Jugendliche
an die Musik heranzuführen“, sagte Schumacher. Deshalb
dürfen sie alle Veranstaltungen und eventuell auch
die Proben kostenlos besuchen und können auch mit
den Künstlern direkt sprechen. In Zusammenarbeit
mit der Stiftung „oben auf“ begleiten Konzertpaten
die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf zu den Veranstaltungen.
Was die Jugendlichen selbst schon an musikalischem
Können vorweisen können, stellten Jugendliche Teilnehmer
des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ eindrucksvoll
unter Beweis. Schon dreimal hat sich die zehnjährige
Verena Pfaff am Wettbewerb beteiligt und spielt
wie ihre zwölfjährige Schwester Rebecca Klavier.
Mit ihrem Geigenspiel, begleitet von ihrer Lehrerin
Naemi Wagner am Flügel begeisterte Lena Nittel.
Als hervorragender Solist spielte Oliver Maiwald
am Flügel. Der 16-Jährige belegte bei zahlreichen
regionalen Wettbewerben erste Plätze und erhielt
beim Bundeswettbewerb den zweiten Preis. Das Publikum
in Martin-Luther-Gemeindehaus war restlos begeistert.
In der Pause durften
die Besucher die Gastfreundschaft des „Freundeskreis
Musik aus Dresden“ genießen und sich an leckeren
Häppchen und Getränken laben. Damit die Verbindung
nach Dresden und den Dresdner Künstlern nicht nur
einseitig ist, machte Kunsthistorikerin Claudia
Baumbusch richtig Lust darauf, die schöne Kulturstadt
einmal selbst zu besuchen. In ihrem Vortrag „Dresdner
Impressionen“ entführte Baumbusch an die schönsten
Plätze von Dresden. Sie zeigte einzigartige Aufnahmen
der barocken Stadtsilhouette, das Panorama der Elbauen,
prächtige Kirchen, Opernhäuser, interessante Museen,
alte und moderne Architektur. Nähere Informationen
zum Freundeskreis, der Musik aus Dresden und dem
Programm unter www.musik-aus-dresden.de
Enztäler (wg)


Kästner-Reigen
mit Musik Dresdner Ensemble stellte den Schriftsteller
in Birkenfeld vor
„Wir kommen gerne
wieder", versicherte Friedrich-Wilhelm Junge
am Ende seines Auftritts in der Birkenfelder Ludwig-Uhland-Schule
aus gutem Grund: Mit großem Beifall wurde der Schauspieler
und das ihn begleitende Michael-Fuchs-Trio für einen
kurzweiligen und sehr humorigen Kästner-Abend belohnt,
den das Dresdner Ensemble unter dem Motto „Es gibt
nicht Gutes, außer: Man tut es" gestaltet hat
te. Gutes getan hat der brillant agierende Junge
aber nicht nur auf der Bühne. Denn nicht allein
die ganz im Sinne Erich Kästners gestaltete Präsentation
ist großen Lobes wert - auch die Auswahl der für
den Abend zusammengetragenen Werke kann als gelungen
bezeichnet werden: Ganz gleich ob Junge „Das Märchen
von der Vernunft", „Das Märchen vom Glück",
„Das Eisenbahngleichnis" oder eine bunte Auswahl
von Epigrammen nebst Kästners „Brief an mich selber"
servierte - stets wurde das Publikum von der ewig
jungen und hintersinnigen Literatur zum Nachdenken
und Lachen gereizt.
Hat der Schriftsteller
Kästner als Meister im Umgang mit der deutschen
Sprache freilich die Basis für > den rundum gelungenen
Abend gelegt, so ist es doch vor allem dem Schauspieler
Junge zu verdanken, dass das Publikum weitaus mehr
als nur den Vortrag bisweilen oft gehörter Texte
erlebte. Junge ist ein ausdrucksstarker Bühnenakteur,
der mit Mimik und Gestik, vor allem aber mit hervorragend
eingesetzter Stimme, zu überzeugen weiß - die Texte
mal laut von der Bühne donnert, mal sanft und leise
durch den Raum schweben lässt. Perfekt zudem das
Zusammenspiel mit dem Michael-Fuchs-Trio.
Michael Fuchs am
Flügel und sei ne Mitstreiter Roger Goldberg (Bass)
und Volkmar Hoff (Schlagzeug) vermögen mit ihrem
ebenso perfekten wie variantenreichen Spiel die
vielfältigen Texte Kästners nicht nur klangvoll
zu ergänzen, sondern diese auch herrlich pointiert
lautmalerisch zu bereichern. Pforzheimer Zeitung
(Ralf Recklies)
Wenn
sich Schauspieler Junge genussvoll zurücklehnt Freundeskreis
Musik aus Dresden: Kästnerabend in Birkenfeld zum
Saisonauftakt Humorvoll und kurzweilig
Beim Namen Erich
Kästner denken viele zuerst an Kinderbücher und
-filme wie »Pünktchen und Anton«, »Das fliegende
Klassenzimmer« oder »Das doppelte Lottchen«. Dass
Erich Kästner auch für Erwachsene geschrieben hat,
ist vergleichsweise wenig bekannt. Er war ein Moralist,
zeitkritisch, schulmeisterlich und brachte
seine Weisheiten mit einem guten Funken Humor in
Gedichtform und heiteren Erzählungen unter die Leute.
Der Dresdner »Arisch Gäschdnör«, wie das im breiten
sächsisch klingt, war Schriftsteller und Redakteur
bei Tageszeitungen, verfasste Kritiken und Feuilletons.
Der »Freundeskreis Musik aus Dresden« veranstaltete
zum Saisonauftakt mit Künstlern aus Dresden einen
Erich-Kästner-Abend in der Aula der Ludwig-Uhland-Schule.
Der Schauspieler
Friedrich-Wilhelm Junge schlüpfte in die Rolle des
1899 geborenen Kästners und gestaltete mit dessen
Texten einen humorvollen und kurzweiligen Abend.
Begleitet wurde Junge vom Michael-Fuchs-Trio, wenn
er mit seiner Tenor-Baritonstimme Chansons sang.
Friedrich-Wilhelm Junge hackte das Bekenntnis Kästners
an seine Dresdner Heimat in eine antiquierte Schreibmaschine,
zündete sich genussvoll ein Zigarillo an, lehnte
sich zurück und war schon mittendrin im Thema. »Es
gibt nichts Gutes, außer: Man tut es«, ein bekannter
Spruch Erich Kästners, der Thema des Abends war.
Aber für Kästner war das keine Phrase, erklärte
Junge. Kästner war zeitkritisch. Er hinterfragte,
dachte weiter. »Die lyrische Hausapotheke« sei ein
Beispiel dafür. Kästner war unbequem und hatte im
Dritten Reich Schreib- und Veröffentlichungsverbot.
Erstaunlich, wie brisant die kritischen Prosatexte
und Chansons aus der Mitte des letzten Jahrhunderts
heute wieder wirken. Er wollte mit Trotz, Hohn und
Satire, garniert mit einem Spritzer Humor, die Menschen
zum Nach denken bringen und vor Fehlern warnen.
»Es ist noch nie gelungen, einen Satiriker zum Schweigen
zu bringen«, sagte Junge, der erfrischend beweglich
und humorvoll die Bühne beherrschte.
Egal ob er genüsslich
im Stuhl lümmelte mit den Füßen auf dem Tisch, ob
er tanzte, sang, plauderte, auf den Stuhl kletterte
oder sich eine Papier tüte aufsetzte und Papierflieger
bastelte - er war bei allem ein agiler Schalk, dem
nicht anzumerken war, dass er stramm auf seinen
70. Geburtstag zugeht.
Er erzählte amüsante
Ge schichten in Prosa und Reimen nahezu auswendig.
Wie ein Zauberer fand er in den noch so kleinen
Taschen seines grauen Anzugs Zettelchen mit Versen
Kästners, die er im Publikum verteilte. »Wer die
Menschen ändern will, beginne bei sich selbst. Wer
die Menschen ändern will, höre bei sich selbst auch
auf.« Oder »Die Erinnerung ist eine mysteriöse Macht
und bildet die Menschen um. Wer das, was schön war,
vergisst, wird böse. Wer das, was schlimm war, vergisst,
wird dumm.«
Friedrich-Wilhelm
Junge ist Intendant des Theaterkahn - Dresdner Brettl
und lud die Besucher zu einem Gegenbesuch nach Dresden
ein. Und wie immer gab es aus den Händen der Vorsitzenden
des »Freundeskreis Musik aus Dresden« glänzende
Geschenke von Fritz Stahl für glänzen de Auftritte. Enztäler
(wg)


Dunkle
Küsse im Autohaus Dresdner Salondamen kommen
mit ihren Sehnsüchten nach Birkenfeld
Mit betörendem Augenaufschlag
stellte die Dresdner Salondame Karolina Petrova
musikalisch die Frage an das Publikum im voll besetzten
Birkenfelder Autohaus: „Hast Du schon mal im Dunkeln
geküsst?" Beim Programm der Dresdner Salondamen
dreht sich alles um die Liebe mit ihren Höhen, Sehnsüchten
und Tiefen. „Das gibt's nur einmal, das kommt nie
wieder", doch die Dresdner Salondamen waren
bereits zum zweiten Mal in Birkenfeld und zogen
wieder die Freunde der Musik aus Dresden in ihren
Bann. Die Salondamen in festlicher weinroter Abendgarderobe
mit kessen Hütchen aus der Zeit, als es die ersten
Tonfilme gab und schmachtende Liebeslieder über
den krächzenden Äther gingen, zogen alle Register
des weiblichen Charmes und nahmen die Besucher auf
die musikalische Zeitreise der 20er und 30er bis
50er Jahre des 20. Jahrhunderts mit.
„Kann denn Liebe
Sünde sein?" Die große Diva Zarah Leander auf
alten Kinoplakaten gab die passende Bühnendekoration
zu den alten Schlagern unvergessener Stars ab. „Ich
weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn" interpretierte
Petrova mit ihrer wunderbaren Stimme trefflich,
wenn auch nicht so tief wie Zarah Leander. Das Damenquintett
mit Silke Krause am Klavier, die auch die meisten
Songs arrangiert hat, am Cello, Kontrabass und Gesang
Juliane Gilbert, an Klarinette, Saxofon und Gesang
Celine Pfeiff und an der ersten Violine und Gesang
Franziska Graefe und Frontsängerin Karolina Petrova,
die auch zur Violine greift, sind die Dresdner Salondamen
ein eingespieltes Team, das weiter nichts braucht
„Als nur Musik, Musik, Musik" und ihren Spaß
daran hat. Kess und betörend, zuweilen naiv wirkend
leitete Petrova mit kleinen Geschichten zu den Titeln
über und schäkerte mit Blicken und Gesten mit den
Herren im Publikum auf ganz kapriziöse Art und vereinbarte
so manche nicht ganz ernst gemeinte Verabredung.
Dann fand sie es
an der Zeit, das größte weibliche Geheimnis zu lüften.
„Die Männer müssen es endlich erfahren. „Frauen
sind keine Engel..." Zur Liebe gehöre die Treue,
doch die Männer sind selbst schuld, wenn das nicht
klappt. Alles, was eine Frau macht, liegt in ihren
Genen. „Schau mich bitte nicht so an…“ Besonders
in Birkenfeld falle das schwer, die Auswahl an bezaubernden
Männern sei so gut: Doch, „Warum soll eine Frau
kein Verhältnis haben?" Da kann der Ruf einer
Frau schnell in den Keller rutschen.
Das besonders aufmerksame
Publikum merkte sofort, dass sich die Salondamen
den zweiten Teil mit türkisfarbener Garderobe besonders
chic gemacht haben und sparte nicht mit Applaus.
Mit Titeln der Comedian Harmonists machten sie einen
musikalischen Ausflug in die Nachkriegszeit, in
der der „Kleine grüne Kaktus" nicht fehlen
dufte. Nicht nur Hildegard Knef hatte den Wunsch
„Für mich soll's rote Rosen regnen", auch unvergessene
Lieder von Edith Piaf hatten die Salondamen in ihrem
Repertoire. Alles drehte sich an diesem Abend um
die Liebe, die es aber nicht wert sei, auch nur
eine einzige Träne deshalb zu vergießen. „Nur nicht
aus Liebe weinen. Es gibt auf Erden nicht nur den
einen.“ Nach zweieinhalb Stunden hatte das Publikum
noch lange nicht genug von den alten Schlagern,
die so sympathisch und nostalgisch interpretiert
wurden. Erst nach zwei Zugaben und etlichen „Vorhängen"
ebbte der Applaus ab. Pforzheimer Kurier (Waltraud
Günther)


Freude
am ungewöhnlichen Bläserklang
Blechbläser gelten
als die Spaßmacher unter den Orchestermusikern.
Eine besonders sympathische und stets gut aufgelegte
Truppe sind die „Philharmonie Brass Dresden".
Jedenfalls präsentierte sich das Quintett beim Gastspiel
im Engelsbrander Busdepot der Firma Eberhardt spielfreudig
und zu aller hand musikantischem Schabernack aufgelegt.
Ihr humorig zweideutig betiteltes „Blech-Reiz"-Programm
musizierten die fünf Bläser (Mathias Schmutzler,
Bachtrompete und Trompete; Sven Barnkoth, Trompete;
Olaf Krumpfer, Posaune; Jens-Peter Erbe, Tuba; Erich
Markwart, Horn) zwar recht routiniert - ließen aber
an ihrer Klasse, ihrer Lust am Kombinieren und an
Klangmixturen sowie an ihrer Virtuosität keine Zweifel
aufkommen.
Gleich wie Fanfaren-Weckruf
sorgte die Wiedergabe einer „Kleinen Sonate"
von Henry Purcell für leuchtende Pracht. Das populäre
„Largo" aus Georg Friedrich Handels Oper „Xerxes"
folgte mit sinnlich fein ausgezogener Horn-Melodie.
Und auch eine Bläserbearbeitung der Johann-Sebastian-Bach-Kantate
„Die Freude reget sich" durfte in dem Dreiklang
großer Barockmeister nicht fehlen. Die Wiener Klassik
war mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Allelujah"
(aus „Exultate Jubilate"), dem „Gloria"
aus der „Nelson-Messe" von Joseph Haydn sowie
mit dem Finale der 9. Beethoven-Sinfonie („Freude
schöner Götterfunken") imposant vertreten.
Nach der Pause erfreuten
die Interpreten mit musikalischen Ausflügen in unterschiedlichste
Länder. Als mexikanische Schönheit stellte sich
in Trompetensoli „La Virgen De La Macarena"
(von Chris Hendricks) vor. Isaac Albeniz' „Tango"
sorgte in erstaunlich ruhigem Rhythmus für das tänzerische
Element. Auch gab es das jazzig aufbereitete Stück
„Le petit Negre" von Claude Debussy oder „Amazing
Grace" mit einem strahlenden Trompetensolo
und abgrundtiefem Bassfinale. Als Hit des Abends
entpuppte sich freilich Harry DeCostas „Tiger Rag".
Pforzheimer Zeitung (R.Uhlig)


Die
hohe Schule der Trompetenkunst Großer Andrang
beim Konzert von Ludwig Güttler in der evangelischen
Kirche Birkenfeld
Künstlerischer Weltruhm
verpflichtet einerseits und ist andererseits auch
der Garant für volle Häuser. Kein Wunder deshalb,
dass die evangelische Kirche in Birkenfeld kaum
die Besucherschar zu fassen vermochte, als der Startrompeter
Ludwig Güttler zusammen mit dem Organisten Friedrich
Kircheis ein ansprechendes Barockprogramm musizierte.
Weil ohne Nachhall,
hat dieser Kirchenraum besondere akustische Tücken,
die zwar Güttler mit seiner stupenden Spieltechnik
zu überwinden vermag, den Klang der zweimanualigen
Orgel aber jeweils nach Aufheben der Tasten abrupt
enden lässt. Solcherlei Ungemach ist nun ganz gewiss
nicht den Interpreten anzulasten, doch darf schon
einmal überlegt werden, ob Organist Kircheis unbedingt
gut beraten war, sich für seinen Solistenpart Stücke
herauszusuchen wie Johann Pachelbels Praeludium,
Fuge und Ciacona d-Moll und Bachs Triosonate Es-Dur,
BWV 525.
Zweifelsohne weiß
Kircheis mit geschickt aufgefächerter Registerwahl
die Charakteristika der einzelnen Sätze zu unterstreichen,
findet mit dem ungemein flott gespielten Pachelbel-Praeludium
einen guten Konzertauftakt. Die für eine größere
Orgel konzipierte Passacaglia und Fuge c-Moll, BVW
582 von Bach hingegen, einer der Höhepunkte der
Orgelliteratur, verliert an dem Birkenfelder Instrument
doch einiges an bezwingender Wirkung, zumal der
Solist mit teils eigenwilligen Tempirückungen und
manchen Konzentrationsschwächen die grandiose Klangarchitektur
ins Wanken zu bringen droht.
Ein solider und aufmerksamer
Begleiter des Bläsersolisten ist der Organist, wenn
es gilt, mit angenehm silbriger Registerwahl die
virtuosen Höhenflüge Güttlers zu unterstützen. So
werden die Sonate d-Moll von Jean Baptiste Loeillet
(1680 bis 1730), Telemanns Trompetenkonzert D-Dur,
zwei atmosphärisch fein ausgeleuchtete Choralvorspiele
des Bach-Schülers Gottfried August Homilius (1714
bis 1785) und die bei Trompetern besonders beliebte
Sonate g-Moll von Josef Pavel Vejvanovsky (1640
bis 1693) zu respektablen Zeugnissen kammermusikalischer
Partnerschaft.
Keineswegs zur Routine
erstarrt oder nur selbstgefälliges Vorführen bewundernswerter
Instrumentenartistik ist nach wie vor Ludwig Güttlers
Trompetenkunst. Jugendliche Frische, affektenbetonte
Ausdeutung der jeweiligen Komposition, ansatzloses
Heranschweben der Töne, schmetterfreies Leuchten
der Spitzentöne und geradezu poetisch inniges Piano
kennzeichnen die mitreißende Spielweise dieses Erzmusikanten.
Schöne Wiederentdeckung
Doch dem mit internationalen
Ehren überhäuften Künstler ist auch die Wiederentdeckung
eines Instruments zu verdanken, das Johann Mattheson
in „Kritischer Musicus“ 1722 so beschrieb: „Die
lieblich-pompösen Waldhörner sind bey jetziger Zeit
sehr en vogue kommen… weils sie theils nicht so
rüde von Natur sind“. Dieses Corno da caccia, das
Trompetenglanz mit dem weichen Klang des Horns verbindet,
hat durch Güttler enormen Auftrieb erfahren, zumal
es für Trompeter gut spielbar ist. Die Klangschönheit
dieses Instruments zu genießen hatte das Birkenfelder
Publikum Gelegenheit bei zwei Choralvorspielen für
Corno da caccia und Orgel von G.H. Homilius. Mit
Beifall überschüttet, gewährten die Solisten drei
umjubelte Zugaben. Pforzheimer Zeitung (Sebastian
Giebenrath)


Wie
Zucker zum Kaffee Salzburg Comedian Harmonists
in Birkenfeld
„Mein kleiner grüner
Christbaum"- unter diesem Titel bot die Künstlerformation
„Salzburg Comedian Harmonists" einen etwas
an deren Blick auf die Weihnachtszeit. Der „Freundeskreis
Musik aus Dresden." hatte zu dem Konzert in
die evangelische Kirche Birkenfeld ein geladen.
Erstmals traten in diesem Rahmen Künstler auf, die
nicht aus dem sächsischen Raum kommen. Doch das
tat der Attraktivität der Veranstaltung keinen Abbruch,
wie auch die voll besetzte Kirche zeigte. Das Künstlerensemble,
bestehend aus dem Pianisten Klaus Eibensteiner sowie
dem Sängerquintett Philipp Caspari, Maximilian Kiener,
Markus Schmid, Erasmus Baumgartner und Oliver Baxmann,
überzeugte durch sein ausgereiftes Programm wie
auch die gesanglich hervorragende Darbietung. Das
geschickt zusammengestellte Repertoire reichte von
Weihnachtsklassikern wie „White Christmas"
über das Volkslied „Es wiad scho glei dumpa"
bis hin zu einer Version von „Diamonds are a girls
best friend", das (nur) schein bar nichts mit
dem Weihnachtsfest zu tun hat. Das Comedian Harmonists-Arrangement
„Ich hab' für dich 'nen Blumentopf bestellt"
wurde in der weihnachtlichen Version von der Salzburger
Gruppe zu „Ich hab' mir was beim Weihnachtsmann
bestellt" parodiert. Auch der Schlusschoral
aus J. S. Bachs Weihnachtsoratorium bot einen ganz
individuell inter pretierten und zum Schmunzeln
anregenden Ausflug.
In den Überleitungen
zu den einzelnen Liedern blitzte ein mitunter deutlicher
werdender Humor auf. So erfuhren die Konzertbesucher
etwa, dass Maria ein „knackiges" Verhältnis
zum Heiligen Geist hatte oder erkannten, dass aus
Sicht von Gänsen die Zeit von Martini bis Weihnachten
ein wahrer „kulinarischer Albtraum" ist. Der
nicht allzu ernste Blick auf die ach so besinnliche
Weihnachtszeit tat gut und wurde vor allem durch
das komödiantische Talent aller Mitglieder zu einem
Erlebnis. Pforzheimer Zeitung ( Judith Käpplinger)
Knallharte
Fakten um glühende Rentiere Salzburg Comedian
Harmonists singen für „Musik aus Dresden" in
der Birkenfelder Kirche
Ein Weihnachtsgeschenk
von ganz besonderer Güte machte der „Freundeskreis
Musik aus Dresden" mit den „Salzburg Comedian
Harmonists" dem Publikum in der voll besetzten
evangelischen Kirche in Birkenfeld. Im Frack und
mit gelgeglättetem Haar sprangen sie schwungvoll
auf die Bühne und verzauberten mit Liedern nach
dem Vorbild der legendären Comedian Harmonists schon
beim ersten Lied ihr Publikum. Sie interpretierten
bekannte Weihnachtslieder auf ihre eigene Weise
und brachten die Gäste zum ständigen Schmunzeln.
Die stille Nacht ist bei diesen Herren nicht immer
ganz so still, doch immer fröhlich.
Nicht nur die Texte,
sondern auch die Mimik und Gestik waren einfach
köstlich. Die lockere Moderation mit Gedanken zur
Vorweihnachtszeit einst und jetzt übernahmen sie
abwechselnd selbst. Die sangen hübsch verpackte
Originalsongs der Comedian Har monists, von Herrn
Knopp, der ein Geschenk für seine Adele sucht und
vom Onkel in Kalumba, der tanzt so leidenschaftlich
Rumba gefolgt von Melodien, die sie einfach mit
bababa, bombombom und imitierten Musikinstrumenten
zum Besten gaben. Stürmischen Applaus ernteten sie
mit „Mein kleiner grüner Christbaum steht draußen
am Balkon, holeri holera holero". Sie rechneten
mit knall harten Fakten vor, dass die Geschichte
mit dem Santa Claus, der allen Kindern Geschenke
bringt, gar nicht sein kann. Bei 378 Millionen Christen
wären 321000 Tonnen Geschenke zu verteilen, die
214200 Rentiere mit 3,2 facher Lichtgeschwindigkeit
ziehen müssten. Die armen Tiere würden verglühen.
Ein Rentier hat es
zur Berühmtheit geschafft, Rudolf mit der roten
Nase. Auch Liebesgesänge haben die hervorragend
singen den Komiker im Repertoire. Da ist die Marie
am Fenster gegenüber oder Du passt so gut zu mir.
Schmachtend träumten sie von der Hochzeit mit der
Frau der Träume und bemerkten ganz alpenländisch,
„es wird scho glei dumper". Sie nahmen ihr
dankbares Publikum mit in ein besinnliches Dorf,
„wenn am Heiligabend die Dorfmusik spielt".
Die Zeit um den 11. November und Weihnachten sei
der kulinarische Alptraum für Gänse, deshalb verkleiden
sie sich, die Gänse. „Maskenball im Gänsestall"
schnatterten die Herren in allen Facetten. Sie sangen
das „Weihnachtsoratorium" und „Schlafwohl du
Himmelssöhnchen" und andere bekannte Weihnachtslieder
in ihrer unverwechselbaren Art.
Erst nach der dritten
Zugabe verwiesen sie auf ihre CDs. Und wie es bei
der Musik aus Dresden seit vielen Jahren üblich
ist, über reichte die Vorsitzende Dorothee Schumacher
„Glänzende Geschenke für glänzende Auftritte".
In die Reihe der
Musik aus Dresden scheinen die Salzburger nur auf
den ersten Blick nicht zu passen, aber die Verbindung
zu Dresden liegt in der Ausbildung des Bassisten
bei Professorin Elisabeth Wilke, die an der Hochschule
für Musik in Dresden und am Mozarteum in Salzburg
unterrichtet. Am Flügel begleitete Klaus Eibensteiner,
Korrepetitor am Mozarteum in Salzburg. Erster Tenor
Philipp Caspari ist hauptberuflicher Sänger und
Tänzer im avantgardistischen Bereich und ein ebenso
großer Komiker wie der zweite Tenor Maximilian Kiener,
der am Landestheater Salzburg Konzertsänger und
Solist ist. Noch im Musikstudium für Gesang und
Klavier am Mozarteum in Salzburg ist der dritte
Tenor Markus Schmid.
Im normalen Leben
ist der Bariton Erasmus Baumgartner Musiklehrer
am Gymnasium und Konzertsänger. Bassist Oliver Baxmann
ging nach Abschluss seiner musikalischen Ausbildung
ins Musikmanagement und schafft derzeit musikalische
Verbindung zu Dubai. Die Musiker, die seit sieben
Jahren enthusiastisch gefeierte Konzerte geben,
mach ten nicht nur dem Publikum ein schönes Weihnachtsgeschenk,
sie hatten selbst viel Spaß beim Auftritt, der den
berühmten Funken sofort überspringen ließ. Pforzheimer
Kurier (Waltraud Günther)


 Reiner
Herrmann, Dorothee Schumacher, Rainer Boy, Ludwig
Güttler, Hans Schumacher, Friedrich Kircheis.
25
Jahre „Musik aus Dresden“ Im
kulturellen Leben von Birkenfeld mit den Jahren
einen festen Platz erobert
Seit 25 Jahren
kommen Musiker aus Dresden nach Birkenfeld und bereichern
die kulturellen Veranstaltungen mit erstklassigen
Konzerten, auf die die Kirchengemeinde Birkenfeld,
der Freundeskreis Musik aus Dresden und die Gemeinde
Birkenfeld stolz sind. Stellvertretend für alle
Dresdner Künstler ehrte Dorothee Schumacher, Vorsitzende
des Freundeskreises Musik aus Dresden, Professor
Ludwig Güttler mit der Ehrenmitgliedschaft im Freundeskreis.
Beim Jubiläumsempfang
am Samstag wurde nach der launigen Begrüßung durch
Pfarrer Rainer Boy vor allem das Engagement von
zwei Menschen hervor gehoben. Dies war der ehemalige
Pfarrer Hans Haag, der durch Verbindungen zu der
Heimat seiner Frau Ursula die ersten Kontakte zu
Musikern in Dresden knüpfte und Dorothee Schumacher,
die seine Arbeit weiter führte. „Am Anfang stand
im Jahre 1981 eine Einladung an einen Trompeter
aus dem Osten, aus der Einladung wurden mehrere
und ein Künstler zog andere nach. Mit viel Begeisterung
und Einsatz ermöglichte das Pfarrerehepaar Ursula
und Hans Haag dem Trompeter Ludwig Güttler, bald
aber auch anderen Dresdner Künstlern, Auftritte
in Birkenfeld und im weiteren süddeutschen Raum.
Mit großem persönlichen Einsatz versuchte Hans Haag
die Grenzen zu überwinden und Musiker von Ost nach
West aber auch von West nach Ost zu vermitteln und
dadurch die Mauer etwas durchlässiger zu machen.“
sagte Dorothee Schumacher. Mit den Jahren entwickelte
sich eine Veranstaltungsreihe mit hochkarätigen
Künstlern aus dem sächsischen Raum, die zu einer
festen Einrichtung in Birkenfeld wurde.
Nachdem Pfarrer Haag
in Ruhestand ging, übernahm Dorothee Schumacher
die Organisation der Konzerte, auch wegen der inzwischen
gewachsenen Freundschaften mit den Künstlern, die
aus dieser Freundschaft heraus, der herzlichen Betreuung
und der Koch- und Backkunst Schumachers oft für
ein bescheidenes Honorar extra nach Birkenfeld kamen.
Finanzielle Unterstützung sagten der damalige Landrat
Werner Burkhardt, Bürgermeister Reiner Herrmann
und das Ehepaar Hildegard und Fritz Stahl zu. Doch
1998 wollte Schumacher aufgeben aus organisatorischen
und finanziellen Gründen. Güttler riet, einen Förderkreis
für die Musik aus Dresden zu gründen. Seit 1999
gibt es diesen Förderkreis, der inzwischen über
90 Mitglieder auch weit über Birkenfeld hinaus zählt.
„Es ist ein Herzenswunsch von mir, im Jubiläumsjahr
auf 100 Mitglieder zu kommen,“ sagte Schumacher,
die jetzt nicht mehr ans Aufhören denkt.
„In Birkenfeld wurde
die Einheit vorweg genommen. Es ist ein besonderes
Erlebnis, die sächsischen Musiker zu hören. Danke
an alle, die diesen besonderen Edelstein unterstützen“
sagte Kulturdezernent Roland Hübner. Mit Stolz erfüllt
ist Bürgermeister Herrmann, dass immer wieder
hochkarätige Künstler aus Dresden in seine Gemeinde
kommen. „Frau Schumacher ist der Motor in der Pflege
der Beziehungen nach Dresden.“
Güttler war gerührt
von den Empfindungen seiner Gastgeber. Es sei der
Mut zum Risiko und das grenzenlose Vertrauen über
die Mauer hinweg gewesen, die die harten Probleme
in der DDR überwunden hätten. Kultur und Sprache
sei nicht trennbar, sagte Güttler. „Es war ein Glück,
dass Frau Schumacher in liebenswürdiger, charmanter
Zähigkeit überall etwas zu verbessern suchte. Nicht
mit dem Kopf und den Händen, sondern mit dem Herzen
hat sie die Begegnungen ermöglicht." Viele
unsichtbare Fäden verbinden in der Zwischenzeit
Birkenfeld mit Dresden. Sei es durch Spenden für
die Frauenkirche, Besuche Einzelner oder Gruppen
in Dresden oder die Mitarbeit vieler Mitglieder
des Freundeskreises bei Veranstaltungen, die weit
über Birkenfeld hinaus bekannt und beliebt sind.
Für die musikalische
Umrahmung spielten Marie-Therese und Katharina Zahnlecker
auswendig Werke von Schumann am Flügel.
Waldtraud Günther
 Ludwig
Güttler und Virtuosi Saxoniae
Jubilierende
Silbertöne Jubiläumskonzert
mit E. Wilke, L. Güttler und den Virtuosi sanoniae
in Birkenfeld
Noch war damals längst
nicht zusammen, was zusammen gehört und die Temperatur
zwischen Deutsch-West und Deutsch-Ost reichlich
frostig. Doch neben all den Eisblumen sproß ein
zartes Pflänzchen, das alsbald prächtig gedieh.
Vor 25 Jahren nämlich gab zum ersten Mal der aus
dem Erzgebirge stammende Trompeter Ludwig Güttler
in Birkenfeld ein Konzert. Das war beileibe keine
Selbstverständlichkeit, doch die devisenhungrige
DDR ließ gern ihren musikalischen Star im „kapitalistischen
Ausland" auf treten.
Die Herzlichkeit
andererseits, mit der eine Gruppe Birkenfelder Bürger
sich um Güttler und dessen musizierende Mitstreiter
aus Dresden kümmerte, schuf die Grundlage für eine
bis heute andauernde Verbindung vom Elbflorenz in
den Schwarzwald, eine unverbrüchliche Notenfreundschaft
sozusagen. Mit den unter schiedlichsten Ensembles
war Gütt ler seither immer wieder zu Gast, stets
gefeiert und umjubelt in der evangelischen Kirche
Birkenfeld. Das war diesmal beim Silberjubiläum
dieser Konzertreihe im vollbesetzten Gotteshaus
gar nicht anders.
Der Meistertrompeter
hatte die von ihm vor über 20 Jahren gegründeten
Virtuosi Saxoniae und die renommierte Altistin der
Dresdner Semperoper, Elisabeth Wilke, mitgebracht,
auch sie stets immer wieder gern gehörte Gäste in
Birkenfeld. Und wie es sich für das Jubiläumskonzert
gehört, standen auf dem Programm Werke teils bekannter,
teils nur den Spezialisten vertrauter Komponisten
aus dem 18. Jahrhundert. Aus dem etwas dunkel grundierten
Klangbild der siebenköpfigen Virtuosi Saxoniae ließ
Güttler den unverkennbaren Silberton seiner Bachtrompete
in die Höhe jubilieren mit der Orchestersuite C-Dur
von Theodor Schwartzkopf.
Zwar nannte Güttler
einmal im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung"
die strengen Vertreter der so genannten historischen
Auffüh rungspraxis „schlimmer als das ZK der SED",
doch gewisse Anlehnungen der Musiker, allesamt Mitglieder
der Sächsischen Staatskapelle Dresden, an die inzwischen
weit verbreiteten Spieltechniken der „historischen"
Richtung sind unverkennbar. Nicht immer zum Vorteil
von Intonationspräzision und schlackenfreier Musizierweise,
zumal die Akustik in der Birkenfelder Kirche keine
christliche Barmherzigkeit kennt. Doch der beherzte
Zugriff der Musiker und die standardmäßig hohe Qualität
der Solisten sind allemal des Lobes wert. Besonders
ansprechend Vivaldis Vertonung des Psalms 126 „Nisi
Dominus", in der Elisabeth Wilke alle ihr reichlich
zu Gebote stehen den Ausdrucksstärken und klang
farblichen Register einsetzte.
Die Eleganz ihrer
schnellen Koloraturketten, die Makellosigkeit der
Artikulation und die Klangrede voll vokaler Schönheit
gewinnen schnell das Hörerohr. Auch in der Bach-Arie
„Ich will doch wohl Rosen brechen". Als Solist
beeindruckte Roland Straumer mit der Wiedergabe
eines technisch anspruchsvollen Violinkonzertes
von Johann Georg Pisendel. Das von ihm wiederentdeckte
Corno da caccia brachte Ludwig Güttler in dem Konzert
Es-Dur von Christoph Förster wirkungsvoll zur Geltung
und krönte das mit reichem Beifall bedachte Konzert
durch eine Zugabe auf der Barocktrompete. Sebastian
Giebenrath

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